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Thorsten Wörsdörfer (rechts) muss sich beim TuS Dietkirchen einen neuen Co.-Trainer suchen. Marvin Rademacher (links) geht nach Hamburg.

Fußball-Verbandsliga Mitte

Marvin Rademacher verabschiedet sich mit dem 3:0

Der 3:0-Sieg des TuS Dietkirchen gegen Germania Schwanheim hätte in der Fußball-Verbandsliga Mitte eigentlich der wiederholte Sprung auf Rang zwei bedeuten sollen. Allerdings kam es anders als gedacht.

Der SV Zeilsheim putzte im absoluten Spitzenspiel den Tabellenführer FSV Fernwald überraschend klar mit 4:2 und bleibt Zweiter – das würde zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation reichen. Die Dietkircher lauern also weiter einen Punkt hinter den Zeilsheimern auf ihre Chance. Der FC Dorndorf (14. – 0:0 gegen Langenaubach) und der FC Waldbrunn (0:2 bei der SG Kinzenbach) haben ihre Situation unwesentlich bis gar nicht verbessert. Im Gegenteil, jetzt müssen auch die Waldbrunner (10.), die eigentlich so gut wie gerettet schienen, doch noch Einsatz im Kampf um den Klassenerhalt zeigen.

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TuS Dietkirchen – Germania Schwanheim 3:0 (2:0). „Großer Dank an Marvin Radermacher, der den TuS aus beruflichen Gründen noch vor Saisonende verlassen muss. Mit seiner bescheidenen, ruhigen und zuverlässigen Art war er allen ein Vorbild. Viel Glück in Hamburg!“, hieß es vom Reckenforst. Nach zwölf Minuten hatte der auffallend immer richtig stehende Dennis Leukel bereits seine dritte Torchance gehabt. Seine erste in der 1. Minute (Außennetz), seine zweite in der 3. Minute (hätte man machen können, aber nicht müssen). Klar, dass der TuS das deutlich auffallende Leistungsgefälle der Germania zwischen Sturm und Abwehr, das sich nicht nur im Torverhältnis von 60:64 zeigte, möglichst schnell nutzen wollte, um dem gefährlichen Schwanheimer Sturm den Wind aus den Segeln zu nehmen. In der 22. Minute dann das verdiente 1:0: Der schon seit Wochen vor Kraft und Kampfeswillen strotzende Moses Nickmann flankte halbhoch auf den Kopf von Leukel, der präzise ins linke untere lange Eck mit dem Kopf verlängerte. In der 36. Minute legte Dietkirchen zum 2:0 nach: Ein Freistoß von Kratz wurde lang und länger, sprang vom rechten Pfosten zurück, blieb im Getümmel im Fünfer hängen, wo Robin Dankof den Ball mit einer Körperdrehung im Tor versenkte. Die Germania gab sich auch in der zweiten Halbzeit nie auf. Wegen des bombensicheren Abwehrverhaltens der gesamten schwarz-roten Mannschaft blieb die Null stehen. Die schnellen Schwanheimer blieben immer wieder hängen. Nach einer Ecke Kevin Kratz’, die Dankof mit einem schulbuchmäßigen Kopfball – per Glanzparade von Langenstein vereitelt – einleitete, machte sich Marvin Rademacher aus kürzester Entfernung sein eigenes Abschiedsgeschenk zum verdienten 3:0-Endstand.

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Dietkirchen: Laux, Nickmann, Rademacher, P. Schmitt, Hautzel, Kratz, Leukel (76. Müller), Dankof, Zuckrigl (86. Dietrich), Schaefer (65. Mink), N. Schmitt – Schwanheim: Langenstein, Assar, Schlee (78. Enders), Bouchen, Maingad, Eyuep, Zalla, Samardzic, Kuac, Bogdanovic, Pfeifer (60. Benjilali) – Tore: 1:0 Denis Leukel (22.), 2:0 Robin Dankof, 3:0 Marvin Rademacher (80.) – SR: Jung (Giesenausen) – Zuschauer: 120.

FC Dorndorf – SSV Langenaubach 0:0. „Sieg!“ riefen die Dorndorfer Spieler mit vereinter Stimme nach der Ansage ihres Kapitäns Niklas Kremer bei der Kreisbildung vor Spielbeginn. Der Wille dazu war den Akteuren in den folgenden 90 Minuten nicht abzusprechen, einzig die spielerische Durchschlagskraft fehlte. Doch zunächst kam Langenaubach besser in die Partie. Nach sieben Minuten tauchte der groß gewachsene Schneider erstmals alleinstehend vor dem FCD-Gehäuse auf, schaffte es aber nicht, seine langen „Gräten“ schnell genug zu sortieren und verpasste den Abschluss. Nach einer knappen Viertelstunde kam Marc Henkes nach einem langen Ball von Weinand aus halblinker Position zum ersten Abschluss für die Schwarz-Weißen, doch Torwart Fünfsinn hatte alle Sinne beisammen und parierte gekonnt. In der Folge zeigten sich die beiden Mannschaften jedoch ähnlich selten vor den Toren wie die Sonne im Oiwernpark. Kurz vor der Pause gab es doch noch je eine Chance auf beiden Seiten: Wadolowski fand in FC-Torwart Kremer seinen Meister (40.). Auf der anderen Seite verpasste Arslan eine scharfe Blättel-Flanke nur knapp (42.); Fünfsinn wäre wohl geschlagen gewesen. Zur Halbzeit wechselte die Heimelf Groß für Arslan ein und stellte damit auch taktisch um. Henkes rückte vor auf die Zehn, Soheil Mansur kam von nun an über links. Die Umstellung fruchtete in der 68. Minute, als Soheil Mansur auf den umtriebigen Henkes durchsteckte, und dieser aus zehn Metern die mögliche Führung vergab. Kurz zuvor hatte Michael May per Kopf verpasst. Bereits zehn Zeigerumdrehungen davor hatte Robin Reifenberg einen Freistoß knapp neben den Kasten gesetzt. Die Haigerer beschränkten sich ansonsten auf die Defensivarbeit in der zweiten Hälfte. Die Dorndorfer spielten bis zum Strafraum des SSV durchaus gefälligen Fußball, agierten aber getreu dem Motto: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist (zu) schwach“ – zumindest für die SSV-Defensive.

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Dorndorf: Kremer, Samir Mansur, Merfels, Schneider, Weinand, Kazerooni (78. Weyer), Soheil Mansur, Reifenberg, Arslan (46. Groß), Blättel, Henkes (Steffen, Schmidinger) – Langenaubach: Fünfsinn, Hartmann, Döbbelin, Dincer (68. Damar), P. Wadolowski, Schneider, May, Müller, Zeller, D. Wadolowski, Stephan (Kalayci, Flender) – SR: Vogel (Flörsheim) – Zuschauer: 80.

SG Kinzenbach – FC Waldbrunn 2:0 (0:0). Mit der besten Vorstellung im Jahr 2019, aber ohne Punkte, fuhren die Westerwälder heim, weil der fußballerische Konjunktiv (hätte, hätte . . .) wieder zugeschlagen hatte. Hätte der FCW, vor allem im ersten Durchgang, so gut geschossen wie er gespielt hatte, wäre die Partie nach Großchancen von Lukas Scholl, Steffen Moritz und Jonas Eisenkopf bis zur Pause entschieden gewesen. Nach dem Wechsel forcierten die bis dato chancenlosen Platzherren ihre Angriffe und Torhüter Göltl vermochte sich mehrmals auszuzeichnen. In der 56. Minute rettete Fürstenau sensationell im Fünfer, dem ein super Angriff folgte, doch Eisenkopf verpasste die Hereingabe von Moritz knapp. Fatal, weil im direkten Gegenzug nach einem Eckball über den Hinterkopf die Kugel im Waldbrunner Tor landete. Die Westerwälder steckten auch diesen Rückschlag weg und blieben gefährlich. Auch nach dem 2:0, einem sehenswerter Treffer in den Winkel, hatten die Besucher in der Nachspielzeit noch zwei Riesenmöglichkeiten zum Ausgleich, doch Steffen Moritz schoss vorbei, und Eisenkopf, der sich wunderbar durchgespielt hatte, traf die falsche Entscheidung beim Abschluss. Schade, denn die Waldbrunner wurden für ihr aufopferungsvolles Spiel nicht belohnt. Der FCW präsentierte sich mit einer tadellosen Mannschaftsleistung, war nach den letzten zwei Partien endlich wieder lauf- und zweikampffreudig, was in den kommenden Partien im Kampf gegen den Abstieg auch nötig sein wird. Bemerkenswert war auch die Leistung des Gespanns, das bei etlichen kniffligen Situationen einer rasanten Partie unaufgeregt die richtigen Entscheidungen traf.

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Kinzenbach: Yamann, Yildirim, Yener, Anker, Riske, Vural, Recio-Perez, (89. Korkmaz ) Marankoz, Güngör (76. Düzenli), Ried, Geisler – Waldbrunn: Göltl, R. Scholl, Egenolf, Fürstenau, Mehr, (76. Granja) Moritz, L. Scholl, Böcher, Neuhof, Eisenkopf, Steinhauer – Tore: 1:0 Anker (58.), 2:0 Marankoz (89.) – SR: Maienschein – Zuschauer: 110.

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