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Der Usinger Handballer Michael Kalte.

Handball, Usinger TSG

Nach 37 Jahren: Kalles letztes Spiel

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Als er seine ersten Erfolge im Handball feierte, hatte noch niemand den schnellen Anwurf im Kopf, der seinen Sport längst revolutioniert hat. Jetzt beendet Michael Kalte seine aktive Laufbahn – und schaut gerne zurück.

Michael Kalte ist ein Handballer durch und durch. Seit 37 Jahren schon spielt er bei der Usinger Turn- und Sportgemeinde, „dabei war mein Vater eigentlich Fußballfan der Bad Homburger Nullfünfer“, erzählt er. Doch der Sohnemann warf viel lieber aufs Tor, als dass er gegen den Ball trat. Er tat das so gerne, dass er eine Zeit lang alles hinter den Handball anstellte – sogar einen Auslandsaufenthalt – und bis zuletzt einen hohen Aufwand betrieb, um in der Usinger Mannschaft mitspielen zu können.

Das Heimspiel gegen die TSG Eddersheim III hatte Michael Kalte schon länger als sein Abschiedsspiel ausgedeutet. Passenderweise gewann es die HSG Anspach/Usingen mit 25:21. Kalte steuerte zwei Tore zum zwölften Saisonsieg bei.

Wer Kalte vor diesem besonderen Spiel in der Buchfinkenhalle erlebte, der merkte schnell, dass er beliebt bei seinen Mitspielern ist. Ein echter Kumpeltyp. Als „alter Mann“ wurde er von einem angesprochen, was natürlich scherzhaft gemeint war, denn Kalte ist erst 47. Für einen Handballer ist das aber eben schon ziemlich alt.

Der gebürtige Usinger erzählt, dass er als Kind viele Sportarten ausprobiert habe. Fußball, Tischtennis, Schwimmen. Dann habe ihn der Pädagoge Manfred Pachl angesprochen, ob er nicht Lust hätte, auch mal zum Handballtraining zu kommen. Damit war „Kalle“, wie ihn seine Teamkollegen und Freunde nennen, in bester Gesellschaft. Denn auch seine Schwester und sein Bruder spielten Handball, aufhören sollten sie allerdings schon deutlich früher als „Kalle“.

Angefangen in der D-Jugend feierte Michael Kalte erst mit der Usinger TSG und später mit der HSG Anspach/Usingen einige Erfolge und hielt seiner Mannschaft stets die Treue. Auch in den Jahren seines BWL-Studiums und nach seinem Umzug nach Frankfurt, wo er immer noch wohnt.

„Das ist hier einfach ein toller Zusammenhalt und ein netter Verein“, begründet Kalte die Tatsache, dass er seit vielen Jahren, Woche für Woche, zum Training nach Usingen und zu den Spielen im Rhein-Main-Gebiet fährt.

USA-Aufenthalt abgesagt

Nach dem Heimsieg am Samstag saß der Kreisläufer mit seinen Mitspielern noch länger zusammen und schwelgte in Erinnerungen. Den dramatischen Aufstiegskampf um die Kreismeisterschaft in der Saison 1990/91 wird er zum Beispiel nicht vergessen. „Damals dachte ich, ohne mich geht das gar nicht“, erinnert sich Kalte. Und weil er ein wichtiger Spieler in der Mannschaft war, ließ er für den Titelkampf kurzerhand einen Schüleraustausch an der Christian-Wirth-Schule sausen. „Meine Eltern haben es gelassen gesehen, denn ich war zu dem Zeitpunkt schon mal in den USA gewesen.“

Auch an die B-Klassen-Meisterschaft 1995/96 sowie an den Aufstieg im Jahr 2000 als Tabellenzweiter in die Bezirksoberliga kann er sich noch sehr gut erinnern. Ebenfalls einen Meistertitel holte Kalte 2002/03 in der B-Klasse als Spielertrainer der 2. Mannschaft.

Hintergrund für das Ende seiner aktiven Karriere nach all den Jahren sind schlichtweg gesundheitliche Gründe. Ganz aufs Abstellgleis werde sich der 47-Jährige aber nicht begeben. Alle zwei Wochen will er noch zum Handballtraining der Alten Herren kommen, vermehrt ins Fitnessstudio gehen, Zeit dem Motorrad- und Radfahren widmen.

Wahrscheinlich läuft Michael Kalte auch am 14. April nochmals in der Buchfinkenhalle auf, wenn seine Mannschaft um 18 Uhr die HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten III empfängt. Das Meisterschaftsspiel war verlegt worden und könnte somit das zweite Abschiedsspiel von Michael Kalte werden.

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