TTC Ober-Erlenbach

Mehr als eine Rechnung offen

Schon zum Rückrundenstart das Gipfeltreffen in der 3. Tischtennis-Liga. Mit dem Gegner verbindet Ober-Erlenbach keine so guten Erinnerungen.

Der Rückrunden-Auftakt in der 3. Bundesliga hat für die Tischtennisspieler des TTC Ober-Erlenbach eine besondere Note, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Die Akteure des SV Brackwede stehen heute ab 18 Uhr auf der anderen Seite der beiden blauen Tische im „Wingert-Dome“ an der Seulberger Straße. Also jene Mannschaft, die punktgleich mit den Gastgebern die Liga anführt. Beiden werden die besten Aufstiegschancen eingeräumt, Brackwede ist sogar noch ungeschlagen. Das 4:6 im Hinspiel war wiederum die einzige bisherige Ober-Erlenbacher Niederlage. Und in der vorherigen Saison, da war auch noch was.

Vor dem letzten Spieltag hatten sich beide Mannschaften in der unteren Tabellenhälfte der 2. Bundesliga befunden, Brackwede ohne Lizenzantrag für die kommende Saison ausgestattet, „weil wir dachten, dass wir es sowieso nicht schaffen“, erklärt Stefan Höppner, Spieler für den Verein aus dem Bielefelder Stadtteil, heute. Doch Brackwede schaffte es durch ein völlig überraschendes 6:3 beim als Meister feststehenden TTC Bergneustadt noch auf den Relegationsplatz – an den punktgleichen Ober-Erlenbachern vorbei, denen im Krimi beim 1. FC Köln die Nerven versagten (3:6).

„Wir haben in jedem Spiel alles versucht und dieses halt gewonnen“, blickt Höppner nüchtern zurück. Der Verzicht seines Vereins auf den Ligaverbleib in der Vorsaison bedeutet übrigens nicht gleichzeitig, dass Brackwede in diesem Jahr nicht wieder hoch möchte. Das habe letztendlich aber der Vorstand und nicht die Spieler zu entscheiden, sagt Höppner. Als Außenseiter sieht er sein Team heute so oder so. „Im Hinspiel ist alles für uns gelaufen, was für uns laufen konnte“, meint er. Hinzu käme, dass alle Ergebnisse bisher knapp und nicht souverän ausgefallen seien (viermal 6:4, zweimal 5:5) und Ober-Erlenbach mit Thomas Keinath einen „Spieler in Ausnahmeform“ in seinen Reihen habe.

Worauf sich Höppner und Co. auf jeden Fall freuen, ist die Kulisse. „So viele Zuschauer sind super für den Tischtennissport“, lobt der Brackweder Kapitän den gegnerischen Verein. Gut möglich, dass der Saisonrekord von 312 Besuchern heute geknackt wird, denn der TTC Ober-Erlenbach erhofft sich durch verschiedene Aktionen einen noch größeren Zuspruch. Bereits vor den ersten Aufschlägen in den beiden Drittliga-Doppeln wird ab 16.30 Uhr ein Rahmenprogramm geboten. Dazu gehören wie berichtet, Tischtennis-Partien zwischen Hartmut Freund und Tobias Thomas, den deutschen Meistern der geistig Behinderten. Diese Begegnungen (eine vor Beginn und eine in der Halbzeitpause der Drittliga-Partie) sind Bestandteil des „Tages der Inklusion“.

TTC-Pressesprecher Wieland Speer, bis 2012 Bundestrainer des Deutschen Behinderten-Sportverbandes, hat angekündigt, für interessierte Rollstuhlfahrer mehr Platz zu schaffen. Das Foyer der Wingert-Sporthalle wird neu gestaltet und der Besucherraum um die beiden Spielfelder durch zusätzliche Platzanweiser den Umständen entsprechend betreut.

Ebenfalls 90 Minuten vor Beginn das Drittliga-Spiels wird der „Butterfly-Fun-Parc“ öffnen und für die Besucher ein großes Mitmachprogramm mit einigen Gewinnspielen anbieten. An einem Stand erhält man Tischtennis-Souvenirs und Merchandising-Artikel des TTC sowie Lose für eine Tombola. „Kurz vor Spielbeginn starten wir eine besondere Lichtshow, und am Ende des Spieles bekommt jeder Besucher noch eine Neujahrs-Tüte mit auf den Nachhauseweg“, kündigt Speer an. rem/sp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare