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Bad Vilbels Thorben Knauer (rechts) setzt sich gegen den Eddersheimer Yuta Ohishi durch. So soll es aus Bad Vilbeler Sicht auch am Samstag gegen Hünfeld sein.

Fußball-Hessenliga

Es müssen Punkte her

Immerhin acht der 17 Hessenligaclubs haben es noch nicht geschafft, die 20-Punkte-Marke zu überbieten, und es steht schon der 17. Spieltag an. Zu den acht Vertretern gehören auch der FV Bad Vilbel, die Spvgg. Neu-Isenburg und Türk Gücü Friedberg.

Im Blickpunkt dieses Spieltages steht neben dem Abstiegskampf aber vor allem das Topspiel zwischen Bayern Alzenau (40 Punkte) und dem einen Zähler besseren Tabellenführer FC Gießen. Die Vereine im Abstiegskampf werden aber zunächst einmal die eigene Aufgabe versuchen zu lösen, ehe man sich interessehalber dem Titelrennen widmet.

Der FV Bad Vilbel , inzwischen seit vier Spielen unbesiegt, könnte am Samstag (14.30 Uhr) einen großen Schritt in Richtung entspannte Winterpause machen – und einen weiteren kleinen in Richtung Klassenerhalt. Die Mannschaft von Trainer Amir Mustafic hat mit dem Hünfelder SV nämlich einen direkten Konkurrenten zu Gast, der in der Tabelle genau hinter ihr platziert ist (11./17 Punkte), zwei Zähler zurückliegt, aber auch zwei Spiele weniger ausgetragen hat. Die Osthessen haben drei ihrer letzten vier Partien verloren.

Bad Vilbel hatte zuletzt in einem guten Hessenligaspiel beim Mitaufsteiger FC Eddersheim mit 2:1 gewonnen und dabei vor allem das Siegtor von Nuh Uslu genossen. Der hatte für Außenstehende schon fast als „verlorener Sohn“ gegolten, weil er wegen Arbeit und Urlaub lange gefehlt und dementsprechend viel Trainingsrückstand hatte. Nun ist er seit drei Wochen zurück im Mannschaftskreis und konnte dem Team gleich bei seinem zweiten Kurzeinsatz entscheidend helfen. „Und ich denke, er wird weiter eine ganz wichtige Rolle spielen“, sagt Mustafic, der nach einer deutlichen Aussprache nun auch viel Lob für Uslu parat hat: „Er hat sich zu Herzen genommen, was wir besprochen haben und in ganz kurzer Zeit körperlich viel aufgeholt. Ich bin top zufrieden mit ihm.“

Ein Sonderlob gab es auch für Alexander Bauscher, den Mustafic von der gewohnten Position auf dem Flügel abgezogen und ins Zentrum beordert hatte: „Seine Defensivleistung hat mir besonders gefallen. Dass er Fußball spielen kann weiß ja jeder, aber jetzt hat er gezeigt, dass er auch nach hinten sehr gut arbeiten kann.“ Überhaupt lag Mustafic mit den personellen Änderungen der letzten Wochen richtig: Maximilian Brauburger auf Bauschers Außenbahn ist eine weitere Entdeckung. „Klar, unser Aufschwung wird schon etwas mit den Wechseln zu tun haben“, sagt der Trainer und ist sich darüber im Klaren, dass er nun mit einem „Luxusproblem“ klar kommen muss: „Ich habe so ein bisschen die Qual der Wahl, was für einen Trainer natürlich ideal ist, für die Jungs aber ein bisschen schwierig, die gerade nicht spielen.“

Zu viele Gegentore

Nach nur einem Punkt aus den vergangenen vier Begegnungen und 14 Gegentreffern in den Partien gegen Fulda-Lehnerz und in Hadamar wächst der Druck auf die Spvgg. Neu-Isenburg. Mit 15 Punkten ist die Spielvereinigung – punktgleich mit dem FSC Lohfelden – auf einen möglichen Abstiegsplatz abgerutscht. Am Samstag (14.30 Uhr) beim Tabellensechsten SC Waldgirmes wartet die nächste hohe Hürde auf die Mannschaft von Trainer Peter Hoffmann.

Nach vier Jahren in der Verbandsliga Mitte meldete sich der Hessenmeister von 2009 in der vergangenen Saison mit Platz fünf in der Fünften Liga zurück. In dieser Saison läuft es bei den Mittelhessen noch nicht ganz so rund wie vor einem Jahr. „Allerdings hatte Waldgirmes auch einige Verletzungssorgen“, erklärt Hoffmann.

Auch bei der Spielvereinigung läuft es im zweiten Hessenliga-Jahr nicht rund. „Natürlich hadert der eine oder andere, weil wir schon wieder verloren haben“, sagt Hoffmann. Nach der 0:9-Pleite in Hadamar verkauften sich die „03er“ in der vergangenen Woche gegen Fulda-Lehnerz lange Zeit ordentlich, gingen sogar mit 1:0 in Führung. Am Ende stand mit 1:5 allerdings erneut eine deutliche Niederlage. „Wir haben gegen eine gute Mannschaft lange Zeit ordentlich verteidigt, daran müssen wir anknüpfen. Und es nach vorne besser machen“, meint Hoffmann. „Wir müssen in unserer Situation zumindest einen Punkt holen.“

Ob Angreifer Marc Züge, der zuletzt verletzungsbedingt fehlte, im Kader steht, entscheidet sich kurzfristig. Definitiv fällt Defensivspieler Jörn Kohl mit Adduktorenproblemen weiter aus. Zufrieden zeigte sich Hoffmann mit dem jüngsten Positionswechsel von Julian Cichutek und Kazuki Kamikawa. Cichutek verteidigte hinten links, Kamikawa rückte ins Mittelfeld. „Die Seite war zu. Hätte Julian die Gelbe Karte gesehen, hätten die beiden wieder wechseln können“, lobte Hoffmann.

Große Personalprobleme

Bei Türk Gücü Friedberg hat die vor Wochenfrist erlittene 0:3-Heimniederlage gegen Hessen Kassel Spuren hinterlassen, die den Trainern Mustafa Fil und Gültekin Cagritekin vor dem morgigen Trip nach Nordhessen zum KSV Baunatal (14.30 Uhr) enormes Kopfzerbrechen bereiten. Im Klartext: Vier Spieler, die gegen Kassel zum Einsatz kamen, stehen nicht zur Verfügung. Mittelfeldspieler Lukas Zarges ist gesperrt, dazu fallen der zuletzt bärenstarke Vuk Toskovic (Muskelfaserriss) sowie die Defensivspieler Silvio Penava (Rippenprellung) und Ertugrul Erdogan (Kniebeschwerden) aus. Weil mit Kevin Bassey Effiong, Nino Vranesevic, Sergen Bayraktar und Florian Decise vier weitere Kaderspieler schon länger außer Gefecht sind, pfeift der Aufsteiger personalbezogen quasi aus dem letzten Loch. „Da müssen wir durch. Jetzt können die jüngeren Spieler mal zeigen, was sie drauf haben“, meint Mustafa Fil. Wichtig sei, dass die Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt konkurrenzfähig bleibe: „Deshalb sind bis zur Winterpause sechs Punkte aus den Partien gegen Baunatal, Neu-Isenburg und Ginsheim dringend notwendig. Gegen wen wir die holen, spielt keine Rolle.“

(rst,leo,ub)

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