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Teamkoordinator Mirko Dörr (hinten) gibt Pilot Maximilian Weissermel vor dem Start die letzten Tipps.

Motorsport, Hochtaunus

Maximilian Weissermel aus Oberursel eifert dem "Strietzel" nach

  • vonStefan Fritschi
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Vor zwei Jahren fing Maximilian Weissermel aus Oberursel für das Rundstreckenfahren Feuer. Gemeinsam mit dem Usinger Mirko Dörr feierte er nun seinen ersten Erfolg. Um das große Ziel zu erreichen, gibt es freilich noch viel zu tun.

Oberursel – Die Veranstaltung, die Hans-Joachim Stuck, der „Strietzel“, bei der Premiere 1970 gewann und drei Jahre später auch Niki Lauda, zieht Maximilian Weissermel magisch an. „Mein größtes Ziel ist es, einmal das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring zu fahren“, sagt der Oberurseler. Um auf diese höchste Leistungsebene zu kommen, ist es für den 33-Jährigen aber noch ein weiter Weg – doch den Nürburgring mit seiner „grünen Hölle“ kennt er bereits.

Schon in jungen Jahren begeisterte sich Max Weissermel für den Motorsport. Daran hat sein Vater Peter entscheidenden Anteil, der den Filius zu Tourenwagen-Rennen, auch an Flugplätzen, mitnahm. Mit der Rolle des Zuschauers wollte es der damalige Teenager aber nicht belassen. „Als Jugendlicher bin ich auf die Kartbahn“, sagt Weissermel. Die Motivation, immer wieder einen weiteren Schritt zu machen, war da.

Als er vor zwei Jahren gemeinsam mit Mirko Dörr an einem Schottertraining mit Armin Schwarz teilnahm, der in den 1990ern die Rallye Spanien und die Europameisterschaft gewann, reifte beim „Orscheler“ und dem 47 Jahre alten Usinger der Entschluss, ein Team zu bilden.

Erfolgreiches Trio: Mirko Dörr, Ingo Bessler und Maximilian Weissermel (von links).

2019 nahmen beide als „m & m motorsport“ schon an Breitensportrennen auf den legendären Strecken Nürburgring, Hockenheimring und in den Ardennen bei Spa-Francorchamps teil. In diesem Jahr folgte der Einstieg in die Rundstrecken-Challenge Nürburgring (RCN) light. In ihrer Premierensaison belegten sie den dritten Platz. „Wir sind mehr als stolz und zufrieden, solch ein tolles Ergebnis eingefahren zu haben“, betont Weissermel. An fünf der sechs Rennen von Anfang Juli bis Mitte Oktober nahm das Gespann aus dem Taunus teil: Weissermel als Rennfahrer, Dörr, der schon vor 20 Jahren Erfahrungen auf der Nordschleife sammelte, als Teamkoordinator. Auf dem Seat Leon Cupra R ließ Weissermel nur den BMW-Piloten Henning Hausmeier (Rheine) und Roman Hahn (Lüdenscheid) den Vortritt. 

Drei Prüfungskriterien galt es zu erfüllen: Setzrunden, Sprintrunden und Bestätigungsrunden. Wer bei der Setzrunde zu hoch pokert und das Ergebnis später nicht bestätigen kann, fällt in der Wertung zurück. Die letzte Veranstaltung in diesem Jahr fiel allerdings – wegen der zweiten Welle der Corona-Pandemie – aus.

„Das Ziel für 2021 ist, in der RCN zu fahren“, erklärt Weissermel. Das wäre die nächste Stufe: Während in der RCN light über etwa 1,5 Stunden gefahren wird, ist der Seat-Pilot dann circa drei Stunden gefordert. Durch den Erfolg bei der RCN light hat das Team eine weitere Lizenz eingefahren. Diese wird für das 3-Stunden-Rennen benötigt.

2021 explodieren die Kosten

„2021 wird es doppelt so teuer wie in diesem Jahr“, sagt Weissermel. Ein Euro-Betrag im „fünfstelligen Bereich“, sagt er, musste 2020 aufgewendet werden, etwa für Anmeldegebühren und Material (unter anderem Regenreifen und Slicks, also Reifen ohne Profil für trockenen Untergrund).

Das Okay der Sponsoren mit Ingo Bessler und seinem Team der Technischen Überwachung Taunus an der Spitze haben die beiden Motorsport-Enthusiasten bereits. Doch dies reicht freilich noch nicht, für das 24-Stunden-Rennen auf dem legendären Eifelkurs zugelassen zu werden. Dazu wäre noch der Aufstieg in die Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) nötig. „Das wäre ein riesengroßer Sprung für uns“, betont Weissermel. Damit meint er auch das fahrerische Können, aber vor allem die Kosten.

Extra: Als es auf der Nordschleife plötzlich wie aus Kübeln regnete

Max Weissermel fährt bei den Rennen einen Seat Leon Cupra R. „Dies ist ein aufgebautes Rennfahrzeug, das mit Straßenverkehr nichts zu tun hat, dafür auch nicht zugelassen ist“, sagt er. Zudem müssen Auflagen für das Gefährt erfüllt werden. So müssen unter anderem in bestimmten Abständen der Sitz, die Gurte und auch die Feuerlöschanlage erneuert werden.

Einen größeren Unfall auf der Strecke hatte der Rennfahrer aus dem Vordertaunus noch nicht. Aber eine ganz besondere, ja heikle Situation musste er schon mal meistern. Auf der Nordschleife des Nürburgrings, einer der anspruchsvollsten Rennkurse überhaupt mit über 70 Kurven auf rund 20 Kilometern, hatte er erstmals Slicks drauf. „Und dann kam ein massiver Regenschauer runter. Das war wie auf einer spiegelglatten Fahrbahn“, erinnert sich Weissermel noch bestens an dieses Erlebnis. Doch er bestand die Bewährungsprobe: Ohne Blessuren oder Materialschäden erreichte er die Box – wie glücklicherweise die anderen Piloten auf der Piste auch.

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