moritz born in australien
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Allein unter Bananenstauden. Moritz Born, Kapitän des SV Elz, bei der Arbeit auf einer australischen Bananen-Plantage während eines Travel-and-Work-Jahres 2015. Da beschlägt sogar die Kamera-Linse.

NNP-Serie: Die Kapitäne

Moritz Born: Zum Bananenpflücken um die halbe Welt

  • Yannick Wenig
    vonYannick Wenig
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Sie genießen den Respekt ihrer Mitspieler und der Trainer, tragen die Binde am Arm mit Stolz und haben etwas zu sagen: die Kapitäne. Im Vereinsdress auf dem Platz kennt man sie als „Leader“ ihrer Mannschaft. Wir wollen wissen, wer der Mensch ist, der in diesem Trikot steckt. Heute präsentieren wir Moritz Born vom Kreisoberligisten SV Elz.

Moritz Born hat mit seinen erst 27 Jahren schon einiges gesehen - vor allem abseits des Fußballplatzes. Nach seinem Abitur, das er 2012 an der Peter-Paul-Cahensly-Schule in Limburg gemacht hat, absolvierte er eine zweieinhalbjährige Ausbildung im elterlichen Versicherungsunternehmen in Eschhofen, in dem er heute als selbstständiger Makler tätig ist.

Doch nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung stürzte sich Moritz Born zunächst einmal in ein echtes „Abenteuer“, wie er heute sagt. „Sieben Monate Work and Travel in Australien, Neuseeland und Asien waren eine wahnsinnig lehrreiche Erfahrung“, sagt der Spielführer des Sportvereins Elz.

Angetan hat es dem 27-Jährigen dabei vor allem die „beeindruckende Landschaft“ in Neuseeland. „Auch das Spektrum an Menschen, die man auf einer solchen Reise kennenlernen darf, ist einfach toll. Ich habe Leute mit unterschiedlichen Nationalitäten und aus verschiedenen Kulturen getroffen“, berichtet er von seinen vielfältigen Erfahrungen. „So habe ich viele gute Freundschaften geschlossen.“

Um Flüge und Transfers zu finanzieren, musste sich der Elzer das nötige Geld dazuverdienen. Hierfür arbeitete er unter anderem etwa drei Monate lang auf einer australischen Bananen-Plantage. Mit einer Machete ausgestattet, half er fleißig bei der Bananen-Ernte. Eine Erfahrung, die ihn bis heute prägt, wie er selbst sagt. „Das war schon anstrengend, ein echter Knochenjob. Natürlich etwas völlig anderes als mein alltäglicher Bürojob in Eschhofen“, so Moritz Born.

Vom TuS Dietkirchen zum SV Elz

2015 kehrte er zurück. Zunächst trug er das Trikot des TuS Dietkirchen. Bei den Schwarz-Roten hatte Moritz Born sämtliche Juniorenklassen durchlaufen. Im Januar 2017 zog es ihn schließlich zu seinem Heimatverein, dem SV Elz. Seit der Spielzeit 2019/20 trägt er sogar die Kapitänsbinde beim SVE. Damals war er vom damaligen Coach Mehmet Dragusha zum Elzer Spielführer ernannt worden, und der neue Trainer, Thomas Seelbach, hat diese Entscheidung übernommen. Für sein Amt zeichne ihn aus, dass er stets ein offenes Ohr für seinen Trainer und auch seine Mitspieler habe. „Ich habe eine starke Persönlichkeit und übernehme gerne die Verantwortung“, fügt Moritz Born an. Besonders wichtig sei ihm aber die Gemeinschaft - auf und abseits des Fußballplatzes. „Der Teamspirit wird bei uns groß geschrieben und steht an erster Stelle“, sagt Moritz Born.

Im Gespräch mit dem 27-Jährigen zeigt sich, dass er ein geselliger Typ ist. Freundlich, gesprächig, humorvoll. Redet er von seinen Hobbys, sprudelt es nur so aus ihm hinaus. „Fußball, Fitness-Studio, Volleyball“, zählt er auf. „Aber: Ballsportarten liegen mir generell“. Auch Tennis habe er früher in Elz aktiv gespielt.

„Die Kumpels müssen dabei sein“

Wichtig ist ihm in seiner Freizeit vor allem: Die „Kumpels“ müssen dabei sein. Mit diesen habe er im Sommer 2020 ein weiteres Hobby für sich entdeckt: Spikeball. Eine Trend-Sportart aus den USA, bei der sich zwei Zweier-Teams um ein rundes, aufgespanntes Netz positionieren und versuchen, einen Ball so auf das Netz zu schlagen, dass die Gegner ihn nicht mehr erreichen können. Es wird zumeist in Parks und auf größeren Wiesen gespielt. „Ein Kumpel hat ein Spikeball-Video auf YouTube gesehen und ein Set gekauft. Wir haben dann auch mal auf dem Elzer Sportplatz gespielt“, erzählt Moritz Born.

Und dann ist da noch die Elzer Kirmes: Seit 2008 wohnt Moritz Born nun in Elz. 2011 gehörte er zu den Kirmesburschen. „Das ist allgemein ein schöner Brauch, bei dem man zusammen mit seinen Freunden ein tolles Fest feiern kann“, sagt Moritz Born. Doch die Kirmes fiel bekanntermaßen 2020 der Pandemie zum Opfer. Umso größer ist die Freude und die Hoffnung auf 2021. „Es wäre natürlich schön, wenn wir 2021 unser zehnjähriges Jubiläum wieder feiern könnten. Das wäre für unseren Jahrgang und auch für alle anderen etwas ganz Besonderes.“ yannick wenig

In unserer nächsten Folge lernen wir einen gestandenen Kreisoberliga-Spieler kennen, der seit 30 Jahren Mitglied in seinem Heimatverein ist.

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