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Maximilain Klink unterwegs in Südafrika bei einer Begegnung mit einer Gruppe Zebras.

Leichtathletik im NNP-Land

Maximilian Klink: Mit den Zebras um die Wette

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Maximilian Klink ist nach dem DLV-Trainingslager im südafrikanischen Dullstroom wieder daheim in Wilsenroth.

Corona war bei Maximilian Klinks Ankunft am Flughafen in Johannesburg am 2. März noch gar kein Thema. Der Mittelstreckler von der LG Dornburg war zu diesem Zeitpunkt eigentlich ganz froh darüber, dass er der in Deutschland bereits aufflammenden Angst und Hysterie zusammen mit den Top-Athleten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) ans andere Ende der Welt entfliehen konnte. Doch die Ruhe im Trainingslager in Dullstroom war trügerisch.

Knapp zwei Wochen nach der Ankunft in der Provinz Mpumalanga, 35 Kilometer nördlich von Belfast und 53 Kilometer südwestlich von Lydenburg, warnten die Betreuer und Trainer die Athleten, am bevorstehenden Wochenende nicht im Restaurant essen oder in die umliegenden Cafés zu gehen. Die Touristen, die in Johannesburg landen, nutzen den Ort, in dem die Leichtathleten untergebracht waren, gerne als Zwischenstopp auf ihrem Weg zum Kruger-Nationalpark. Dann die ersten Hiobsbotschaften: Die Anlieger-Staaten schlossen nach und nach die Flughäfen. Das war das endgültige Zeichen für die Verantwortlichen: Nichts wie weg von hier!

"Ich habe gleich am nächsten Morgen zusammen mit meinem Trainer Benjamin Stalf den eigentlich erst für Sonntagabend geplanten Rückflug umgebucht. Das ging auch problemlos und kostenlos bei der Lufthansa", erzählt Maximilian Klink vom plötzlichen Ende seines Trainingslagers, das so ganz anders verlief als gewünscht. Am Donnerstagmorgen, 5.30 Uhr, betrat der 19-Jährige endlich wieder deutschen Boden, seine Eltern nahmen ihn in Frankfurt freudigst in Empfang. Er erlebte in seiner Heimat eine Welt, die sich innerhalb von zwei Wochen komplett verändert hatte.

Maximilian Klink über seine Eindrücke: "Es war irgendwie alles ganz ungewohnt und anders als man es kennt." Auch seine Trainingsmöglichkeiten und -gewohnheiten sollten sich damit gänzlich ändern. Die ersten Tage nach einem Höhentraining lasse man es in der Regel ohnehin ruhiger angehen mit Dauerläufen und leichten Einheiten. Was er aber jetzt überhaupt nicht mehr machen kann, ist das Krafttraining. "Ich habe hier daheim weder Langhanteln noch Gewichte."

Klar, mit seinem guten Freund und "Entdecker" Ewald Türk, der im selben Dornburger Ortsteil lebt, habe er zwar telefoniert, "aber mehr ging da natürlich auch nicht wegen der Kontaktsperre". Drückt ihm die veränderte Situation jetzt aufs Gemüt? "Ich bin keiner, der sich schnell demotivieren lässt. Aber ich bin gespannt, wie das alles werden wird", sagt er und schöpft Hoffnung: "Ich kann mir vorstellen, dass wir vielleicht im Spätsommer noch ein paar Wettkämpfe absolvieren können."

In Südafrika hatten Maximilian Klink, sein Heimtrainer Benjamin Stalf und Georg Schmidt, Bundestrainer Mittelstrecke, bei täglich etwa 26 Grad Celsius perfekte Trainingsbedingungen vorgefunden. Morgens und nachmittags wurde gearbeitet, hin und wieder war der Nachmittag auch mal frei. In etwa fünf Kilometern Entfernung gab es die Möglichkeit, in einer Privat-Anlage heimische Tiere mehr oder minder in freier Wildbahn zu sehen. Ein Nah-Ausflugsziel, das auch der Wilsenröther gerne nutzte.

Bleibt auch für Maximilian Klink - amtierender Süddeutscher Vizemeister in der Halle über 800 Meter mit einer Freiluft-Bestzeit von 1:52:51 Minuten - abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Das Sportinternat in der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt, das Maximilian Klink besucht, ist mindestens bis 15. April geschlossen. Trainieren muss der elegante und leichtfüßige Läufer ohnehin vorerst in den heimischen Wäldern rund um die Dornburg und den Blasiusberg ganz allein. "Ich habe dort einige ausgemessene Strecken zur Verfügung. Unter anderem die 10-Kilometer-Strecke der Winterlaufserie direkt vor meiner Haustür", sagt Maximilian Klink. Gerne nimmt er auch den Weg vom Wilsenröther Sportplatz Richtung Watzenhahn oder die Strecke entlang der Bahn in Westerburg. "Die ist elf Kilometer lang und ganz flach."

Maximilian Klink bleibt optimistisch: "Ich bin keiner, der gleich den Kopf in den Sand steckt, wenn es mal nicht so läuft wie erhofft." Das Trainingslager in Südafrika war angesichts der außergewöhnlichen Umstände und des jähen Endes für ihn keineswegs eine vertane Zeit: "Ich habe dadurch zumindest mehr an Erfahrung gewonnen."

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