Ein gutes neues Jahr wünschen die beiden Kumpels vom TuS Dietkirchen: Dennis Leukel (links) und unser „Spieler des Monats Dezember“, Moses Nickmann.
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Ein gutes neues Jahr wünschen die beiden Kumpels vom TuS Dietkirchen: Dennis Leukel (links) und unser „Spieler des Monats Dezember“, Moses Nickmann.

NNP-Serie: Spieler des Monats

Moses Nickmanns Schuss in die Glückseligkeit

Die Nassauische Neue Presse hat sich bei der Wahl zum „Spieler des Monats Dezember“ für Moses Nickmann vom Fußball-Hessenligisten TuS Dietkirchen entschieden.

Es sind die besonderen Momente, die im Leben eines Fußballers haften bleiben. Einen solchen erlebte Moses Nickmann am 11. Dezember mit seinem TuS Dietkirchen. Im letzten Gruppenspiel beim SV Zeilsheim war es für die Reckenforstler um die Qualifikation für die Aufstiegsgrunde der Hessenliga gegangen. Das Spiel stand kurz vor dem Ende „Spitz‘ auf Knopf“. Dann kam der große Moment des Außenverteidigers. Es war die 85. Minute: Balleroberung, Doppelpass mit Kevin Kratz, wieder Doppelpass, diesmal mit Marco Müller, und dann der unnachahmliche Torschuss ins lange Eck - der Schuss ins Glück.

Es gab kein Halten mehr. Nach kurzem Zögern warf sich Moses Nickmann in die schwarz-rote Fan-Jubeltraube, und alle Teamkollegen stürmten dazu - es waren auch für den Chronisten unvergessliche Bilder. „Das war überwältigend“, sagt der 25-Jährige mit einem Schmunzeln: „Es hat sich gelohnt, den Vollspannschuss im Training zu üben. Die Doppelpässe hatten super geklappt, obwohl ich eigentlich gar nicht den Drang hatte, mit nach vorne zu gehen. Als ich den Ball bekommen habe, habe ich nicht viel nachgedacht, sondern einfach abgeschlossen.“

Moses Nickmann ist im Übrigen von einer ganz seltenen Art: Der Defensivakteur spielt sein ganzes Leben lang schon beim TuS Dietkirchen, hat alle Jugendmannschaften durchlaufen und wurde seinerzeit als A-Junior vom damaligen Trainer Florian Dempewolf „hochgezogen“ zu den Senioren. Der Idealfall. Moses Nickmann erklärt: „Im zweiten A-Jugend-Jahr war ich Kapitän und durfte immer mal bei den Senioren aushelfen. Florian Dempewolf hatte mich damals hochgezogen und mir die Chance gegeben, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Nachdem es in der Hinrunde zu einigen Kurzeinsätzen gereicht hatte, habe ich in der Rückserie jedes Spiel von Anfang an machen dürfen. Ich habe damals viel trainiert und einiges für meine körperliche Fitness getan, was sich ausgezahlt hat. Ab diesem Zeitpunkt war ich eigentlich immer Stammkraft. Sowohl unter Flo als auch unter Wörsi (Anm. Red.: Florian Dempewolf und Thorsten Wörsdörfer) habe ich mich stetig weiterentwickelt.“

Vom Mittelfeldspieler zum Außenverteidiger

War der im IT-Bereich tätige Blondschopf in seiner Jugendzeit meist im offensiven rechten Mittelfeld zu Hause, so ist er nun auf der Außenverteidigerposition gelandet. „Mittlerweile ist das auf jeden Fall meine Lieblingsposition. Zwar schieße ich sehr gerne Tore, aber in der Defensive bin ich einfach effektiver. Mir macht es große Freude, Flanken zu schlagen. Und wenn sie verwertet werden, ist es natürlich umso schöner“, meint Nickmann. Auch durch seinen Treffer am letzten Spieltag in Zeilsheim haben sich die Dietkircher den Klassenerhalt schon vor Weihnachten gesichert. „Es ist überragend, jetzt schon den Liga-Erhalt in der Tasche zu haben. Das hätte sicherlich niemand vorher gedacht. Wir können nun befreit aufspielen und müssen uns über den Abstieg keinerlei Sorgen machen.“

Und seine persönlichen Ziele? „Ich möchte mich nochmals weiterentwickeln und den einen oder anderen Assist erzielen. Gegen das Toreschießen werde ich mich aber auch nicht wehren. Oberste Priorität hat aber für mich als Abwehrspieler die Tatsache, erstmal kein Gegentor zu fangen. Mit der Mannschaft würde ich gerne noch mal den Kreispokal gewinnen und eventuelle ein paar ,große‘ Mannschaften auf dem neuen Rasenplatz schlagen. Außerdem will ich bei der Weiterentwicklung der jungen Spieler unterstützen“, sagt der - selbstverständlich in Dietkirchen wohnende - Moses Nickmann.

„Noch-Trainer“, Thorsten Wörsdörfer hält übrigens große Stücke auf seinen Stamm-Außenverteidiger: „Wir haben Moses aus der Jugend bekommen und ihn sofort als willig und engagiert kennengelernt. Er musste noch vieles lernen und hat das auch getan. Besonders lobenswert ist die Tatsache, dass er den absoluten Willen hat, Dinge zu erreichen. Er ist ein herzlicher, lieber und offener Typ, der sich immer Gedanken macht. Zudem ist er bei uns im internen Mannschaftsrat. Es ist kein Geheimnis, dass Moses zu meinen 20 Lieblingen gehört.“

Schöne Wort an Thorsten Wörsdörfer

Doch auch Moses Nickmann hat für den scheidenden Coach schöne Worte parat: „Wörsi ist für mich ein ganz besonderer Mensch. Durch ihn habe ich mich menschlich und fußballerisch weiterentwickelt. Wir haben Höhen und Tiefen zusammen erlebt. Manchmal streiten wir uns auch, aber meist nur, um uns zu pushen. Menschlich ist er einfach ein ganz Großer. Wir beide schätzen das, was wir geleistet haben. Vielen Dank für alles, mein Freund!“

Wenn Moses Nickmann mal nicht auf dem Fußballplatz steht, verbringt er Zeit mit seiner Freundin, betreibt Krafttraining, liest oder befasst sich mit Tieren. Wenn Mitte Januar die Vorbereitung auf die Play-offs startet, steht eines ganz sicher fest: Moses Nickmann ist bereit und wird mit gutem Beispiel vorangehen. Der TuS Dietkirchen darf sich glücklich schätzen, einen Spieler und eine Persönlichkeit dieser Art in seinen Reihen zu haben. PATRICK JAHN

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