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Max Weissermel: "Dieses Gefühl war einfach unbeschreiblich"

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Von: Stefan Fritschi

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Rennfahrer Max Weissermel aus Oberursel.
Rennfahrer Max Weissermel aus Oberursel. © Privat

Der Oberurseler Max Weissermel erzählt vom "neuen Höhepunkt" seiner Laufbahn auf dem Nürburgring. Auf der Strecke hat der Rennfahrer aus dem Taunus noch viel vor.In Zeiten des Klimawandels scheiden sich am Motorsport die Geister. Wie aufregend der Job als Rennfahrer sein kann, erlebten am Wochenende Max Verstappen, Laste-Minute-Champion der Formel 1, und der Fast-Weltmeister Lewis Hamilton.

Aber auch Leistungsklassen tiefer geht's aufregend zu. Der Oberurseler Rennfahrer Max Weissermel erzählt in der TZ vom "neuen Höhepunkt" seiner Laufbahn auf dem Nürburgring.

Oberursel -In Zeiten des Klimawandels scheiden sich am Motorsport die Geister. Wie aufregend der Job als Rennfahrer sein kann, erlebten am Wochenende Max Verstappen, Laste-Minute-Champion der Formel 1, und der Fast-Weltmeister Lewis Hamilton. Aber auch Leistungsklassen tiefer geht's aufregend zu. Der Oberurseler Rennfahrer Max Weissermel erzählt vom "neuen Höhepunkt" seiner Laufbahn auf dem Nürburgring.

Nach spektakulärem Auftakt mit einem Defekt hatte er noch die Kurve bekommen. In seinem letzten Rennen des Jahres in der höchsten Klasse der Rundstrecken-Challenge Nürburgring (RCN), der RS 3 A, erreichte der Oberurseler den zwölften Platz von 16 Startern. Etwa 180 Rennfahrer hatten insgesamt für das Drei-Stunden-Rennen auf dem Kurs in der Eifel gemeldet.

Es galt die herausfordernde Variante "Grand-Prix-Strecke inklusive Nordschleife" zu absolvieren. Dies entspricht einer Gesamtlänge von rund 25 Kilometern pro Runde. Nach drei Stunden und achtminütigem Zuschlag hatte Weissermel die Zielflagge im Visier. "Dieses Gefühl, zwischen hunderten jubelnden Leuten in die Boxengasse hineinzufahren, war einfach unbeschreiblich. Ein absoluter Gänsehautmoment und neuer Höhepunkt in meiner Laufbahn", sagte der Oberurseler.

Als der 34-Jährige das Training bestritt, war daran noch nicht zu denken. Bereits in der ersten Runde auf der Grand-Prix-Strecke hatte Weissermel einen Brandgeruch im Inneren seines Rennwagens festgestellt. Dies teilte er via Funk seiner Boxencrew mit. Man entschloss sich, noch eine weitere Runde zu absolvieren, "da die Ursache nicht eindeutig lokalisierbar war", erzählte Weissermel.

Mit Feuerlöschern in der Boxengasse

Doch plötzlich kam eine leichte Rauchentwicklung im Innenraum hinzu. Sofort steuerte Weissermel die Box an. Das Team stand bereits mit Feuerlöschern und Werkzeug bereit. Nach wenigen Sekunden konnte festgestellt werden, dass es sich um einen Kabelbrand im Bereich des Zusatzlüfters für die Frontscheibe handelte. Der Schaden wurde schnell behoben - und für den VW-Golf-GTi-Piloten ging es zurück auf die Strecke.

Nach gemeistertem Qualifying - es gab durch einen kleinen Verbremser einen 180-Grad-Dreher - und zweistündiger Pause folgte das Rennen. "Ich konnte relativ schnell meinen Rhythmus finden und kam gut in der ,grünen Hölle' zurecht", sagte er - trotz Dauerregen, Gischt und extrem rutschiger Streckenabschnitte. Nur die Boxenstopps verliefen zu schnell, es gab einen Punktabzug.

Auch im zweiten Rennabschnitt sei alles nach Plan verlaufen. "Geprägt durch spektakuläre Überholmanöver bis hin zu mehreren Beinahe-Unfällen war alles dabei", sagte er.

An die Spitzenfahrer der RS 3 A konnte Weissermel freilich nicht herankommen. "Unter die Top 5 zu fahren, ist mit diesem Auto praktisch unmöglich", sagte er und verwies auf erfahrene Rennfahrer und Vollprofis wie dem Gesamtsieger Dario Stanco (Winterthur/Schweiz) mit Seat Leon/Audi RS3, dem Zweiten Volker Garrn (Guderhandviertel/Niedersachsen) mit Seat Cupracer/VW Golf 7 TCR und dem gebürtigen Norweger Stein Tveten (Bad Honnef) auf Porsche 911 GT3 Cup. Zwar sei er sich über diesen Nachteil sehr bewusst, aber diese Klasse sei eben die leistungsstärkste der RCN.

24-Stunden-Rennen ist das Fernziel

Auch 2022 wird der Rennpilot aus dem Hochtaunus in der Eifel dabei sein. "Wir gehen wieder in der RCN an den Start", betonte er. Möglicherweise wagt sein Team "m&m motorsport" zugleich den nächsten und auch nötigen Schritt. Weiterhin ist es das Ziel, die Startberechtigung für das 24-Stunden-Rennen zu erhalten.

Dafür müsste Max Weissermel in der nächsthöheren Rennserie NLS, dies steht für Nürburgring Langstrecken-Serie, eine gewisse Anzahl an Rennen absolvieren. Mit seinen bisherigen Resultaten in der RCN, so sagt er, habe er die Basis geschaffen, eine Startberechtigung zu erhalten.

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