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Enttäuscht: Nandor Ecseki (l.) und Harald Andersson verloren mit dem TTC OE Bad Homburg zum dritten Mal in dieser Runde.

Tischtennis, 2. Bundesliga

Nach 9:1 Punkten verliert der TTC OE im „Hexenkessel“ von Celle

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Während einer vierstündigen Busfahrt lassen die Spieler von Tischtennis-Zweitligist TTC OE Bad Homburg die 3:6-Niederlage Revue passieren. Kuschelig war es in der Halle von TuS Celle.

Dominik Scheja spielt gerne in einer solchen Atmosphäre. Wenn das Publikum jedoch den Gegner anfeuert, wird es für die eigene Mannschaft umso schwerer. 167 zahlende Zuschauer sorgten bei Aufsteiger TuS Celle am Sonntagnachmittag deshalb für eine Stimmung wie in einem „Hexenkessel“, weil die Spielstätte in der Altstädter Schule quasi zwischen Klassenräumen liegt. In einer kleinen Turnhalle ohne Tribüne – Scheja schätzt, sie macht etwa ein Drittel der Wingert-Sporthalle in Ober-Erlenbach aus – nehmen die Zuschauer auf Bänken und Stühlen direkt an der Box Platz und somit auch auf die Einzel und Doppel des Zweitliga-Duells zwischen Celle und dem TTC OE Bad Homburg einen Einfluss, der für Profispieler nicht unbedingt alltäglich ist.

Celle profitierte beim 6:3-Sieg, durch den sich der Neuling auf den sechsten Platz verbesserte und der Vizemeister der Vorsaison auf Rang vier abrutschte, von diesem Motivationsschub. Die Atmosphäre war aber nur einer von mehreren Faktoren, weshalb nach fünf Spielen ohne Niederlage die Serie der Ober-Erlenbacher (9:1 Punkte) in der kleinen niedersächsischen Schulturnhalle riss.

Weil Rares Sipos, unangefochtene Nummer eins der Mannschaft, sich auf die Jugend-Weltmeisterschaft in Bendigo (Australien) vorbereitet, rutschte Nandor Ecseki ins vordere Paarkreuz und Dominik Scheja, Kapitän und einziger Amateur im Zweitliga-Kader des TTC OE, spielte auch im Einzel (an vier). Insgesamt bedeutet dies eine Schwächung des Teams, aber noch lange keine Chancenlosigkeit.

„Wir sind ziemlich enttäuscht, dass es nicht geklappt hat“, meinte Scheja, denn nach je einem Sieg im Doppel (Harald Andersson mit Scheja – Hippler/Hohmeier 3:2) und in einem der beiden Einzel des vorderen Paarkreuzes (Andersson – Meissner 3:0) war für den TTC OE noch alles drin. Sein „Knackpunkt-Spiel“, wie Scheja selbstkritisch analysierte, verlor der Ober-Erlenbacher Kapitän gegen U21-Nationalspieler Tobias Hippler dann mit 1:3, ehe Alexander Valuch (3:0 gegen Nils Hohmeier) für die Gäste nochmals zum 3:3 ausglich. Von den anschließenden Einzel-Niederlage Anderssons (0:3 gegen Routinier Fedor Kuzmin), Ecsekis (0:3 gegen Cedric Meissner) und Valuchs (1:3 gegen Hippler) kam die zweite Pleite des Ungarn überraschend.

„Nandor hat momentan nicht seinen Rhythmus. Nachdem er in seinem ersten Einzel eine 2:0-Satzführung aus den Händen gegeben hatte, wurde es bei ihm zur Kopfsache“, sagte Scheja, ohne dem Teamkameraden einen Vorwurf zu machen. Für den TTC-OE-Kapitän wird es in dieser Woche schon wieder ernst. Seine Abschlussprüfung zum Immobilien-Kaufmann steht an. Auf kommenden Samstag (18 Uhr) blickt er ebenso optimistisch: Gegen Titelverteidiger 1. FC Saarbrücken-TT II wird sein Team wieder in einem Hexenkessel spielen. Aber in eigener Halle.

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