Hanna Özer (rechts) war mit ihren Teamkolleginnen zumeist einen Schritt schneller als die Gegner. FOTO: marcel lorenz
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Hanna Özer (rechts) war mit ihren Teamkolleginnen zumeist einen Schritt schneller als die Gegner.

Handball, 3. Liga Staffel D

Mit viel Disziplin durchs Jahr gekommen

  • Volker Hofbur
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Die Eddersheimer Damen freuen sich auf ihr Turnier

Eddersheim -"Dieses Jahr wird in die Annalen eingehen", fasst Trainer Tobias Fischer das Jahr 2021 kurz und knapp zusammen. Der Trainer der Drittliga-Handballerinnen der TSG Eddersheim hatte mit seinem Team nur drei Spiele bestritten, dann endete die vorherige Saison im November 2020, im März stand fest, dass nicht weitergespielt werden konnte. Zuerst fiel das Neujahrsturnier der Eddersheimer Damen Anfang Januar aus, dann bis Mitte Februar auch das Training. "Ich habe die Spielerinnen nicht gesehen, aber mit jeder von ihnen zwei Mal in diesem Zeitraum telefoniert", blickt Fischer zurück, "es waren sehr vertrauensvolle und tiefgründige Gespräche. Und nebenbei haben wir die kommende Saison geplant".

Mitte Februar durften die Eddersheimerinnen mit einigen Hygienevorkehrungen sowie Tests wieder in die Halle. "Das war für uns gut. Wir wollten, dass die Mädels sich freuten, wieder in der Halle zu sein", erinnert sich Fischer, der mit der Mannschaft dann auch nach Pfingsten Ende Mai in die Vorbereitung ging. "Wir mussten eine andere Vorbereitung machen, die länger war, aber die Mädels bei Laune halten sollte", berichtet der Eddersheimer Trainer, "so haben wir blockweise trainiert, eine Gruppe war draußen laufen, die andere in der Halle. Dazu haben wir mit dem Sportstudio Amilu in Oberursel zusammengearbeitet. Ich glaube, dass die Vorbereitung nicht verkehrt war, denn wir sind in keinem Spiel konditionell eingebrochen und haben keine Verletzte nach der Pandemie. Das ist nicht typisch". Der Trainer musste kreativ sein, denn es gab keine Beach-Turniere und Team-Events. Die ließ die Pandemie nicht zu. Immerhin traten die Eddersheimerinnen beim Mittelhessen-Cup in Kleenheim und beim Turnier in Haunstetten an.

Der Rundenstart gelang dem Drittligisten in der neuen Staffel D mit vielen Vereinen aus Nordrhein-Westfalen mit drei Siegen. Dann folgte in einem sehenswerten Spiel in Bretzenheim die erste Niederlage. "Da haben uns drei Spielerinnen gefehlt, und wir haben trotzdem dem Favoriten einen tollen Fight geboten", erläutert Fischer, "danach haben wir alle Hessen-Derbys und in Leverkusen gewonnen. Vor allem die 40 Tore gegen Lumdatal waren eine gute Reaktion nach der Niederlage in Bretzenheim". Es folgte das Spiel in Düsseldorf, in dem die Eddersheimerinnen nach einer Viertelstunde mit 4:12 zurücklagen, umstellten und am Ende auch wegen nicht gerade vorteilhafter Schiedsrichterentscheidungen mit 30:31 verloren. Es folgte das 33:33 gegen den TB Wülfrath. "Das war für unsere erfolgsverwöhnte Mannschaft ein Dämpfer", erklärt der Trainer, "das war schlimmer als die Niederlage in Düsseldorf und eines unserer schlechtesten Spiele". Umso wichtiger war für seine Spielerinnen der knappe Sieg im ersten Rückrundenspiel in Mainz, um mit einem Erfolgserlebnis in die Weihnachtspause zu gehen.

Mit 19:5 Punkten stehen die Eddersheimerinnen auf dem zweiten Platz und erfüllten bisher das hoch gesteckte Ziel, unter die ersten Drei zu kommen. "Damit bin ich sehr glücklich und zufrieden", erklärt Tobias Fischer, "keiner wusste, wo er steht, denn die Gruppe war für uns neu. Es ist schön, dass wir das erreicht haben. Und es war ein schweres Jahr - für alle Mannschaften". Der Trainer hat sich bei der kleinen internen Weihnachtsfeier bei den Spielerinnen bedankt: "Sie haben diese Probleme, die alltäglich wurden, super absolviert. Sie haben mehr Zeit investiert, um vor dem Training zu testen. Aus so etwas kann man gestärkt hervorgehen."

Tobias Fischer ist sich aber auch bewusst, dass er Spielerinnen in seinem Kader hat, die bei einer größeren Problematik durch die Pandemie nicht mehr im Kader sein können: "Das ist eine Situation, die eintreten kann. Da haben wir uns hohe Ziele gesetzt, aber dann brechen uns die Spielerinnen weg." Erst mal ist da die Vorfreude auf das eigene Turnier am Sonntag und zwei Wochen später auf das erste Heimspiel der Rückrunde gegen den 1. FC Köln. Volker Hofbur

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