Frauenfußball

Nach oben orientieren

Frauenfußball bei Kickers Offenbach, längst nicht mehr ungewöhnlich. Die Abteilung wächst stetig, mittlerweile sind auch schon zwei Nachwuchsmannschaften aktiv.

Viel vorgenommen hatte sich Timo Kienle, als der Sportliche Leiter der Frauenfußballerinnen von Eintracht Frankfurt zum Verbandsligisten Kickers Offenbach wechselte. „Ich wollte endlich wieder an der Seitenlinie stehen“, begründet Kienle seinen Schritt. Das wird ihm zunächst allerdings noch einige Zeit schwerfallen: Während des Lehrganges für die Trainer-B-Lizenz zog er sich in der Landessportschule Bad Blankenburg (Thüringen) einen Meniskus- und Kreuzbandriss zu. „Mein Platz ist bei der Mannschaft, ich werde auch auf Krücken dabei sein“, verspricht Kienle, der sich für zwei Jahre beim OFC verpflichtete.

Nachdem er schon mit der TSG Neu-Isenburg in die Hessenliga aufgestiegen ist, hat er auch in Offenbach einiges vor: „Die Mannschaft schloss als Achter ab, damit war sie aber unter Wert platziert.“ Die Sportliche Leiterin Tamara Richter nennt als Grund die Wechsel auf der Kommandobrücke während der Runde: „Es hat mit den Trainern Mario Ulrich und auch Christian Meinecke nicht so richtig gepasst.“

Mit Blick auf die neue Verbandsliga-Saison hält Kienle jedoch den Ball lieber erst einmal flach: „So schnell wie möglich nichts mehr mit dem Klassenerhalt zu tun haben“, lautet seine Zielsetzung. Danach, betont er, „wollen wir uns für die Entwicklung der Mannschaft Zeit nehmen, bevor wir uns in der darauffolgenden Saison nach oben hin orientieren wollen“. Zur Seite stehen ihm als Assistent Uwe Hanf, Lisa Colella als spielenden Co-Trainerin sowie Julia Kohl als Athletik-Trainerin und medizinische Betreuerin.

Kienle traut seinem Kader einiges zu: „Wir haben eine gute Mischung aus jungen und talentierten sowie erfahrenen Fußballerinnen. Zudem haben wir uns noch punktuell und auch in der Breite verstärken können.“ Aus der eigenen Zweiten Mannschaft wurden Tamara Repp und Vanessa Torani in den Verbandsliga-Kader hochgezogen. Aus dem U17-Team von Eintracht Frankfurt kamen Sarah Eyrich und Melissa Veloso da Silva, vom 1. FFC Frankfurt Melanie Mustafic. Zudem wird die Sportanlage am Wiener Ring auch noch für Anita Galovic (SG Bornheim/Grün-Weiß), Senem Cakar (FC Hochstadt) und Johanna Vogel (JSK Rodgau) zur neuen Heimspielstätte. Eva Hempel beendete indes ihre Karriere, während Carina Donderski eine berufsbedingte Pause einlegt. Daneben verließen noch Isabell Levieldt (Studium in Holland) und Katharina Lölkes (Umzug nach Berlin) den OFC.

Ohnehin tut sich etwas im Frauen- und Mädchenfußball der Kickers. Tamara Richter erinnert sich noch gut an ihre Anfänge nach einen Telefonanruf Ende 2011: „Die damalige Teammanagerin Lilja Jazo bat mich, die Frauenmannschaft in der Gruppenliga als Trainerin zu übernehmen. Als ich dann anfing, war nur noch eine Spielerin da. Mit einigen Spielerinnen aus Jügesheim und von Wiking Offenbach haben wir dann aber noch die Kurve gekriegt.“

Anders stellt sich die Situation heute dar. Die Erste Mannschaft hat sich in der Verbandsliga Süd etabliert, die „Zweite“ peilt in der kommenden Runde unter Trainer Marvin Williams den Aufstieg in die Kreisoberliga Frankfurt an. Auch in der Nachwuchsarbeit kann Richter Erfolge vorweisen: Nachdem vor einem Jahr eine U10 ins Leben gerufen wurde, kommt jetzt auch noch eine U12 hinzu. „Wir haben einen regen Zulauf an interessierten Nachwuchsfußballerinnen“, freut sich Richter, „so soll es weitergehen. In ein paar Jahren wollen wir dann auch mit einer U16 an den Start gehen.“

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