Eiskunstlauf

Multitalent auf Kufen

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Ausdrucksstark läuft Linnea Weiss in Bad Nauheim zum Hessentitel. Ihr Talent bekam die junge Eiskunstläuferin aus Wehrheim in die Wiege gelegt.

Wenn ein elfjähriges Mädchen Hessens beste Eiskunstläuferin wird, fällt es sportbegeisterten Menschen durchaus schwer, diesen Erfolg richtig einzuordnen. Die Sportart ist immer nur kurzzeitig populär, wenn Ausnahmeläufer wie Aljona Savchenko und Bruno Massot, die Goldmedaillengewinner von Pyeongchang, ein großes Fernsehpublikum verzaubert haben. Aber selbst in die Schlittschuhe schlüpfen und Pirouetten drehen? Übermäßig viele Kinder und Jugendliche tun dies nicht in Hessen, das auch nicht unbedingt als Wintersport-Bundesland daherkommt. Und trotzdem verdient Linnea Weiss allergrößten Respekt. Denn was das Mädchen aus Wehrheim in ihrem Alter auf dem Eis zeigt, hat schon sehr viel mit Savchenko und Co. zu tun. Im Internet lohnt sich ein Ausflug zum Streaming-Portal YouTube. Dort ist eine Kür der Elfjährigen zu bewundern.

Für Linnea fällt indes der Apfel nicht weit vom Stamm – nämlich direkt aufs Eis. Ihre Mutter Jennifer ist die kanadische Profi-Eiskunstläuferin und Choreografin Jennifer Weiss. Früher bereiste sie die Welt und trat an der Seite von Olympiasiegern auf, heute kreieren sie und ihr Mann Daniel mit einer eigenen Produktionsfirma beispielsweise Eröffnungszeremonien für die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften oder den Ball des Sports.

Sportredakteur Daniel Weiss ist vielen als Kommentator des Hessischen Rundfunks und Juror der TV-Show „Stars on Ice“ bekannt. Nicht zuletzt war Weiss als Eiskunstläufer zweimal Deutscher Meister und international durchaus erfolgreich. Angesichts dieser Vita der Eltern wäre es fast als Überraschung zu werten, wenn Tochter Linnea nicht Mama und Papa nacheifern würde.

Doch Eiskunstlaufen ist nicht alles: Dass mehrere Talente in ihr schlummern, bewies das Mädchen vor gut zwei Jahren in der Casting-Show „The Voice Kids“, als sie es im Team von Lena Meyer-Landruth als jüngste Teilnehmerin ins Halbfinale schaffte. Nun also ging für Linn, wie sie gerufen wird, auf dem Eis ein kleiner Traum in Erfüllung.

Als hessische Jugendmeisterin in der Kategorie „Kunstläufer“ überzeugte die Wehrheimerin mit 24,50 Punkten und ließ 17 Konkurrentinnen hinter sich. Vor heimischem Publikum holte sie den Titel. Sie startet für den LSC Bad Nauheim und lief in der Eissporthalle im Colonel-Knight-Stadion ausdrucksstark zur Musik von „AronChupa“. Zugute kam ihr dabei sicher, dass sie gerade Ballett am renommierten Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt erlernt.

„Ich bin so stolz,“ sagte das Mädchen nach dem Wettbewerb. „Ich kann es nicht glauben – endlich Hessische Meisterin! Ich fühle mich ein bisschen wie Aljona Savchenko.“ Die Olympiasiegerin ist nicht erst seit Pyeongchang das große Vorbild von Linnea Weiss.

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