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Aufschlag für den TTC OE Bad Homburg: der ungarische Neuzugang Nandor Ecseki.

Das Sportjahr 2016 im Taunus

Auf dem Weg nach oben

Die Rückschlag-Sportler haben im Hochtaunuskreis für zahlreiche positive Schlagzeilen gesorgt. Der größte Triumph gelang beim Tennis.

Anno 1877 sind auf Initiative von Sir Robert Anstruther im Bad Homburger Kurpark die ersten Filzbälle auf dem europäischem Kontinent geschlagen worden. Auf diesem historischen Boden unweit des berühmten Spielcasinos ist der 1. Herrenmannschaft des Tennisclubs Bad Homburg am 13. August 2016 der sofortige Wiederaufstieg in die Regionalliga Südwest gelungen. Nach dem 5:1-Sieg im Relegationsspiel gegen das Tenniszentrum DJK Sulzbachtal lagen sich die Bad Homburger Spieler um den mehrfachen Hessenmeister Julian Lenz jubelnd in den Armen. Der Regionalliga haben die Kurstädter bereits von 2013 bis 2015 angehört.

In der neuen Saison wird es deshalb eine Premiere geben. Die Tennis-Fans dürfen sich erstmals auf ein Derby zwischen dem TC Bad Homburg und dem Hochtaunus-Rivalen TEVC Kronberg in der dritthöchsten deutschen Spielklasse freuen. Die Runde läuft vom 24. Juni bis 16. Juli.

Als dritte Kraft neben diesen beiden Traditionsclubs mit ihren herrlichen Anlagen in den idyllisch gelegenen Parks hat sich im Taunus der Usinger THC etabliert. Mit dem rührigen Dirk Rabis als Motor sorgte der knapp 500 Mitglieder starke Verein vom Hattsteinweiher am 3. September mit seinem zweiten Charity-Event für einen Höhepunkt, bei dem auch die Lokalmatadore Tim Pütz (Ex-Wimbledon-Teilnehmer) und Mara Guth auf dem Center Court zu sehen waren.

Im Zug des von Angelique Kerber als Nummer eins der Weltrangliste ausgelösten gesteigerten Tennis-Interesses in Deutschland darf man gespannt sein, wohin die sportliche Reise der 13-jährigen Mara Guth führt. Die Ausnahmespielerin aus Merzhausen ist in der deutschen Rangliste in ihrer Altersklasse auf Platz eins zu finden und hat in diesem Jahr nicht nur bei der „TennisEurope“-Serie für Furore gesorgt.

Im Tischtennis ist der TTC OE Bad Homburg nun schon seit einigen Jahren das Maß aller Dinge im Hochtaunuskreis. Aktuell steht die Profimannschaft aus dem Stadtteil Ober-Erlenbach nach der Vorrunde in der 2. Bundesliga mit 9:9 Punkten auf dem 5. Tabellenplatz. Gedanken über eine Zukunft in der Beletage machen sich die Verantwortlichen dennoch.

Durch die Aufstockung der 1. Tischtennis-Bundesliga (TTBL) von neun Mannschaften auf zwölf Teams in der Saison 2017/18 gibt es einen vermehrten Aufstieg. Um den haben sich mit dem TSV Bad Königshofen, dem TTC Jülich und dem Lokalmatador TTC OE Bad Homburg aber nur drei Zweitligisten beworben.

„Mit Timo Boll beim TTC OE Bad Homburg in der 1. Bundesliga aufzuschlagen, das ist mein persönlicher Traum und der vieler Mitglieder in unserem Verein“, hat TTC-Teammanager Johannes Herrmann in einem Fernsehinterview verkündet. Der Weg bis dahin ist allerdings ein steiniger. Die Bereitstellung eines erstligatauglichen Budgets bereitet den Verantwortlichen das größte Kopfzerbrechen.

Um auch konkurrenzfähig zu sein, so Herrmann, müsse der Saisonetat von rund 80 000 Euro verdoppelt werden. „Wir werden langfristig denken und handeln müssen, sowohl was die Verträge mit den Spielern als auch die Finanzen betrifft“, bleibt Herrmann realistisch.

Durchaus realistisch ist auch der nächste Aufstieg der 2. Herrenmannschaft des TTC OE Bad Homburg, die bereits seit dem 22. Februar 2013 ungeschlagen ist und als Herbstmeister der Hessenliga Süd-West den Durchmarsch in die Oberliga Hessen anstrebt. Klares Ziel der Reserve um Mannschaftsführer Björn Hampl: den Klassen-Unterschied zum Bundesliga-Team des TTC so schnell wie es nur irgend geht möglichst gering zu machen, um im Falle eines Erstliga-Aufstiegs mit einem entsprechenden Unterbau gewappnet zu sein.

Für eine unglaubliche Konstanz stehen die Erfolge der SG Anspach im Bereich Badminton. Seit Herbst 1993 und damit in der 24. Saison gehört die 1. Mannschaft aus der Kleeblatt-Stadt ununterbrochen der 1. oder 2. Bundesliga an. Abteilungsleiter-Urgestein Georg Komma hat ein Händchen dafür, talentierte Spieler aus dem Großraum Rhein-Main für ein Engagement im Usinger Land zu bewegen.

Im Februar diesen Jahres musste die SGA zum vierten Mal aus der Eliteliga absteigen. Aktuell liegt das Team um Spielertrainer Daniel Benz in der 2. Bundesliga Süd mit 12 Punkten gleichauf mit der Reserve des deutschen Meisters 1. BC Bischmisheim. Eine Klasse für sich ist an der Spitze Topfavorit SC Fun-Ball Dortelweil, der mit seinen 21 Punkten mit Riesenschritten die Teilnahme an der Aufstiegsrunde anstrebt.

Die gute Bilanz der SGA ist auch das Ergebnis der individuellen Qualität, die es im Kader gibt. Am Jahresende stehen mit der vom TSV Lang-Göns gekommenen Hannah Weitz (im Damen-Doppel) und Daniel Benz (im Herren-Doppel) gleich zwei Anspacher in der Rangliste des Deutschen Badminton-Verbands auf Position eins – vor der gesamten nationalen Konkurrenz aus den Vereinen der 1. Bundesliga.

Auf ein großartiges sportliches Jahr blickt Theresa Wurm zurück: Die 21-jährige Studentin für Betriebswirtschaft und Recht ist im April in Regensburg erstmals deutsche Juniorenmeisterin im Einzel geworden. Mit drei Hessentiteln im Rücken, die sie am ersten Dezember-Wochenende in Neu-Isenburg eingefahren hat, will „Würmchen“, wie sie von ihren Mitspielern genannt wird, auch bei den Deutschen Meisterschaften für Furore sorgen.

Vom 4. bis 7. Februar könnte Theresa Wurm in der Seidensticker-Halle Bielefeld fürs erste Ausrufezeichen der Rückschlagsportler aus dem Taunus im Jahr 2017 sorgen.

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