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Yonis Ilyas Osman (Mitte) lag bereits am Start in Führung und baute diesen Vorsprung immer weiter aus.

Mittsommerlauf

Mehr als 1200 Läufer in Wallau

Yonis Ilyas Osman und Franziska Althaus sind die Sieger des 10 Kilometer-Hauptlaufs beim 23. Wallauer Mittsommerlauf, bei dem 1260 Sportler das Ziel erreichten. Judo-Weltmeister Alexander Wieczerzak gab als Lauf-Pate den Startschuss für die Rennen.

Der Hofheimer Stadtteil Wallau war dicht, die Straßen im Ortskern von der Polizei gesperrt. Autofahrer mussten auf Parkplatzsuche gehen, denn in Wallau wurden auf dem Sportgelände des Turnvereins am Rheingauer Weg die Rennen zum 23.Mittsommerlauf vom Judo-Weltmeister Alexander Wieczerzak gestartet. Der Stadtteil feierte mit mehr als eintausend Sportlern das große Läuferfest, zu dem erneut Leistungssportler und Breitensportler aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet gekommen waren.

Während Sandra Ochs vom MTV Kronberg im Hauptlauf über 10 Kilometer als Letzte nach 1:26,27 Stunden ins Ziel kam und auf Platz 868 landete, war für den 18 Jahre alten Ilyas Jonis Osman vom TV Waldstraße Wiesbaden bereits nach einer guten halben Stunde der Lauf erledigt. Der Sieger des Vorjahres in 31:23 Minuten plante eigentlich, nur einen Dauerlauf zu absolvieren, weil er tags drauf bei den Hessischen Meisterschaften in Darmstadt über 1500 Meter starten und Kräfte schonen wollte. Doch er unterbot bei seinem klaren Sieg dennoch seine Vorjahreszeit und bleibt mit 30:54 Minuten in den Ergebnislisten verewigt.

Der Flüchtling aus Somalia ist ein großes Talent und hat die Qualifikation für die U 20-Weltmeisterschaften über 10 000 und 5000 Meter erreicht, ist dort aber wegen seines Flüchtlings-Status noch nicht startberechtigt. In Wallau hat es ihm gefallen, und er will nach Möglichkeit im nächsten Jahr wiederkommen.

Zweiter über 10 Kilometer wurde der Jugendliche Felix Welteke vom Wiesbadener LV (35:44) vor Abdelmalek Bahri vom SFD Düsseldorf (36:03). Schnellster heimischer Läufer war wie im vergangenen Jahr Lokalmatador Mario Kleber vom TV Wallau, der 2017 als Elfter ins Ziel kam und dieses Mal starker Vierter in 36:34 Minuten wurde.

Kleber gehört zu dem Organisationsteam des Mittsommerlaufs und ist unter anderem für die Streckenkennzeichnung verantwortlich. „Wir sind ein eingespieltes Team, jeder weiß, was er zu tun hat“, sagt Kleber, der sagt, dass er bei seinem „eigenen“ Lauf nach getaner Vorbereitung „mehr gibt als normal“.

Schnellste Frau über 10 Kilometer war wie vor Vorjahr Franziska Althaus vom TV Waldstraße Wiesbaden auf Platz 19 in 39:38 Minuten. „Ich war in den letzten Tagen noch nicht so ganz fit und freue mich, dass es heute ein schöner Lauf war und ich bei den Frauen gewinnen konnte“, sagte die 20-Jährige im Ziel.

Platz 20 erreichte der Triathlet Christian Sehorsch von der TSG Eppstein (39:39). Vordere Platzierungen schafften auch Bennet Fuß von Germania Weilbach (28. in 40:38), Andreas Spinner vom TV Wallau (31./40:39), Andreas Vierling vom KCR Sindlingen Triathlon (32./40:44) und Florian Gossenauer von Worlpeace Triathlon Neuenhain (34./40:58).

Im 3 Kilometer-Schnupperlauf setzten sich die Vorjahressieger durch. Bei den Männern gewann Luka Stierstorfer vom TV Waldstraße Wiesbaden (10:26 Minuten), bei den Frauen seine Vereinskameradin Pauline Seitz (11:40). Die 19-Jährige ist die Tochter des Mittsommerlauf-Organisationschefs Alexander Seitz und kennt die Laufveranstaltung schon als Teilnehmerin bei den Bambini-Läufen. Nach ihrem Erfolg wurde sie sofort bei der Organisation gebraucht – als Fahrradbegleiterin beim Hauptlauf.

Gut besetzt waren auch die Bambini-Läufe, bei denen es für Nachwuchs auch um den Hofheimer Schüler-Cup „Heiße Socke“, für den Läufe in Langenhain, Lorsbach, Wallau und Wildsachesen gewertet werden.

Die Bambini waren besonders stolz, als Judo-Weltmeister Alexander Wieczerzak als Lauf-Pate 2018 die Siegerehrungen vornahm. Der 27 Jahre alte in Frankfurt geborene Judoka, der jetzt am Olympiastützpunkt Köln trainiert, wurde im vergangenen Jahr in Budapest Weltmeister. In Wallau erzählte er, dass er in diesem Jahr versucht, in Baku in Aserbaidschan seinen Titel zu verteidigen: „Das wird sehr schwer, weil ich lange verletzt war.“ Er nennt sein ganz großes Ziel: „Einmal Olympiasieger werden.“

Die Aufgabe als Lauf-Pate erfüllte er mit großer Begeisterung: „Ich mache so etwas gerne. Manchmal muss mich mein Trainer zurückhalten, damit ich nicht zu viel derartige Termine annehme.“

(mir)

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