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In die Ecke gedrängt: Kai Wetzstein vom SC Monopol Frankfurt vor einem schwierigen Schlag.

Squash-Bundesliga

SC Monopol Frankfurt kassiert einen gehörigen Dämpfer

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Die Endrunden-Ambitionen des Squash-Bundesligisten SC Monopol Frankfurt haben einen gehörigen Dämpfer erhalten.

Aus den beiden Spielen am Wochenende wurden anstatt wie geplant sechs, nur zwei Punkte geholt. Dadurch ist die Chance auf Rang zwei hinter dem souveränen Süd-Spitzenreiter RC Worms auf ein absolutes Minimum gesunken.

Die Hoffnungen auf einen „Dreier“ gegen die Squash Devils Gerlingen waren eigentlich schon beim Eintreffen der Gäste minimal. Die Schwaben kamen mit dem Spanier Bernat Jaume und dem Tschechen Ondrej Vorlícek, die in dieser Saison erstmals eingesetzt wurden.

Doch nicht die beiden Importspieler führten die Entscheidung herbei. Schon das erste Match bereitete den Frankfurtern eine herbe Enttäuschung. Johannes Voit kam nie richtig ins Spiel, er machte auch zu viele Fehler und verlor daher verdient glatt in drei Sätzen. Allerdings war er durch eine Zerrung behindert, die er sich bereits im ersten Durchgang zugezogen hat. Gegen Kevin Schwentner gewann Kai Wetzstein eine Woche zuvor beim Frankfurter Turnier „Scottish Dudel Open“ noch sehr deutlich. Diesmal hatte er Startschwierigkeiten, verlor die beiden ersten Sätze. Erst dann fand der Monopol-Kapitän zu seiner normalen Form, was noch zu einem Fünfsatzsieg führte.

Der junge Engländer Tom Walsh spielte eigentlich gut, doch nicht so präzise, so fest und vor allem nicht so variabel wie der Spanier Jaume. Den Punkt gerettet hat Florian Silbernagl, der im besten Spiel des Tages den Tschechen Vorlícek in fünf Sätzen niederrang. Es war ein starkes Match, beide Akteure waren technisch, läuferisch und taktisch gut drauf, die Zuschauer in der gut gefüllten Squash-Insel kamen voll auf ihre Kosten. Silbernagl lag im fünften Durchgang bereits mit 3:8 zurück, konnte aber dank einer großen Energieleistung noch 11:9 gewinnen.

Wie stark das „teuflische“ Quartett in dieser Besetzung ist, zeigte sich tags drauf, als der haushoher Favorit RC Worms beim 2:2 gegen die Schwaben den ersten Punktverlust erlitt.

SC Monopol – Squash Devils Gerlingen 2:2 (1:2 Punkte). – Tom Walsh/England – Bernat Jaume/Spanien 6:11, 6:11, 8:11, Florian Silbernagl – Ondrej Vorlícek/Tschechien 7:11, 11:7, 11:7, 3:11 11:9, Kai Wetzstein – Kevin Schwentner 7:11, 10:12, 11:9, 11:4, 11:8, Johannes Voit – Johannes Thürauf 8:11, 7:11, 9:11.

Nach Karlsruhe fuhr das Monopol-Team sehr zuversichtlich. Im ersten Saisonspiel war der Bundesliga-Neuling in der Squash-Insel absolut chancenlos. Zwar hatten sich die Badener diesmal an Position zwei mit dem Australier Joseph Peter White verstärkt, doch ansonsten blieb das Team unverändert.

Die Entscheidung über den ersten Saisonsieg der Karlsruher fiel gleich in den ersten beiden Partien. In Frankfurt hatten Johannes Dehmer-Saelz und Kai Wetzstein ihre Widersacher noch beherrscht, diesmal erlitten sie gegen dieselben Spieler Niederlagen. In Karlsruhe gelang es dem jungen Dehmer-Saelz nicht, den schon ziemlich betagten Matthias Heinemann in lange Ballwechsel zu zwingen. Dadurch machten sich auch nicht wie in Frankfurt konditionelle Probleme beim Routinier bemerkbar. Wetzstein gewann gegen den jungen Franzosen Loic Hennard wie in Frankfurt den ersten Satz glatt. Doch während im Hinspiel der Gegner dann schon bald resignierte, konnte er diesmal zulegen und kämpfte sich ins Match hinein. „Er hat einfach alles getroffen, selbst die Schläge mit dem Rahmen waren tödlich. Ich habe mir hingegen viele Chancen erarbeitet, dann den entscheidenden Ball aber zu tief gespielt“, begründete Wetzstein seine Niederlage.

Dann konnte der junge Engländer Walsh gegen Petzold wie erwartet verkürzen. Nun lag alles an Silbernagl. Ein Sieg gegen White in vier Sätzen hätte zu zwei Punkten gereicht, in fünf Sätzen wäre es ein Punkt gewesen, jede Niederlage würde eine Heimreise mit leeren Händen bedeuten. Diese Partie war der Höhepunkt, stand auf einem noch höherem Level als Silbernagls starkes Match vom Vortag. Beide spielten sie schnell, variabel nach vorne wie nach hinten. Überraschend hatte Silbernagl am Ende bessere Kondition als der 21 Jahre junge Australier. Nebenbei hätte er noch den Fair-Play-Preis bekommen müssen: Beim Stand von 8:8 im fünften Satz sprach ihm der Schiedsrichter bereits den Punkt zu, doch der Frankfurter sagte „Let“ (Behinderung) und ließ den Punkt wiederholen. Dann gewann er nicht nur diesen, sondern auch die beiden folgenden zum 11:8.

Karlsruhe – SC Monopol 2:2 (2:1) . – Ben Petzoldt – Tom Walsh/England 2:11, 5:11, 3:11, Joseph Peter White/Australien – Florian Silbernagl 9:11, 11:5, 11:7, 7:11, 8:11, Loic Hennard/Frankreich – Kai Wetzstein 7:11, 11:3, 11:2, 11:6, Matthias Heinemann – Johannes Dehmer-Saelz 11:5, 8:11, 11:7, 11:3.

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