1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport

Mit einer Notelf in den Abstiegskampf

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Harald Joisten

Kommentare

Hat wahrlich keine leichte Aufgabe vor sich: Max Martin will Zeilsheim in der Hessenliga halten. FOTO: Lorenz
Hat wahrlich keine leichte Aufgabe vor sich: Max Martin will Zeilsheim in der Hessenliga halten. © Marcel Lorenz

Zeilsheim trotz Corona- und Verletzungs-Sorgen heute gegen Alzenau

Zeilsheim -Der Blick auf die Tabelle verheißt nichts Gutes. Auf den vorletzten Platz ist der SV Zeilsheim in der Abstiegsrunde der Fußball-Hessenliga abgerutscht. Ganz so trist sieht die Realität jedoch nicht aus. Wegen mehrerer Corona-Fälle hatte die Mannschaft aus dem Frankfurter Westen zuletzt zwei Spiele verschieben müssen, hat also noch zwei Partien in der Hinterhand, um Boden gutzumachen. "Gewinnen wir die beiden Nachholspiele, stehen wir auf dem dritten Platz", sagt Zeilsheims Sportlicher Leiter Tom Balser auch mit einer Portion Galgenhumor. "Wir drehen die Tabelle derzeit halt um."

Unmut über Aussage von Trainer Barletta

In der Tat beträgt der Rückstand der Zeilsheimer auf Platz sechs lediglich drei Punkte - und Platz sechs würde zum Klassenerhalt ausreichen. Schon im Nachholspiel heute (20 Uhr) auf dem heimischen Kunstrasenplatz an der Lenzenbergstraße kann das Team mit einem Sieg gegen den FC Bayern Alzenau diesen Rückstand wettmachen.

Die Vorzeichen sind allerdings nicht sonderlich gut. Bis gestern befanden sich sieben Spieler der Zeilsheimer nach positiven Corona-Fällen in Quarantäne. Erst heute können sie wieder zur Mannschaft stoßen und abends mitmachen - sofern die Tests negativ ausfallen. Ob sie dann auch eine Verstärkung sein werden, wird sich zeigen. Diese Spieler haben anderthalb Wochen nicht trainiert, dürften daher physisch nicht voll auf der Höhe sein.

"Ich denke, sie sind etwas platt. Man wird sehen, wie viele wir einsetzen können und dann vielleicht vorzeitig wieder auswechseln müssen, weil sie nicht mehr können", mutmaßt Balser.

Der Sportliche Leiter, zugleich Vertreter der Hessenliga-Vereine, hatte Bayern Alzenau daher um eine Verschiebung der Partie gebeten. "Wir haben gefragt, ob wir um eine Woche verlegen können", sagt Balser. "Wir haben zuletzt schließlich nur mit acht Mann trainieren können und hatten insgesamt acht Corona-Fälle." Alzenau habe der Verlegung jedoch nicht zugestimmt. "Sie bestanden darauf zu spielen. Ich verstehe das nicht. Deren Trainer hat unsere Anfrage sogar als nervig bezeichnet", meint Balser über Trainer Angelo Barletta, der im Januar diesen Jahres zu seinem ehemaligen Verein nach Alzenau zurückgekehrt ist. Der ehemalige Coach von Kickers Offenbach und des FSV Frankfurt habe sich sogar "beschwert, er würde unter Druck gesetzt". Balser fragt sich dabei, ob es überhaupt noch "Fair-Play gibt".

"Gibt es

noch Fair-Play?"

Schließlich habe sein Team nicht nur acht Corona-Fälle gehabt, es gebe zudem auch noch drei verletzte Spieler, die für heute Abend auszufallen drohen. Dass Zeilsheim nun doch antreten muss, will Balser aber "nicht unbedingt als Wettbewerbsverzerrung deuten. Es kann ja jede Mannschaft treffen. Die Runde muss auch weitergespielt werden. Es ist einfach grundsätzlich unsäglich mit Corona."

Spieler aus seiner Zweiten Mannschaft wird Zeilsheim vermutlich nicht einsetzen, weil diese Akteure dann am kommenden Wochenende für das Reserve-Team gesperrt wären. Die Überlegung, die Partie abzuschenken, wurde verworfen. Das Team von Trainer Max Martin wird antreten und versuchen, die Überraschung gegen den zehn Punkte besser platzierten Tabellenführer aus Alzenau zu schaffen. "Wir versuchen, das Beste daraus zu machen." Ärgerlich, dass Zeilsheim zuvor weitgehend von Corona-Fällen sowie Verletzungen verschont geblieben war und nun ausgerechnet beim finalen Kampf um den Klassenerhalt hart getroffen wird. Doch vielleicht schweißt gerade diese Notsituation die Mannschaft noch enger zusammen. Einen Anfang kann sie heute Abend machen. Harald Joisten

Auch interessant

Kommentare