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Nur die Ruhe: Dirk Lodders führt die TSG Oberursel am Samstag als Trainer ins wegweisende Landesligaspiel beim TSV Griedel.

Handball

Trainerwechsel bei der TSG Oberursel: Lodders für Sahin

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Trainerwechsel bei der TSG Oberursel. Die Lösung fürs Männer-Team in der Handball-Landesliga ist eine nahe liegende, der Interims-Coach hat aber nicht direkt zugesagt.

Der Abteilungsvorstand der TSG Oberursel hat die Reißleine gezogen. Ergün Sahin ist nicht mehr Coach des Handball-Landesligisten. Am Dienstagabend leitete stattdessen ein im Verein bestens bekannter Trainer seine erste Einheit für die 1. Männermannschaft: Dirk Lodders. Der 54-Jährige coacht seit Saisonbeginn die A-Jugend der TSGO in der Oberliga Hessen und führte einst die 1. Damenmannschaft aus der Bezirksoberliga bis in die 3. Liga.

Am späten Dienstagabend verkündete der Abteilungsvorstand um Vorsitzende Birgit Michelson und Jugendleiter Jürgen Streicher in einer kurzen Pressemitteilung, dass man sich wegen des „völlig verpatzten Saisonstarts“ mit 0:16 Punkten aus den ersten acht Spielen gezwungen sehe, neue Wege zu gehen. „Unser wichtigstes Ziel ist der Klassenerhalt in der Landesliga mit dem jungen Team. Dieses zu erreichen, hat nun oberste Priorität“, wird Michelson darin zitiert. „Leider hat es die Mannschaft in den vergangenen Wochen nicht geschafft, in den Spielen die Leistung abzurufen, die sie noch in der vielversprechenden Vorbereitungszeit gezeigt hat. Wir mussten handeln, das Team braucht neue Impulse.“

Im März verpflichtet, im November entlassen: Ergün Sahin gelang als Trainer mit der TSGO kein Pflichtspielsieg.

Mit Lodders wurde vereinbart, zunächst für zwei Spiele die Landesliga-Mannschaft zu betreuen. Mit ihm auf der Bank wird der bisherige Co-Trainer Benjamin Weber agieren, der im Sommer als Spieler aufgehört hatte. Seinen Pflichtspieleinstand gibt Lodders am Samstag um 18 Uhr gegen den TSV Griedel in der Sporthalle Butzbach, bevor es am 17. November um 19.30 Uhr in der heimischen EKS-Halle gegen die TG Kastel geht.

Der Grund für diese Befristung ist einfach: Seinen lange geplanten November-Urlaub habe Lodders extra in eine Zeit gelegt, in der die A-Jugend spielfrei sei – die 1. Mannschaft ist es aber nun nicht. In den Urlaub fährt Lodders freilich trotzdem. „Ich denke, so ist es eine vernünftige Lösung“, meint der Interimstrainer, „denn der Vorstand hat nun Zeit, sich nach einem neuen Trainer umzusehen.“ 

„Sportlich professionell“

Lodders räumt ein, dass er Anfang dieser Woche bereits zum zweiten Mal gefragt worden sei, ob er einspringe. Die erste Anfrage habe er noch abgelehnt, weil er sich auf seine Aufgabe als A-Jugend-Trainer konzentrieren wollte, die ihm großen Spaß bereite. Zudem war Lodders einst nicht glücklich über die fehlende Rückendeckung als Damen-Trainer während der Drittligasaison 2016/17. Die handelnden Personen, erläutert er nun, würden sich aber seit Jahrzehnten kennen, sportlich professionell arbeite man seit jeher zusammen. Er habe ja nach seinem Rücktritt, mit dem er damals einer Trennung zuvorgekommen war, weiterhin Jugendmannschaften im Verein trainiert.

Seine Zusage „im zweiten Anlauf“ begründet der Familienvater damit, dass die Jugendarbeit einen wesentlichen Bestandteil der Handball-Konzeption bei der TSGO darstelle. „Dieses Engagement von vielen, vielen Personen darf nicht komplett im Sande verlaufen.“ Die A-Jugend trainiert er weiterhin. 

Sahins Reaktion

Der geschasste Trainer Ergün Sahin zeigt Verständnis für die Entscheidung der TSGO. „Ich kann das nachvollziehen, der Trainer wird am Erfolg gemessen, und den haben wir halt nicht“, sagt der 46-jährige A-Lizenz-Inhaber aus dem mittelhessischen Holzheim. Mit dem Abteilungsvorstand habe er vor dem Spiel gegen die MSG Linden (22:33) zusammengesessen und sei so verblieben, dass man bis zur Partie in Griedel schaue. Den Zeitpunkt der Trennung habe Sahin daher nicht erwartet. Die junge Mannschaft sei trotz der starken Vorbereitung bis dato noch nicht bereit für Landesliga-Handball gewesen, meint Sahin. Er wünsche ihr für die weitere Saison alles Gute.

Lodders sprach nach den ersten Eindrücken im Training ein Lob an seinen Vorgänger aus. Die Mannschaft, in der er die A-Jugend-Spieler Bennet Wienand und Luca Gogolin schon bestens kennt, sei fit und motiviert, er habe keinerlei Zerfallserscheinungen festgestellt. Jetzt gelte es, an den richtigen Stellschrauben zu drehen. „Wir müssen die positive Emotionalität zurückholen“, fordert Lodders, „und das geht am besten über ein Erfolgserlebnis.“

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