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Die Gewinner des "Hermann-Klaus-Gedächtnispreises 2019": die Mädchen des Tanzcorps Rot-Weisse Funken Frickhofen (ganz vorne), Thea Klämt (vorne, Zweite von rechts) und Mark Hinrichs (ganz rechts) gemeinsam mit Markus "Max" Stillger (ganz links). In der hinteren Reihe, von links: der Leichtathletik-Kreisvorsitzende Martin Rumpf, Simon Schneider (Stiftung), der kommissarische Sportkreisvorsitzende Günter Habel und Thomas Weikert, Präsident des Welt-Tischtennis-Verbandes ITTF.

Hermann-Klaus-Gedächtnispreis

Max-Stillger-Stiftung hilft besten Junioren auf die Sprünge

Die Kunstturnerin Thea Klämt vom TV Elz, Ruder-Weltmeister Mark Hinrichs vom Limburger Club für Wassersport und die Kindergruppe des Tanzcorps Rot-Weisse Funken Frickhofen sind die ersten Gewinner des Hermann-Klaus-Gedächtnispreises der Max-Stillger-Stiftung.

VON YANNICK WENIG

Zum ersten Mal wurde kurz vor Weihnachten der "Hermann-Klaus-Gedächtnispreis" vergeben. In besinnlichem, vorweihnachtlichem Ambiente in der Weinbar "MAKE" in Limburg verlieh die Max-Stillger-Stiftung den Preis in den Kategorien der besten Juniorsportlerin, des besten Juniorsportlers und des besten Junior-Teams des Jahres 2019 im Gedenken an ihr im Sommer verstorbenes Gründungsmitglied Hermann Klaus.

Im Beisein einiger geladener Gäste wie dem Präsidenten des Tischtennis-Weltverbandes (ITTF) Thomas Weikert aus Oberzeuzheim, dem Vizepräsidenten des Hessischen Leichathletik-Verbandes und Vorsitzenden des Leichtathletikkreises Limburg-Weilburg, Martin Rumpf, und Heidrun Klaus, Witwe des Namensgebers des Preises, freute sich Markus "Max" Stillger über die erstmalig stattfindende Verleihung: "Der Preis soll den jungen Sportlern aus dem Kreis ein Ansporn sein, weiterzumachen und an ihren großen Zielen zu arbeiten", so der Initiator der Veranstaltung, der deutlich machte, dass der Preis zu Ehren des ehemaligen Sportkreisvorsitzenden Hermann Klaus auch in den kommenden Jahren vergeben werden soll. "Das soll eine wiederkehrende und traditionelle Veranstaltung werden."

Eine unabhängige Fachjury, bestehend aus dem Vorstand und dem Kuratorium der Stiftung, Sven Medenbach (Kreisjugendwart im Sportkreis Limburg-Weilburg) und Marion Morello, Sportredakteurin der Nassauischen Neuen Presse, hatte im Vorfeld der Verleihung die zwölf Finalisten bestimmt. Die Gewinner wurden infolgedessen über eine offene Abstimmung online ermittelt. "Für alle, die es in diesem Jahr nicht in die Endauswahl geschafft haben oder die den Preis nicht gewinnen konnte: Im nächsten Jahr gibt es eine neue Chance", machte Stillger den Nachwuchssportlern Hoffnung.

"Wir sind auf einem guten Weg"

"Insgesamt wurden 1088 Stimmen abgegeben, damit sind wir zufrieden. Für das nächste Jahr wünschen wir uns aber noch mehr Bewerber", sah Stillger auch noch Verbesserungspotenzial. Tatsächlich gab es bei den Junioren lediglich sechs und bei den Juniorinnen acht Bewerbungen, aus denen sich die Jury für jeweils fünf Finalisten entschied. Bei den Mannschaften gelangten logischerweise beide Anwärter in die Endauswahl.

"Wir sind auf einem guten Weg. Das Format passt," glaubt Stillger nichtsdestotrotz an den eingeschlagenen Kurs. "Dank unserer Unterstützer und Spender können wir so Ehrenamtliche und junge Sportler fördern. Außerdem können wir mit der Stiftung in Notfällen für die Menschen im Kreis da sein und Gutes tun."

Der erste der drei Förderpreise wurde an das Junior-Team des Jahres vergeben. Unter den lediglich zwei Finalisten setzte sich das Jugend-Tanzcorps Rot-Weisse Funken Frickhofen mit knapp 60 Prozent der Stimmen gegen die Mädchen der Tischtennisfreunde (TTF) Oberzeuzheim durch.

Nachdem eine Delegation der jungen Gardetänzerinnen die Urkunde und das Förder-Preisgeld in Höhe von 1000 Euro entgegengenommen hatte, bedankte sich Dieter Munsch, der Präsident des Tanzcorps Rot-Weisse Funken: "Wir betreiben einen wunderschönen, aber auch kostenintensiven Sport. Da sind wir auf diese Unterstützung angewiesen. Vielen Dank."

Die Gruppe von etwa 35 Kindern im Alter von fünf bis zehn Jahren wurde in 2019 Dritter bei den Norddeutschen Meisterschaften in Baunatal und qualifizierte sich damit für die Deutschen Meisterschaften des karnevalistischen Tanzsports in Braunschweig. Jill Bäcker, die die Gruppe gemeinsam mit Marie-Christine Nehl und Angela Zehres leitet, hofft, auch im neuen Jahr an diese Leistungen anknüpfen zu können. "Wir nehmen wieder an den Halbfinals in Düren teil. Mit einem Platz unter den Top Fünf wollen wir uns dort erneut für die Deutschen Meisterschaften in Erfurt am 21. und 22. März qualifizieren." Die finanzielle Unterstützung können die Gardetänzerinnen dabei bestens gebrauchen. "Pro Tänzerin rechnen wir mit einem Kostenaufwand von etwa 1000 Euro. Das Gesamtvolumen liegt dann schnell bei 20 000 bis 25 000 Euro. Da sind wir froh über jede Hilfe", so Jill Bäcker. Präsident Dieter Munsch freute sich riesig über die Ehrung: "Hermann Klaus war unserem Verein immer sehr zugetan. Wir halten ihn in Ehren. Der Preis erhält bei uns einen besonderen Platz."

Als Juniorsportlerin des Jahres zeichnete die Max-Stillger-Stiftung Thea Klämt vom TV Elz aus. Sie gewann die Wahl mit einem Drittel der Stimmen (266) und setzte sich vor Mei-Li Folk vom Boxring Condor Limburg (182) und Kunstradfahrerin Johanna Bardenheier (161) vom FC Dorndorf durch.

Unter den Top Ten in Deutschland

Die Kunstturnerin kürte sich in diesem Jahr zur Hessischen Meisterin, war jüngstes Mitglied von Eintracht Frankfurt in der 2. Bundesliga und schaffte es außerdem in die Top Ten Deutschlands im Mehrkampf in ihrer Altersklasse. "Die Wettkämpfe in der 2. Bundesliga im neuen Jahr werden wieder etwas Besonderes. Außerdem möchte ich mich erneut für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren", so Thea Klämt. Dabei möchte sie ihren grandiosen neunten Platz aus diesem Jahr gerne noch einmal toppen. Dafür trainiert die 13-Jährige fünfmal in der Woche, jeweils etwa dreieinhalb Stunden täglich. Viermal im Leistungszentrum Limburg/TV Elz, einmal bei Eintracht Frankfurt. Über die Urkunde und das Preisgeld in Höhe von 500 Euro freute sich die Elzer Nachwuchshoffnung sichtlich. "Großen Respekt für die tollen Leistungen", sagte Laudator Markus Stillger. "Mach weiter so."

In der Kategorie des Juniorsportler des Jahres setzte sich Ruderer Mark Hinrichs vom Limburger Club für Wassersport mit insgesamt 163 Stimmen vor Leichtathlet und Fußballer Elias Hernandez Soler (LSG Goldener Grund, SV Wehen Wiesbaden) mit 123 Simmen und Rollkunstläufer Robin Rücker vom ERC Diez (115) durch.

Großes Ziel: Olympia 2024 in Paris

"Er hat in seiner Altersklasse alles gewonnen, was es zu gewinnen gab", kündigte Max Stillger den Gewinner an. Die Titel des LCW-Athleten: U 19-Weltmeister im deutschen Riemenvierer, Junioren-Europameister im Vierer ohne Steuermann, Dritter der Deutschen Meisterschaften im Hessen-Vierer mit Steuermann. Mit Hinrichs wurde ein Hochkaräter ausgezeichnet, der mit Olympia 2024 in Paris ein großes Ziel vor Augen hat. "Tokio im nächsten Jahr kommt da noch zu früh. Ich möchte es nachhaltig aufbauen und mich für die Saison 2023 bei den deutschen Ausscheidungen für Olympia in eine gute Position bringen", so der 18-Jährige. "Ich weiß aber auch, dass es noch ein weiter Weg ist. Gerade mit Verletzungen muss man immer rechnen, diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht." Zunächst möchte er sich aber "in der U 23 integrieren und in die Nationalmannschaft aufsteigen", so Hinrichs. Momentan absolviert er neben seinem hohen Trainingsaufwand von etwa 16 Stunden in der Woche ein Praktikum in einer Technikfirma, das er über den Landessportbund erhalten hat. "Da benötigt man natürlich Unterstützung und Disziplin."

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