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Michael Götz (links) und sein Freund Tobias Emmert vor den Tour-Trucks. Foto: privat

Motorradrennsport

Michael Götz : In Gedanken schon auf dem Podium

Finale der Internationalen Deutschen Meisterschaft in der Superstock-Klasse 600 auf dem Hockenheimring. Der Niederhadamarer Michael Götz sah als Gesamtfünfter die Zielflagge. In seiner ersten Saison gar nicht so übel . . .

Vor rund 20 000 Zuschauern fand das Finale der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) der Motorradrennfahrer auf dem Hockenheimring statt. Mit dabei auch wieder der Mannebacher Michael Götz in der Klasse Superstock 600. Da das „Layout“ der Rennstrecke Michale Götz nicht so ganz lag, verlief das Qualifying für ihn entsprechend nicht zufriedenstellend. Er ging von Position sechs aus in die beiden Rennen.

Der Start zum ersten Durchgang missglückte ihm denn auch komplett. Michael Götz hatte die Kupplung zu schnell kommen lassen, das Motorrad stieg vorne hoch. Um einen Überschlag zu vermeiden, musste er die Kupplung ziehen. Hierdurch kam das Bike zwar wieder runter, doch durch den fehlenden Vortrieb fuhren ihm die Piloten vor ihm davon, und die hinter ihm überholten ihn sogar noch. Hierdurch verlor der Niederhadamarer einige Plätze. Im Laufe des Rennens vermochte er zwar noch einige Kollegen zu überholen, jedoch reichte es letztendlich nur für Rang sieben. Im zweiten Rennen am Nachmittag galt es natürlich, nicht den gleichen Fehler noch einmal zu machen. Und diesmal klappte es wesentlich besser. Bereits in der ersten Kurve war Michael Götz an den Piloten dran, die später die Podiumsplätze unter sich austragen sollten. „Ich hatte wirklich ein gutes Gefühl und war in Gedanken schon in den Podiumskampf verwickelt“, berichtete Götz.

Doch bereits in der zweiten Kurve war dieser Traum ausgeträumt. Er wollte gerade in die Kurve einlenken, da erwischte ihn ein heftiger Schlag von hinten. Vollkommen überrascht, konnte er nicht wie geplant in die Kurve einbiegen. „Ich dachte so bei mir, dass ich nun stürzen würde und das Rennen für mich beendet wäre“, so Michael Götz weiter. Mit viel Glück konnte er den Sturz noch abfangen. Jedoch wurde durch diesen Rammstoß eine Kettenreaktion ausgelöst. Insgesamt gerieten vier Fahrer aneinander. Wie durch ein Wunder stürzte keiner. Jedoch mussten sie dadurch alle einen großen Bogen gehen und verloren wertvolle Plätze.

Bremspunkt verpasst

Michael Götz traf es am härtesten; er fiel auf den letzten Platz zurück. Aber was war passiert? Ein junger Pilot aus dem hinteren Feld hatte wohl vorgehabt, bereits in der Anfangsphase übertrieben viele Plätze gutzumachen. In der Anbremszone verpasste er bei rund 200 Kilometern pro Stunde den eigentlichen Bremspunkt um einige Meter und rauschte so mitten hinein in das enge Starterfeld. Der Hadamaerer konnte das Rennen zwar wieder aufnehmen, hatte allerdings einen „dicken Hals“, befand er sich doch auf dem letzten Platz. Dieser Frust schien ihn aber zu beflügeln. Schnell hatte er die anderen Piloten wieder eingeholt und verbesserte sich Platz um Platz.

Nach etwa Halbzeit des Rennens hatte er sogar den Unfallverursacher wieder eingeholt und überholte ihn sogar und setzte sich ab – sehr zur Freude der vielen angereisten Freunde. Letztlich überquerte er die Ziellinie auf Position fünf. „Trotz des Unfalls und dass ich mich auf dem letzten Platz befand, war das Rennen besser und schneller als in Lauf eins. In meiner schnellsten Runde war ich nur 0,8 Sekunden langsamer als die Jungs auf dem Podium. Ohne den blöden Unfall am Start wäre eventuell nochmals ein Platz auf dem Podium möglich gewesen.“

Die Saison beendet Michael Götz im ersten Jahr in dieser neuen IDM-Klasse als Fünfter des Gesamtklassements. Wenn man bedenkt, dass er aufgrund eines Motorschadens auf dem Lausitzring in beiden Rennen null von 50 möglichen Punkten bekommen hatte und er in Assen aufgrund eines Elektronik-Problems ebenfalls auf den letzten Platz abrutschte, muss er mit dem Ergebnis recht zufrieden sein.

Unter die besten Drei

Jetzt heißt es, die sechs Monate dauernde Winterpause gut zu überbrücken, aus den gemachten Fehlern zu lernen, sich körperlich auf die nächste Saison vorzubereiten, und dann 2019 wieder antreten zu können. „Im nächsten Jahr habe ich mir als Saisonziel einen Platz unter den ersten Drei gesteckt“, gibt sich Michael Götz kämpferisch. „An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Helfern und meinen Sponsoren bedanken, ohne die das alles nicht möglich wäre.“

(red)

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