Neue Spitzenspielerin bei Tennis 65 Eschborn: Sarah Gronert kommt von Bundesligist TC Bredeney. Foto: imago images
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Neue Spitzenspielerin bei Tennis 65 Eschborn: Sarah Gronert kommt von Bundesligist TC Bredeney.

Tennis, Tennis 65 Eschborn

Model, Influencerin, Topspielerin

  • vonAlexander Wolf
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Die neue Spitzenspielerin des Regionalliga-Aufsteigers agiert in vielen Bereichen ihres SportsMit Sarah Gronert haben die Damen von Tennis 65 Eschborn eine interessante Verstärkung für ihre erste Regionalliga-Saison geholt. Die aktuelle Nummer 23 der deutschen Rangliste ist auch abseits des Platzes in verschiedenen Bereichen für den Tennissport im Einsatz.

Eschborn -"Als ich über meine Online-Plattformen kommuniziert habe, dass ich nicht mehr in der 1. oder 2. Bundesliga spielen werde, hat Archibald Pflug direkt reagiert und sich gemeldet", beschreibt die aktuelle Nummer 23 der deutschen Rangliste der Tennis-Damen die Kontaktaufnahme. "Wir hatten gleich so ein sympathisches Gespräch. Er hat mich vom Paket in Eschborn überzeugt." Vor allem Spaß und Harmonie sind Sarah Gronert, die zuletzt bei Bundesligist TC Bredeney spielte, wichtig. Schließlich verlief ihr bisherigen Karriereweg nicht immer geradlinig.

Sie galt schon in der Jugend im nordrhein-westfälischen Linnich als großes Talent. Im Jahr 2012 stand sie bereits auf Position 164 in der Damen-Weltrangliste. Dann gab es in ihrer Laufbahn aus unterschiedlichsten Gründen einige Pausen und Dellen. Aus der reinen Tennisspielerin Gronert wurde schon mit Mitte 20 auch die Trainerin. Aktuell ist sie breiter denn je im Geschäft aufgestellt. Die Blondine unterhält nicht nur eigene Social-Media-Seiten mit über 55 000 Followern. Als "Tennis-Influencerin" tritt sie im Sportzirkus auch als Model und Managerin aller Online-Kanäle ihres Heimatverbands am Niederrhein in Erscheinung. Bei den Australian Open im vergangenen Februar etwa waren Gronerts Werbespots für Tennispoint und Nike am laufenden Band zu sehen. "Ich mache alles, worauf ich Lust habe, und das hat alles mit Tennis zu tun", erklärt die Neu-Eschbornerin.

Weil die kreative Arbeit in der Online-Medienbranche viel Zeit in Anspruch nimmt, passt das Engagement bei Aufsteiger Tennis 65 in der Regionalliga derzeit besser in ihren Alltag als die höchsten deutschen Spielklassen. Und doch sieht Gronert die neue Aufgabe nicht als Rückschritt: "Ich habe mir für Juni und Juli alles freigeschaufelt. Wenn man in einen neuen Verein kommt, möchte man auch abliefern."

Bisher letztes Turnier im Sommer 2019

In NRW konnte sie den Winter über durchspielen, was allerdings nicht nur Vorteile mit sich brachte. "Für mich war das eher frustrierend", gibt die neue Nummer eins vom Niederrhein zu, "ich habe in Osterath zwar dauernd mit meinem Freund und Trainer Johannes Hoch gespielt. Wenn man sich in- und auswendig kennt, ist das aber kein Ersatz für echte Matchpraxis." Bis auf den Werbespot in Paderborn Ende letzten Jahres, wo Gronert in einer Sandgrube Bälle schlug, war Tennis Corona-bedingt kaum möglich.

"Das letzte Turnier habe ich im Sommer 2019 gespielt. Ich erinnere mich schon fast nicht mehr", sagt Gronert. Logisch, dass sie sich für die Hessenmeisterschaften der Aktiven vom 31. Mai bis 6. Juni bei Eintracht Frankfurt angemeldet hat. "Zum Reinkommen ohne großen Druck ist das genau das Richtige." Auch wenn der starken Aufschlägerin mit der krachenden Vorhand Sandplatz-Tennis nicht so liegt wie ihr Lieblingsbelag "Hartplatz", ist die Vorfreude groß. "Asche ist zwar der langsamere Belag, da kann ich mein Spiel aber gut aufziehen."

Einst Siege über Muguruza und Pliskova

Dass dies tatsächlich der Fall sein wird, zeigen Gronerts insgesamt neun ITF-Titel, bei denen sie unter andren spätere Weltklasse-Spielerinnen wie Garbine Muguruza oder Karolina Pliskova schlug. Auf der Tour traf sie nicht nur auf Top-Spielerinnen wie die einstige Weltranglisten-Erste Muguruza (2017), sondern auch auf die heutigen Eschborner Teamkolleginnen Jil Engelmann, Silvia Ambrosio und Fabienne Gettwart. "Diese Mädels waren immer super nett und super fair. Mit Jil Engelmann habe ich zum Beispiel auch in Ludwigshafen trainiert", so die 34-Jährige. Als deutsche Top-Spielerin könnte Sarah Gronert zum großen Vorteil für das erste Regionalliga-Jahr von Tennis 65 Eschborn werden. Schließlich ist Pandemie-bedingt weiter unklar, ob nach den ersten beiden Spieltagen im Juli Ausländerinnen mitwirken können. Die deutsche Nummer 23 glaubt, dass ihr neues Team gut aufgestellt ist. "Die Regionalliga dürfte eine sehr ausgeglichene Liga sein", meint Sarah Gronert, "wir müssen abwarten, wie die Konkurrenz aufgestellt ist. Ich habe aber das Gefühl, dass das mit unserer Mannschaft passt und wir alle Spaß haben werden." Alexander Wolf

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