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Miljenko Crnjac, seit fast 25 Jahren der "Basketball-Macher" des MTV Kronberg.

Basketball

MTV-Youngster spielen in Kronberg um den deutschen U18-Pokal

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Das hätte sich kein Drehbuchautor besser ausdenken können. Mit einem außergewöhnlichen Sportereignis geht die Basketballsaison für den MTV Kronberg an diesem Wochenende zu Ende. Mit der Ausrichtung des „Final Four“ um den U18-DBB-Vereinspokal endet für den Taunusclub eine Spielzeit, die reich an Höhepunkten gewesen ist.

„Aller guten Dinge sind drei“ können Trainer Miljenko Crnjac und zahlreiche seiner Basketball-Talente aus der Altersklasse U18 des MTV Kronberg mit Fug und Recht behaupten. Zum dritten Mal in Folge haben die Youngster aus dem Taunus die Endrunde der besten vier Jugendmannschaften Deutschlands erreicht, wobei der MTV am Wochenende sogar Ausrichter des „Final Four“ ist.

 In diesem Jahr hat sich der MTV durch den Gewinn der Regionalmeisterschaft in Kornwestheim erneut für das große Finale auf Bundesebene qualifiziert, nachdem man im Vorjahr durch einen grandiosen 95:48-Erfolg gegen Cupverteidiger UBC Münster bei der DM-Endrunde in Münster die Bronzemedaille gewonnen hatte. Noch gut in Erinnerung ist auch der 28. Mai 2017, als die Kronberger Korbjäger um Kapitän Philip Hecker in Göttingen DBB-Pokalsieger der Altersklasse U16 wurden.

Zahlreiche Jungs aus diesem Kader, der für den Verein Geschichte geschrieben hat, sind auch am Wochenende in der Sporthalle der Altkönigschule im MTV-Trikot dabei. Zunächst am Samstag um 16 Uhr, wenn es im Halbfinale gegen die Dresden Titans geht. Um 18.30 Uhr stehen sich die Rhein-Stars Köln und Alba Berlin gegenüber. Die Partie um Platz drei beginnt am Sonntag um 10 Uhr, das Endspiel ist um 12.30 Uhr.

TZ-Mitarbeiter Gerhard Strohmann unterhielt sich vor dem Turnier mit dem kroatischen Chefcoach Miljenko „Milo“ Crnjac, der nach den Sommerferien beim MTV bereits in seine 25. Saison geht.

Zum wievielten Mal steht der Trainer Miljenko Crnjac am Samstag und Sonntag bei einem Final-Four-Turnier als Trainer an der Seitenlinie?

Für mich ist es in meiner Zeit in Kronberg bereits das fünfte Mal. Mit der U20 des MTV hatte ich 1996 und 2006 die Endrunde um die deutsche Meisterschaft erreicht sowie in den letzten beiden Jahren mit der U18. Dazu sind wir 2017 mit der U16 bekanntlich deutscher Pokalsieger geworden. Als ich noch bei Eintracht Frankfurt gearbeitet habe, erreichten wir 1994 ebenfalls das Final Four.

Wie groß sind die Erfolgsaussichten am Wochenende?

Für unseren kleinen Verein, der nicht einmal zu den 100 größten Basketball-Clubs in Deutschland gehört, ist es eine fast schon unglaubliche Leistung, zum zweiten Mal in Folge die Endrunde um den deutschen U18-Pokal erreicht zu haben. Natürlich sind wir gegen die Dresden Titans nur Außenseiter und auch die beiden anderen Halbfinalisten Rhein-Stars Köln und Alba Berlin kommen aus Basketball-Hochburgen, die uns in allen Belangen überlegen sind. Aber mit Unterstützung unserer Fans werden die Jungs alles geben.

Uns allen ist bewusst, dass es eine solch hochkarätige Veranstaltung in Kronberg nicht so schnell oder möglicherweise überhaupt nicht mehr geben wird. Die Zuschauer dürfen sich angesichts der vielen Jugendnationalspieler bei den vier Begegnungen in der AKS-Sporthalle auf jeden Fall auf großen Sport freuen.

Wer waren die größten Talente, die seit 1995 in der „Ära Crnjac“ aus der Kaderschmiede des MTV Kronberg hervorgegangen sind?

In erster Linie alle, die es in die Nachwuchsnationalmannschaften des DBB geschafft haben. Das sind Andreas Hornig, Yannick Schicktanz, Jakob Merz, Frederik Kleemichen, Patrick Taubert, Alex King, Felix Hecker, Lennart Weber, Max Merz, Frederik Fischbach und Luana Rodefeld. Das ist eine beachtliche Zahl, wenn man die Größe und finanziellen Möglichkeiten des MTV berücksichtigt. Gerade im Vergleich zu den hessischen Top-Clubs wie Eintracht Frankfurt, Langen oder Gießen.

Welche Rolle spielt die Altkönigschule für das Basketball-Konzept in Kronberg?

Eine sehr wichtige Rolle. Nicht nur durch die beiden Sporthallen, die wir gemeinsam mit dem Schulsportzentrum nutzen, sondern auch durch die Talentförderung. In der „TAG“ (Talent-Aufbau-Gruppe) und die „TFG“ (Talent-Förder-Gruppe) haben viele unserer späteren Spitzenspieler im Damen- und Herrenbereich ihre Basketballkarriere begonnen. Die zahlreichen Erfolge beim Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ sind nur durch die hervorragende Kooperation von Schule und Verein möglich geworden.

Wie geht es mit den erfolgreichen Jungs der U18 in der nächsten Saison weiter?

Mit Florian Dieterich, Noah Litzbach, Justus Peuser, Philip Hecker, Leon Schicktanz, Benedikt Meyer, Thorben Meißner, Linus Hellwig, Nelson Keil, Leonard Hupe und Paris Tsanikas haben wir in der Regionalliga-Herrenmannschaft eine glänzende Perspektive. Allerdings müssen wir mit Felix Hecker (er ist auf der Suche nach einem Verein in der Pro A oder Pro B), Maxim Stephens (College-Basketball in den USA) und Jugendnationalspieler Justus Peuser (möchte in der NBBL spielen) drei wichtige Leistungsträger ersetzen.

Aber das ist schon seit langem unser Schicksal als „Ausbildungsverein“. Ich bin für die Zukunft dennoch zuversichtlich, da in unseren Nachwuchsmannschaften der U16, U14 und U12 bereits die nächsten vielversprechenden Talente heranwachsen.

Viele Talente benötigen viele Trainer. Gibt es Probleme bei der kompetenten Betreuung der vielen Jugendlichen und der beiden Regionalliga-Teams im Aktivenbereich?

Glücklicherweise nicht. Mit Aiken Marino, Philipp Bardtke, Rainer Bardtke, Rosario Santagati, Steffen Meißner, Florian Dieterich, Thomas Kunz, Uschi Wittlich, Marietta Roth, Victoria Mundelius, Oihana Permisan und mir stehen uns für die neue Saison zwölf Trainer mit Lizenz zur Verfügung. Werfen wir am Ende der Saison einen Blick nach vorn.

Welche Ziele verfolgen die MTV-Basketballer 2019/20?

Auch die wird für uns in allen Bereichen wieder eine große Herausforderung, die wir meistern wollen. Der sechste Platz der Herren in der 1. Regionalliga Südwest war deutlich mehr, als wir selbst erwarten durften. Mit einer erneut stark veränderten Mannschaft kann es für uns gegen die deutlich finanzstärkere Konkurrenz nur um den Klassenerhalt gehen.

Auch die Damen haben in der Regionalliga unter der neuen Trainerin Uschi Wittlich und Co-Trainer Andreas Sturm eine überragende Saison gespielt und wollen diesen Weg weiter beschreiten, wobei wir nach und nach Spielerinnen aus unserem eigenen Nachwuchs integrieren und damit einen Verjüngungsprozess einleiten wollen.

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