Sie treffen am Samstag wieder aufeinander: Jenny Bocklet (links) von der HSG Sindlingen/Zeilsheim und Kristina Lubina von der HSG Goldstein/Schwanheim. OTO: marcel lorenz
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Sie treffen am Samstag wieder aufeinander: Jenny Bocklet (links) von der HSG Sindlingen/Zeilsheim und Kristina Lubina von der HSG Goldstein/Schwanheim. OTO: marcel lorenz

Handball, Landesliga Mitte Damen, Gruppe 2

Nach fast 20 Monaten geht es wieder los

  • Volker Hofbur
    VonVolker Hofbur
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TSG Eddersheim II möchte um den Aufstieg mitspielen

Main-Taunus -Es ist eine Saison mit vielen Unbekannten, die am Wochenende in der Gruppe 2 der Handball-Landesliga Mitte der Damen nach der langen Pause von fast 20 Monaten beginnen wird. Mit der TSG Eddersheim II, die am Sonntag (15.45 Uhr) bei der TSG Oberursel II antritt, der HSG Goldstein und der HSG Sindlingen/Zeilsheim, die am Samstag (18 Uhr) aufeinandertreffen, sind drei heimische Mannschaften in dieser Klasse vertreten. Die Mannschaften haben aber unterschiedliche Zielsetzungen. Während die TSG Eddersheim II nach oben schaut, wollen die HSG Sindlingen/Zeilsheim und die HSG Goldstein/Schwanheim erst einmal schauen, in der Klasse zu bleiben, wobei die Sindlingerinnen überhaupt keinen Druck verspüren.

"Der Aufstieg sollte unser Ziel sein"

Eine Standortbestimmung fällt Daniel Mosbacher, Trainer der TSG Eddersheim II , schwer: "Wir haben die letzten sieben von neun Testspielen gewonnen, aber ich habe nicht einmal mit meiner ersten Sechs spielen oder trainieren können." 20 Wochen dauerte die Vorbereitung, seit Anfang März 2020 gab es kein Punktspiel mehr. Die Eddersheimerinnen sind durchgeimpft, ebenso das Trainerteam. Nach einer guten ersten Vorbereitungsphase war die zweite von einigen fehlenden Spielerinnen geprägt. "Ich glaube, wir sind von unserem Leistungsvermögen zwischen 70 und 80 Prozent. Ich glaube aber, dass die Gegner nicht weiter sein werden." So bestreiten die Eddersheimerinnen ihre fünf Vorrundenspiele bis zum 5. Dezember, dann sind sechs Wochen Pause bis zum 15. Januar. Das Saisonziel ist für Mosbacher klar: "Unter normalen Umständen würde ich sagen, dass wir aufsteigen müssen. Der Aufstieg sollte unser Ziel sein, da wir mit Stella Günther und Judith Büttner zwei starke Kreisläuferinnen dazubekommen haben. Ich habe sieben Rückraumspielerinnen und habe alle weiteren Positionen mindestens doppelt besetzt. Die Leistungen in den Testspielen waren entsprechend," Als eine große Unbekannte sieht er den ersten Gegner TSG Oberursel II. "Die Mannschaft kenne ich nicht. Da muss man sehen, in welcher Besetzung sie antreten werden. Ein gesunder Respekt ist aber immer angebracht", erklärt der Eddersheimer Trainer.

Ohne Druck in

die neue Saison

Jennifer Walter sieht als Rückraumspielerin der HSG Sindlingen/Zeilsheim dem Saisonstart entspannt entgegen. "Es sind alle gesund. Es war eine lange Vorbereitung. Wir haben Ende Juni begonnen und uns behutsam vorbereitet, sind nicht gleich voll eingestiegen", erklärt die erfahrenste Spielerin der Mannschaft, die keine kollektive Pause mehr gemacht hat. "Jeder hat seine Auszeit genommen. So hatten wir eine Phase, wo wir nur mit fünf Leuten im Training waren. Da wir aber viele jüngere Spielerinnen im Kader haben, konnten wir da spezifischer auf sie eingehen. Wenn man wenige Spielerinnen im Training hat, wird es für die anwesenden intensiver. Für sie war es daher richtig gut, da sie so immer wieder hohe Frequenzen hatten. Zudem konnte unser Trainer Stefan Bocklet so auch das Training gut dosieren."

Seit Ende August hatte die HSG Sindlingen/Zeilsheim sechs Testspiele. "Da haben wir gesehen, dass eine Entwicklung zu sehen ist. Wir sind besser besetzt als in dem ersten Jahr in der Landesliga, als die Saison abgebrochen worden war. Wir spielen schon im Gros seit vielen Jahren zusammen und haben einen schönen breiten Kader, in dem wir jetzt alle Positionen doppelt besetzt haben", berichtet Jennifer Walter, "von daher bin ich relativ entspannt, was die Runde betrifft".

Dazu hat die Mannschaft den Vorteil, vorwiegen in der Vereins-eigenen Halle des TV Sindlingen trainieren zu können, so dass man nicht auf andere Hallenbetreiber angewiesen ist. Zum ersten Spiel in Goldstein und zur gesamten Runde sagt die Rückraumspielerin: "Wir können ohne jeden Druck in die Saison gehen. Den brauchen wir uns nicht zu machen."

Müller-Lampertz

ist neuer Trainer

Als Nachfolger von Moritz Adler, der seit dem Sommer die Männer-Mannschaft des Vereins in der Landesliga trainiert, hat Andreas Müller-Lampertz die Damen der HSG Goldstein/Schwanheim im Juni übernommen. Zuletzt hatte er gemeinsam mit seinem Sohn die B-Jugend des Vereins trainiert, ehe viele der Spieler zur TSG Münster gewechselt waren. "Danach haben sie mich im Sommer aus der Rente geholt", scherzt der ehemalige Rückraumspieler, der auch einen guten Start mit der Mannschaft in der ersten Vorbereitungsphase hatte.

"Seit Mitte September war es kontraproduktiv. Da waren einige Spielerinnen verletzt, krank oder sind noch mal in den Urlaub gefahren. So hatte ich manchmal nur fünf Leute im Training", berichtet der Trainer, der seitdem nicht mehr mit der kompletten Besetzung trainieren konnte. Zuletzt erlitten zwei Spielerinnen Gehirnerschütterungen. Torhüterin Emilia Porceddu studiert auswärts und kann vorwiegend nur bei den Spielen dabei sein, Karoline Schreiber ist wegen ihrer Polizei-Ausbildung nicht regelmäßig im Training. Das Gleiche gilt für Kristina Weber, die in der Prüfungs-Vorbereitung steckt. Immerhin gelang es Müller-Lampertz, mit Eva Laus eine Torhüterin zu reaktivieren, um auf dieser Position sicherer aufgestellt zu sein.

Am vergangenen Wochenende hielt der Trainer ein Trainingslager ab, zusätzlich möchte er eine dritte Trainingszeit installieren, damit Spielerinnen, die zu diesen Zeiten verhindert sind, kommen können und die Mannschaft besser zusammenfindet. Zum Spiel am Samstag gegen die HSG Sindlingen/Zeilsheim meint er: "Wir lassen uns mal überraschen, was da kommt. Wir werden von Eric Hacker gepfiffen. Mit dem habe ich ewig lange zusammengespielt. Ich freue mich darauf, ihn wiederzusehen." Volker Hofbur

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