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Der Siegtorschütze für den FSV Friedrichsdorf: Mustafa Koyun erzielt kurz vor Schluss das 2:1.

Fußball Hochtaunus, Gruppenliga Frankfurt

Mustafa Koyun lässt den FSV Friedrichsdorf jubeln

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In der Fußball-Gruppenliga Frankfurt West dominiert der TSV Vatanspor in Königstein das letzte Taunus-Derby des Jahres. Beim 4:1 der Bad Homburger spielt einer wie ein Meister auf.

FSV Friedrichsdorf - Spvgg. 05 Oberrad 2:1 (1:1): Was dem 1. FC-TSG Königstein bereits am 25. August (mit einem 3:1) gelungen war, das schaffte am Samstag auch das Team des grippal angeschlagenen Metin Yildiz - und brachte dem Tabellenführer eine (zweite) Niederlage bei. "Der FSV war die leidenschaftlichere Mannschaft und hat verdient gewonnen", bilanzierte Gästecoach Gültekin Cagritekin im Anschluss an die Partie beim gemeinsamen Bierchen mit Yildiz, der ihm das Kaltgetränk unabhängig vom Spielausgang bereits unter der Woche versprochen hatte.

Der FSV-Trainer bestätigte das Lob seines ehemaligen Mitstreiters zu A-Jugendzeiten beim FSV Frankfurt: "Wenn wir auch neun Mann ersetzen mussten, haben wir eine überragende Einstellung an den Tag gelegt." In einer chancenarmen ersten Hälfte sorgte Tobias Schinnen per Fernschuss für die 05-Führung (23.). Das 0:1 ließ den FSV ungerührt. Nur acht Minuten später glich Deniz Güven mit einem 23-Meter-Geschoss aus. Es blieb beim 1:1 bis zur 83. Minute, als eine verkappte Schussflanke von Mustafa Koyun über Freund und Feind hinweg zum 2:1 ins Oberräder Tor segelte. "Mit einem Bierchen hat's angefangen - mal sehen, wo es später endet", griff Cagritekin dann nochmals das Thema "Kaltgetränk" mit Kollege Yildiz auf.

Tore: 0:1 Schinnen (23.), 1:1 Güven (28.), 2:1 Koyun (83.).

1. FC-TSG Königstein - TSV Vatanspor Bad Homburg 1:4 (0:0):  Der Sonntag war für ihn ein Sahnetag: Alle vier Tore zum hochverdienten Sieg des TSV hatte Sefa Usta erzielt - und damit seinem Namen alle Ehre gemacht. Wer des Türkischen nicht mächtig ist: "Usta" heißt ins Deutsche übersetzt "Meister". Jedenfalls hatten die Königsteiner gestern in Vatans Nummer "9" ihren Meister gefunden.

Schon vor der Pause hätte der Verbandsliga-Absteiger durch Anas El Allaoui (6.), Usta (25.) und Luka Coric (36./45.) vorlegen können. Im zweiten Abschnitt ging's dann ruck, zuck. Nach Doppelpass zwischen Silvio Penava und Fabris Brayan Afou Nga erzielte Usta in der 46. Minute das 0:1. Das 0:2 (51.) besorgte er nach Zusammenspiel von Ömer Hotaman mit Afou Nga, um dann noch zwei Königsteiner zu düpieren. Auch beim 0:3 (68.) tanzte er nach einem Coric-Pass durch des Gegners Abwehr, um seinen Viererpack mit einem Schuss ins Dreieck zu schnüren (72.). Für Königstein reichte es durch Can Gündüz nur noch zum 1:4 (76.) und einen Pfostenkracher (81.).

Tore: 0:1/0:2/0:3/0:4 Usta (46./51./68./72.), 1:4 Gündüz (76.).

TSG Niederrad - SF Friedrichsdorf 3:4 (2:1):  Nichts für Zartbesaitete war der Sieg der Sportfreunde, der bis zum Schluss wackelte. "Drei wichtige Punkte für uns - fertig, aus", freut sich SF-Sportchef Martin Schmidt nun auf die Winterpause. Die erste Hälfte seiner Jungs missfiel ihm zwar ("Niederrad war aggressiver, hat sich mehr gepusht"), umso besser lief es bei den Sportfreunden nach der Pause, als bei Niederrad die Nerven blank zu liegen begannen. Erst sah Trainer Artug Özbakir wegen fortwährenden Meckerns Gelb-Rot (52.), dann auch seine Schützlinge Mohamed Barkammich (rüdes Foul/53.) und Kenny Winter (90. + 4/Meckern).

Onur Götürmen brachte die TSG mit einem von Kai Pulino verschuldeten Handelfmeter in Front (20.). Pulino machte seinen Patzer mit dem 1:1 (45.) auf Vorarbeit von Florian Kister wieder wett, ehe es nach Handspiel von Ali Razai erneut Elfer gab - wieder verwandelte Götürmen (45.+4). Wichtig war für die Gäste, dass Okan Koyun direkt nach Wiederbeginn zum 2:2 (46.) ausglich. Es folgten zwei "Alu-Treffer" (55./Pekgüzelyigit/SF/Latte, 68./Flick /TSG/Pfosten). Ehe Koyuns Solo durch die Abwehr zum 2:3 (71.) und ein Freistoß des eingewechselten Mike Horn (2:4/75.) die Weichen auf Gästesieg stellten. Robert Kohns konnte nach Bilal Hamdaouis Vorarbeit noch auf 3:4 (81.) verkürzen.

Tore: 1:0 Götürmen (20./HE), 1:1 Pulino (45.), 2:1 Götürmen (45.+4/HE), 2:2/2:3 Koyun (46./71.), 2:4 Horn (75.), 3:4 Kohns (81.).

Spvgg. Fechenheim - Usinger TSG 5:3 (2:1):  2:0 - 2:3 - 5:3! Einer Berg-und-Tal-Fahrt glich die Partie, in der die Usinger ab der 36. Minute in Unterzahl waren. Vladislav Fomin hatte wegen nach Foul an Kamil Yikilmaz die Rote Karte erhalten. Dennoch machten die Usinger dann mit einem Mann weniger aus einem 1:2-Rückstand eine 3:2-Führung. Die hielt allerdings nur bis zur 69. Minute.

Der Torefilm: 1:0 Lotz (5.), 2:0 Lyzcarz (25./hatte zuvor bereits die Latte getroffen/7.), 2:1 Kopp (30./Zuspiel Ertugrul Senlikoglu), 2:2 Zrakic (53./per Kopf nach Freistoß Christian Kaus), 2:3 Kopp (63./Pass Kaus), 3:3 Lyzcarz (69./Kopfball), 4:3 Yikilmaz, 5:3 Lars Günther (86./Eigentor).

DJK Bad Homburg - SC Dortelweil 1:3 (1:2):  Mit einem Sieg wären sie bis auf vier Punkte an den Aufstiegsrundenplatz herangekommen – und mit einem weiteren Dreier am 1. März gegen Seckbach hätten sie sich mitten im Getümmel befunden, für das Rang zwei Thema Nummer eins wäre. Und um für die restlichen zwölf Spiele topfit zu sein, hatten sie bereits einen Trainingslager-Trip ins türkische Antalya ins Auge gefasst... Es kam jedoch ganz anders für die DJK Bad Homburg am Freitagabend. Nach dem Motto „Hätte – hätte – Fahrradkette“ führte der SC Dortelweil jegliche Kirdorfer Überlegungen ad absurdum, siegte mit 3:1 (2:1) am Wiesenborn und schraubte den Abstand zur DJK zum Jahresende auf zehn Punkte.

„Die haben verdient gewonnen“, attestierte DJK-Sportchef Goran Skeledzic den Dortelweilern eine reife Leistung. Wenn ihm auch das Kick and Rush des SC „nicht unbedingt gefällt, spielen sie es aber richtig gut; da ist nix dem Zufall überlassen, die steil gespielten Pässe kommen alle an“. Nicht von ungefähr erhielt von ihm mit Dominik Steffen, Leon Günther und Andrei Dogot jenes Trio ein Lob („Die haben einen überragenden Job gemacht“), das an allen drei Toren des Tabellenzweiten beteiligt war.

Dortelweils erster Streich vor 200 Zuschauern datierte aus der 8. Minute. Gerade hatte „Ibo“ El Ouahiani eine dicke DJK-Chance vergeben, blies der SC zum Konter, den Steffen zum 0:1 krönte. Lag dann bereits durch Dogot das 0:2 in der Luft (15.), machte es Steffen wenig später besser, zog nach innen und traf (20.). Fauxpas von Patrick Eiwanger: Er lenkte einen Querpass von Christopher Skoczny ins eigene Tor. Das 1:2 machte der DJK Mut. Skoczny vergab nach der Pause das todsichere 2:2 (56.). Die DJK erhöhte den Druck – und kassierte nach einer Ecke prompt den Fangschuss zum 1:3 (82.) von Günther. Und was wird nun aus dem Trainingslager an der Türkischen Riviera? „Eher nicht“, scheint sich Skeledzic schon festgelegt zu haben.

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