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Trotz der langwierigen Verletzung optimistisch geblieben: Claudia Salman-Rath aus Langendernbach.

Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha

Claudia Salman-Rath: "Muss auf meinen Körper hören"

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Wenn am Freitag die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha eröffnet werden, sitzt eine Weltklasse-Athletin diesmal nur vor dem Fernseher: Claudia Salman-Rath (LG Eintracht Frankfurt) aus Langendernbach.

Dornburg-Langendernbach."Ich werde mir so viel wie möglich im Fernsehen anschauen. Ich liebe die Leichtathletik sowohl aktiv als Athletin als auch als Zuschauerin." Na, ja, ein bisschen Wehmut schwingt schon mit in den Worten von Claudia Salman-Rath, die seit nunmehr zwei Jahren an einer Knieverletzung laboriert, die sie noch immer zur Reha zwingt. An Training oder gar WM-Vorbereitung war bei der Langendernbacherin überhaupt nicht zu denken.

Die Athletin von der LG Eintracht Frankfurt war auf dem Höhepunkt ihres Leistungspotenzials, als ihr linkes Knie - am Sprungbein - nicht mehr mitspielte. Gerade erst hatte sie in ihrer Lieblingsdisziplin, dem Weitsprung, für wahre Höhenflüge gesorgt, hatte ihre Bestleistung zunächst in der Halle auf unglaubliche 6,94 Meter verbessert und später auch unter freiem Himmel mit ihrem 6,86-Meter-Satz in Götzis an der Sieben-Meter-Marke gekratzt. Ihre Bestleistung im Siebenkampf: 6580 Punkte - Weltklasse.

Schweren Herzens hatte sich die 33-Jährige im September 2017 dazu durchgerungen, endlich das lädierte Knie operieren zu lassen. Ein schwerer Knorpelschaden und noch dazu eine verhärtete Schleimhaut hatten keinen Aufschub mehr zugelassen. In den sozialen Netzwerken durfte man an ihrer Genesung teilhaben. Es schien rasch voranzugehen. Claudia Salman-Rath wirkte überaus optimistisch. Erste Belastungstests brachten jedoch den Rückschlag; Das Knie wollte einfach nicht schmerzfrei werden.

Die Saison 2018 musste - wie das Gelenk - auf Eis gelegt werden. Es half alles nichts: Die zweite Operation im März dieses Jahres war unumgänglich. Es musste nachgebessert werden. Seitdem ist die Stabsunteroffizierin der Bundeswehr in der Reha. "Die Ärzte kümmern sich bei meinem Arbeitgeber rührend und intensiv um mich", sagt die Westerwälderin. "Ich muss jetzt einfach Geduld haben und darf nicht wieder zu früh mit der Belastung beginnen." Die lange wettkampf- und trainigsfreie Zeit hat sie sinnvoll genutzt und zwischenzeitlich die Klausurphase als Sozialpädagogin an der Hochschule Rhein-Main absolviert. "Das habe ich nebenher gemacht", sagt sie. "Ich musste diesen Leerlauf nutzen, um anderweitig voranzukommen."

Comeback im Weitsprung?

Ein Comeback will Claudia Salman-Rath auf alle Fälle in Angriff nehmen. Der Siebenkampf wird es aber dann wohl aufgrund der enormen körperlichen Belastungen nicht mehr werden. Aber die 1,75 Meter große Modellathletin hat ja noch zwei andere Asse im Ärmel: Sowohl im Weitsprung als auch im 800-Meter-Lauf - Bestzeit 2:05,54 Minuten - kann Claudia Salman-Rath mit den Besten der Welt mithalten. Doch bei dem Gedanken an die 800 Meter winkt sie schnell ab: "Mit dieser knüppelharten Strecke verbindet mich eine absolute Hassliebe", sagt sie. "Ich kann das, aber ich muss das nicht unbedingt. Bisher wusste ich: Okay, ich muss die 800 Meter dreimal im Jahr in den Siebenkämpfen laufen. Damit kam ich klar. Aber als Einzeldisziplin werde ich diese Strecke ganz sicher nicht laufen." Bleibt noch der Weitsprung. Grundvoraussetzung: ein gesundes Sprungbein. Daran arbeitet Claudia Salman-Rath hartnäckig und lässt sich nicht von ihrem Weg abbringen. "Dieses Mal werde ich auf meinen Körper und natürlich auf die Ärzte hören. Ich muss Geduld haben, alles andere macht keinen Sinn. Und wenn es nicht geht, dann kann ich es nicht ändern."

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