+
Gruppenbild mit Damen: Die Münsterer Beachhandballer Beach and da Gang und die Damen Strandgeflüster Minden feierten ausgelassen ihre deutschen Meistertitel.

Handball

Münsterer holen den Titel

  • schließen

Die Beach and da Gang, die sich aus aktuellen und ehemaligen Handballern der TSG Münster zusammensetzt, setzte ihren Aufwärtstrend bei den deutschen Meisterschaften in der Bundeshauptstadt eindrucksvoll fort.

Vor zwei Jahren war die Mannschaft Beach and da Gang Dritter bei den deutschen Meisterschaften geworden, im vergangenen Jahr war es der zweite Platz geworden und nun – sprang für das Team, das im Kern seit zwei Jahren zusammenspielt, der deutsche Meistertitel heraus.

„Wir spielen gerne den Risiko-Pass, wollen nicht auf Sicherheit spielen. Deshalb haben wir bei den Turnieren auch die Zuschauer auf unserer Seite“, erklärt Sebastian Jacobi. Neben ihm gehören die aktuellen Oberliga-Spieler Julian Schuster, Felix Ikenmeyer und Tim Kunz dem Kader an, dazu kommen Marc Kunz, Bastian Schwarz, der erst am Sonntag dazukam, da er mit seinem neuen Verein SG Bruchköbel Testspiele absolvieren musste, Fritz Scheerer, Stefan Mollath, Fabian Frank, Tobias Geske, Timo Hermann und Tobias Engel, der wegen eines Bandscheibenvorfalls als Trainer agierte und bis dahin als Spieler der Mannschaft angehört hatte.

Am Freitag waren die Münsterer nach Berlin gefahren und hatten am Abend ihre Vorrunden-Begegnungen absolviert. Gegen DDD and Friends aus Krefeld gab es einen sicheren Auftaktsieg in zwei Sätzen (22:12, 16:10), gegen BTVGA aus Bartenbach wurde es mit 18:12 und 20:2 noch deutlicher. „Das waren noch nicht die Übergegner“, stellte Sebastian Jacobi fest.

Nicht erbaut war er von dem Modus, den die Verantwortlichen in diesem Jahr angesetzt hatten. Am zweiten Turniertag wurde bei Damen und Herren eine Zwischenrunde ausgespielt, während die Gruppensieger den kompletten Tag spielfrei hatten. Damit war es für die Gruppensieger nicht möglich, in einen Spielrhythmus zu kommen, während sich die Zweitplatzierten weiter einspielen konnten. Gerade bei den Damen hatte dies den Effekt, dass alle erstplatzierten Mannschaften im Viertelfinale die Segel streichen mussten. Auch die Herren waren wenig erbaut von diesem spielfreien Tag. „Wir haben alle herumgedümpelt“, erklärte Jacobi, „das hätte man auch anders lösen können“. Die Veranstalter des DHB argumentierten, dass man für zwei Sechser-Gruppen noch ein Spielfeld und dafür auch Helfer und Offizielle gebraucht hätte, die die Vereine hätten stellen müssen.

So ging es für die Münsterer erst am Finaltag im Viertelfinale gegen die Otternasen weiter, die aus Bartenbach kommen und schon häufiger den Münsterern harte Kämpfe geliefert hatten. „Das war ein echter Krimi“, berichtete Jacobi nach einer spannenden Dreisatz-Partie, in der die Münsterer beim 13:10, 17:20 und 9:8 hauchdünn gewannen und dabei den ersten und einzigen Satzverlust einstecken mussten. Dabei fällt die Entscheidung im dritten Satz in einem Shootout, wobei ein einzelner Spieler alleine auf den Torhüter zugeht und wirft, vergleichbar mit dem Penalty beim Eishockey. „Wer da verschießt, fliegt raus“, erklärte Jacobi, „da haben wir uns gut ins Halbfinale gezittert“.

Dort trafen die Münsterer auf die BHC Sand Devils aus Minden. „Die sind der FC Bayern München im Beachhandball, waren schon sechs Mal deutsche Meister und in Berlin mit Spielern aus der Zweiten und Dritten Liga besetzt. Sie wollten unbedingt wieder den Titel holen“, erklärte Sebastian Jacobi. Doch dagegen hatte er gemeinsam mit seinen Teamkameraden etwas einzuwenden. „Wir haben eine sehr starke Leistung hingelegt und mussten in beiden Sätzen in den ,Sudden-Death’“, erklärte Jacobi. Nach Ende des jeweiligen Satzes stand es unentschieden, so dass der nächste Treffer über den Satzgewinn entschied. Die Münsterer hatten mit 17:16 und 21:20 das bessere Ende in zwei Sätzen für sich. „Im zweiten Satz ging es noch zwei Mal hin und her, bis wir dann doch noch gewonnen hatten“, freute sich Jacobi über die Leistung seiner Mannschaft, „entsprechend sauer und enttäuscht war natürlich unser favorisierter Gegner, während wir schon den zweiten Krimi an diesem Tag für uns entschieden hatten“.

Damit trafen sich die Finalisten des vergangenen Jahres wieder, denn die SG Schurwald hatte sich im ersten Halbfinale gegen die Nordlichter Beachhandball in drei Sätzen durchgesetzt. „Im ersten Satz waren wir noch etwas nervös. Der erste Satz verlief noch etwas holprig, auch wenn wir ihn mit 14:12 gewinnen konnten“, erklärte Jacobi, „aber im zweiten Satz wollten wir mehr. Da hatten wir einen unbedingten Siegeswillen“. Mit 24:17 entschied die Münsterer Beach and da Gang den zweiten Satz recht deutlich für sich und freute sich vor etwa 700 Zuschauern über den ersten deutschen Meistertitel mit dieser Mannschaft. Damit war der Titelgewinn perfekt – doch dabei blieb es nicht: Stefan Mollath wurde als bester Torschütze ebenso ausgezeichnet wie Tobias Geske, der als bester Torhüter des Turniers gewählt wurde.

Danach feierten die Münsterer erst einmal am Beachplatz und überlegten, ob sie bleiben wollten. „Einige mussten aber doch schon am nächsten Tag arbeiten, und wir waren ja mit einem Neun-Mann-Bus gekommen. Drei waren geflogen, Bastian Schwarz kam am Finaltag dazu“, erklärte Sebastian Jacobi, „so haben wir den Abend dort bis 21 Uhr schön ausklingen lassen und sind anschließend nach Hause gefahren“.

Für Jacobi war es „ein tolles Erlebnis, was Zusammenhalt und Teamgeist betrifft. Das ist auch etwas, was wir mitnehmen können, wenn wir jetzt in die zweite Vorbereitungsphase in die Halle gehen“. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass die Münsterer ihre Beachhandball-Saison nun doch noch nicht abschließen. „Eventuell fahren wir gemeinsam mit dem Damenteam von Strandgeflüster Minden vom 25. bis 28. Oktober zum Champions-Cup nach Cantania auf Sizilien“, berichtete Jacobi. Die sportliche Qualifikation dafür haben die Münsterer auf jeden Fall schon einmal.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare