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Ein Bild aus Münsterer Tagen: Konrad Bansa (links) durfte sich nun über den EM-Titel als Beach-Nationaltrainer freuen.

Der Europameister

Münsters Ex-Torwart feiert als Deutscher-Beachhandball-Nationaltrainer einen tollen Erfolg

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Konrad – genannt „Konny“ – Bansa war schon immer eine große Nummer bei den Handballern der TSG Münster. Nun machte sich das langjährige Torwart-Idol mit einem Europameister-Titel noch größer.

Zu seiner aktiven Zeit stand der heute 42-Jährige selbst im Tor der deutschen Beachhandball-Nationalmannschaft und nahm sogar an den World Games – der nicht Olympischen Sportart 2005 in Duisburg – und den Weltmeisterschaften 2006 am Strand von Rio de Janeiro teil. Nun holte Bansa als Trainer der U 18-Nationalmannschaft im montenegrinischen Ulcinj die Beachhandball-EM nach Deutschland und in gewisser Weise auch in den Main-Taunus-Kreis.

Schließlich wurde er schon als E-Jugendlicher bei der TSG Münster groß und trainiert dort aktuell sogar noch die männliche C1-Jugendmannschaft. „Das ist ein wirklich großer Erfolg“, ordnete Stefan Dobhan den internationalen Titel ein. Und der Abteilungsleiter Handball erklärte zudem aus Münsteraner Sicht: „Wir freuen uns auch über die Tatsache, dass sich die U 18-Nationalmannschaft mit der Teilnahme bei unserem TSG-Beachhandball-Turnier über Fronleichnam auf den Sandplätzen im Kelkheimer Freibad vorbereitet hat. So konnten wir auch einen Teil zum Erfolg beitragen.“

In Ulcinj an der Adria bestach Bansas verschworener Haufen dann mit einem unbändigen Siegeswillen und viel Klasse in allen Mannschaftsteilen. In der Vorrunde mussten sich die jungen Deutschen nur dem Sechsten der letztjährigen U17-Weltmeisterschaft in Italien knapp mit 1:2 im Shootout geschlagen geben. Daraufhin traf das Bansa-Team im Viertelfinale auf Russland. Die körperlich starken Russen gewannen zwar den ersten Durchgang mit 19:16. Doch die deutsche Auswahl drehte das Spiel mit dem 18:10 im zweiten Satz und einem knappen Sieg im Shootout. Schon hier war Torhüter Moritz Ebert aus Konstanz der entscheidende Faktor als er den letzten, gegnerischen Versuch abwehrte. Die Spielzeit von zwei Mal zehn Minuten wurde nicht in Halbzeiten, sondern – wie beim Tennis – in Sätze eingeteilt. Bei einem Satzausgleich (1:1) kam es zum Siebenmeter-Shootout um den Gesamtsieg.

Im Halbfinale traf Bansas Auswahl auf die in den vergangenen Jahren alles überragenden Spanier. Doch gegen die Iberer zauberte das deutsche Team mit dem bekannten Übungsleiter die beste Turnierleistung in den Sand. Das Spiel des Bansa-Teams erreichte genau im richtigen Moment das maximale Leistungsvermögen. 2:0 hieß es nach den zweimal zehn Minuten. „Ein Ergebnis, das kaum jemand für möglich gehalten hatte“, stellte Dobhan klar. Im Finale gegen Polen egalisierte die U 18 mit einer phänomenalen zweiten Halbzeit den 0:1-Rückstand und im Shootout trafen die deutschen Werfer eiskalt und hatten zudem mit Schlussmann Ebert den besten Keeper des Turniers zwischen den Pfosten. Gleich drei Shootout-Versuche des Gegners entschärfte der Konstanzer. Junioren-Trainer Konrad Bansa stieg nach dem Titelgewinn erst gar nicht in eine tiefgreifende Analyse ein, sondern genoss genau wie seine Schützlinge die Atmosphäre und den sensationellen EM-Triumph. „Die Stimmung ist so, wie man sich das vorstellt. Überschäumend, fröhlich, aber die Jungs sind auch unglaublich diszipliniert“, meinte der Münsteraner Bansa und verriet damit – bewusst oder unbewusst – auch das Rezept zum Überraschungserfolg.

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