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Moment des Triumphs: Klaus Moser und die Spieler feiern im Jahr 2015 mit dem Aufstieg in die Kreisoberliga Hochtaunus einen der größten Erfolge des FC Mammolshain.

Fußball, Kreisliga A Hochtaunus

Klaus Moser und der FC Mammolshain: Alte Liebe rostet nicht

  • vonRobin Kunze
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Vor drei Jahren verabschiedete sich Klaus Moser überraschend vom FC Mammolshain. Nun kehrt das „Urgestein“ zurück, um gemeinsam mit Peter Hilbert die Fußballabteilung neu aufzubauen.

Es ist nicht übertrieben, wenn man Klaus Moser als Club-Ikone des FC Mammolshain bezeichnet. Knapp vier Jahrzehnte war der gebürtige Frankfurter in wechselnden Funktionen für den Verein tätig, ehe er vor drei Jahren seinen Abschied verkündete. „Damals ist das Ganze hier ein bisschen unglücklich gelaufen“, sagt er über die vorübergehende Trennung, ohne näher auf die einstige Situation einzugehen. Dem Vernehmen nach, waren sich maßgebliche Entscheider im Verein uneinig.

Spannender ist für Moser aber ohnehin das Hier und Jetzt: Gemeinsam mit Peter Hilbert, mit dem er Ende der 70er schon für den FCM auf dem Feld stand, möchte Moser die Fußballabteilung neu aufbauen. Ein großer Umbruch in diesem Sommer macht dies notwendig. Vorgänger Vait Arslanoski beendete nach der verkürzten Corona-Saison sein Engagement beim A-Ligisten, und mit ihm ging eine ganze Reihe an Spielern, die wie der Coach aus Frankfurt stammen.

Dass es sportlich gut lief unter Arslanoski, will Moser gar nicht leugnen. Schließlich erspielte sich das Team mit dem zweiten Platz in der Kreisliga A das Aufstiegsrecht in die Kreisoberliga. Doch dieser Erfolg hatte buchstäblich seinen Preis. „Wir müssen jetzt das Geld etwas zurückschrauben“, betont Moser, „wieder mehr auf Teamarbeit setzen.“ Zwar habe der Club nur eine Fahrtkostenpauschale für die Frankfurter Spieler gezahlt, doch diese habe sich eben summiert.

Nach den vielen Abgängen nahm der Verein das Aufstiegsrecht nicht wahr – eine Besonderheit im Fußballkreis Hochtaunus. Moser und Hilbert hatten sich ein Bild von der Lage gemacht und dann entschieden, dass ein erfolgreicher Neuaufbau in der A-Klasse realistischer zu erreichen ist.

"Luxus" für Trainer in Hornau

Schon im Mai 2015, als der Verein mit Moser in die KOL aufstieg (und 2016 unglücklich wieder abstieg), sprach er in Bezug auf diese Spielklasse von einem „Luxus“. Einen solchen fanden er und Hilbert in den vergangenen Jahren auch im benachbarten Kelkheim vor. Das befreundete Trainer-Duo heuerte vor drei Jahren beim Stadtteilclub TuS Hornau an und fand dort äußerst komfortable Bedingungen vor. „Das Spielermaterial in Hornau war überragend“, schwärmt Moser, „nach recht kurzer Zeit konnten wir dort sogar eine 3. Mannschaft aufmachen.“

In Mammolshain muss er nun nicht nur die „Erste“ neu gestalten, auch die Reserve bedarf für die C-Liga einer Generalüberholung. Der Großteil der Spieler hat sich nämlich ebenfalls in diesem Sommer verabschiedet. Gemeldet hat der FCM dennoch eine 2. Mannschaft. „Der Peter und ich wussten, dass es in Mammolshain eine ganz schwere Geburt werden würde“, sagt Moser. In Hornau hätten die beiden ihre Arbeit fortsetzen und regelmäßig um die Meisterschaft in der A-Klasse spielen können.

Da stellt sich die Frage: Warum die Rückkehr zur alten Wirkungsstätte? „Weil der FC Mammolshain nach meiner Frau die große Liebe meines Lebens ist“, erklärt Moser schmunzelnd. Und eine solche rostet eben nicht. Sie überträgt sich sogar, wie sich in den vergangenen Wochen zeigte.

Moser und Hilbert konnten eine Reihe an früheren Spielern reaktivieren, darunter etwa Torwart Sven Wiemer und Kreativspieler Heiko Ullmann. „Wir haben aktuell 14 oder 15 gute A-Liga-Spieler. Sofern sich niemand verletzt, sollten wir im gesicherten Mittelfeld landen“, schätzt Moser.

Zwei „alte Böcke“ mit Spaß am Fußball

Die Personalplanung ist noch längst nicht abgeschlossen. Moser und Hilbert fahnden nach talentierten Spielern, gerne auch aus dem Jugendbereich. „Wir sind zwei alte Böcke, die aber immer noch Spaß am Fußball haben und gut mit jungen Spielern arbeiten können“, betont der 65-Jährige augenzwinkernd.

Aus Schwanheim, wo Hilbert einst in der Jugend trainierte, konnte man beispielsweise Michael Mende, Marius Weber und Edin Hamzic verpflichten. Stück für Stück entsteht derzeit ein neues Team, in das sich Moser bereits wieder verliebt hat.

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