Michael Allendorf in Aktion: Gegen Stuttgart kommt er frei vor Nationaltorhüter Johannes Bitter zum Abschluss. foto. imago
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Michael Allendorf in Aktion: Gegen Stuttgart kommt er frei vor Nationaltorhüter Johannes Bitter zum Abschluss. foto. imago

Handball, Bundesliga

Michael Allendorf macht das Dutzend voll

  • Volker Hofbur
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Der ehemalige Wallauer will noch eine Saison als aktiver Spieler bestreiten

Melsungen -In Heppenheim begann Michael Allendorf mit dem Handball und kam zur SG Wallau/Massenheim. Dort verstärkte er das Regionalliga-Team, spielte A-Jugend und in der Rückrunde auch beim Bundesligisten. Mit der Wallauer A-Jugend wurde er deutscher Meister. Nach dem verpassten Aufstieg in die 2. Bundesliga wechselte der 19-malige Nationalspieler und Junioren-Europameister und -Weltmeisterschaftszweite 2006 zur HSG Wetzlar und vier Jahre später zur MT Melsungen.

In Nordhessen heimisch geworden

Nun hat Michael Allendorf mit seinen 34 Jahren seinen Vertrag noch einmal um ein Jahr verlängert. Damit macht er das Dutzend an Jahren in Melsungen voll. "Wir sind dort heimisch geworden", erklärt der Linksaußen, "ich habe eine Familie mit einer kleinen Tochter. Dann freue ich mich, dass ich die Gelegenheit bekomme, nach meiner sportlichen Karriere bei meinem Verein Fuß zu fassen. Schließlich muss man sich Gedanken machen, was nach dem Handball-Leben kommt. So bekomme ich die Möglichkeit, beruflich meinem Sport verbunden zu bleiben". Bereits während seiner Profilaufbahn hat er Sportmanagement studiert und das Studium auch abgeschlossen.

Gerade hat Michael Allendorf eine Achillessehnenentzündung überwunden. "Ich hatte zwei bis drei Wochen Pause, denn bei dieser Verletzung besteht die Gefahr, dass die Sehne einreißt", erklärt Allendorf, "in dieser Woche bin ich aber wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Für ein weiteres Jahr wird es noch reichen". Der 34-Jährige, der in fast 450 Erstliga-Spielen mehr als 1500 Treffer erzielt hat, möchte auch nach seiner aktiven Laufbahn Sport machen und will seinen Körper nicht bis über seine Grenzen belasten. "Ich hatte bisher nicht so schwere Verletzungen, sieht man mal von einem Mittelhandbruch und einem Innenbandriss im Knie ab. Ansonsten waren es eher muskuläre Probleme, die mich immer mal wieder zu Pausen zwangen", erklärt Allendorf.

Allendorf bleibt

dem Verein erhalten

Nach der kommenden Spielzeit will er anschließend im administrativen Bereich der Melsunger tätig werden. In seinem letzten aktiven Jahr wird er bereits mal in alle Bereiche der Geschäftsstelle hereinschnuppern. Vorstand Axel Geerken beschreibt in der Pressemitteilung des Bundesligisten das mögliche Tätigkeitsfeld: "Michael ist ein absoluter Teamplayer. Er wird als erfahrener Spieler nun noch eine weitere Saison zur Verfügung stehen und uns damit einen zeitlichen Vorlauf ermöglichen, um den Verjüngungsprozess auf dieser Position voranzutreiben. Er hat sich bei uns zu einer echten Integrationsfigur auf und neben dem Spielfeld entwickelt. Bei offiziellen Anlässen vertritt er bereits des Öfteren die Mannschaft nach Außen und fungiert so gleichzeitig als sympathischer Botschafter der MT. Nach seiner Spielerkarriere wollen wir uns mit seiner Unterstützung organisatorisch auf eine breitere Basis stellen, um den stetig wachsenden Anforderungen im Profisport im administrativen Bereich noch professioneller begegnen zu können." Allendorf stellt allerdings für sein letztes Jahr als aktiver Spieler klar: "Auch wenn ich jetzt schon Zeit in der Geschäftsstelle verbringen werde, bin ich diese und nächste Saison in erster Linie Spieler. Das heißt natürlich auch, dass ich weiterhin sportliche Ziele verfolge."

Bereits am Dienstag sind die Melsunger Nationalspieler zu ihrem Verein ins Training zurückgekehrt. "Sie sind alle wieder da und waren auch alle wieder im Training. Sie haben diese Turniere unverletzt überstanden", erklärt Allendorf, der wie seine Spielerkollegen wenig Verständnis dafür hat, dass seine Mannschaft bereits am gestrigen Abend bei der HSG Nordhorn-Lingen ihr nächstes Bundesliga-Spiel absolvieren musste. "Für uns läuft es durchwachsen", erklärt der Linksaußen, "wir haben nicht immer unsere Leistung bringen können, mussten dann das erste Mal in Quarantäne, dann haben wir gespielt, ehe es wieder in Quarantäne ging. So haben wir keinen Rhythmus gefunden und haben noch vier bis fünf Spiele weniger absolviert als die meisten Bundesligisten. "Die Saison wird mit allen Mitteln durchgezogen. Wir müssen bis zum 27. Juni fertig sein. Eine Woche später fahren unsere Nationalspieler zur Vorbereitung für die Olympischen Spiele. Wenn die dann zu Ende sind, beginnt bei uns schon die Vorbereitung auf die Bundesliga-Saison." Ein unmögliches Programm. Allerdings betont auch Allendorf: "Es wäre schlimm, wenn wir nicht bei Olympia dabei gewesen wären. Es ist enorm wichtig für unsere Sportart, dass sie vertreten ist." Volker Hofbur

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