Ein Bild wie hier wird es bald nicht mehr geben. Lisa Brennigke (Zweite von rechts) feiert nach dem Spiel gemeinsam mit Linda Brocke, Lilly König und Julia Krämer (von links). foto: marcel lorenz
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Ein Bild wie hier wird es bald nicht mehr geben. Lisa Brennigke (Zweite von rechts) feiert nach dem Spiel gemeinsam mit Linda Brocke, Lilly König und Julia Krämer (von links).

Handball Dritte Liga TSG Eddersheim

Nach zehn Jahren ist Schluss

  • Volker Hofbur
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Torhüterin Lisa Brennigke hört nach dieser Saison bei der TSG Eddersheim auf

Eddersheim -Nach zehn Jahren ist Schluss: Lisa Brennigke, Torhüterin des Handball-Drittligisten TSG Eddersheim, hört nach dieser Saison auf.

Seit zwei Jahren hat es die heute 31 Jahre alte Torhüterin erwischt. Im Januar 2019 erlitt sie im Spiel gegen die TSG Bretzenheim einen Muskelfaserriss, im letzten Saisonspiel 2019 gegen den HC Leipzig riss sie sich das Kreuzband - es ist der zweite Kreuzbandriss in ihrer Laufbahn, nachdem sie sich bereits in ihrer Zeit beim TV Flörsheim die gleiche Verletzung am anderen Bein zugezogen hatte. Lisa Brennigke musste wegen Vernarbungen im Knie sogar ein zweites Mal operiert werden. Sie brauchte dann ein Jahr, um wieder zurückzukommen. In der Vorbereitung vor der aktuellen Spielzeit folgte der nächste Rückschlag. Sie riss sich eine Sehne im Fuß, ist seitdem nicht mehr im Mannschaftstraining. In diesem Monat will sie wieder ins Training einsteigen. Sie wollte nichts überstürzen und eine weitere Verletzung riskieren.

"Da war ein bisschen die Seuche drin. Ich bin die Älteste und muss viel investieren, um wieder fit zu werden", erklärte die Torhüterin, "ich habe genau zehn Jahre gespielt. Irgendwann reicht es dem Körper. Ich muss auf meinen Körper hören. Das bringt mir nichts und der Mannschaft auch nicht. Wofür mache ich das, wenn irgendwann wieder Nackenschläge kommen? So etwas regt zum Nachdenken an. Man wird schließlich nicht jünger".

Auch ihr Trainer Tobias Fischer hat Verständnis für ihre Entscheidung: "Die letzten zwei Jahre waren für sie nicht wirklich toll für sie. Mit Lisa verlieren wir eine hervorragende Torfrau, die uns in den letzten Jahren etliche Punkte geholt hat. Ebenfalls verlieren wir eine loyale und immer erreichbare Kapitänin, die im Kreis des gesamten Eddersheimer Damenteams absolut höchste Anerkennung erhielt."

Dennoch ist für Lisa Brennigke das Engagement für den Handballsport nicht beendet. Seit sieben Jahren arbeitet sie beim Hessischen Handball-Verband und ist für Spielberechtigungen und die Verwaltung zuständig. Zudem ist sie als Torwart-Trainerin für den Auswahlbereich im Stützpunkt des HHV aktiv. "Ob ich das vertiefe, weiß ich noch nicht. Aber Handball wird es ohne mich nicht geben, dafür gehe ich zu gerne in die Halle. Schon mein Papa hat gespielt, so dass ich früh mit dem Handball in Berührung kam", erläutert Lisa Brennigke, "ich spiele schon, seitdem ich vier Jahre alt bin. Früher habe ich noch im Feld gespielt".

In Bierstadt beginnt

sie ihre Karriere

1995 begann sie mit dem Handballspielen beim TV Bierstadt. Dort spielte sie auch im Aktivenbereich. "Der Kalli Fischer kam zu einem Spiel von uns. Er wollte sich eigentlich eine Freundin von mir anschauen, doch muss ich da ganz gut gehalten haben. Zumindest fragte er mich, ob ich nicht auch nach Flörsheim wechseln wollte", erklärte sie, wie es zum Wechsel zum damaligen Oberligisten kam. Drei Jahre blieb sie in Flörsheim, ehe sie ihrem Trainer Tobias Fischer zum Nachbarn TSG Eddersheim folgte und dort eine wichtige Stütze der Mannschaft wurde. "Zehn Jahre sind eine Menge Holz. Ich fühle mich sehr wohl in Eddersheim und habe dem Tobias Fischer und dem Team-Manager Heiko Pingel viel zu verdanken. Es ist schon cool, was sie dort aufgebaut haben", blickt die Torhüterin gerne zurück, "ich hätte nie gedacht, dass ich mal in der Dritten Liga spielen würde. Sie haben mir die Gelegenheit dazu gegeben".

Sie blickt in Eddersheim auf zahlreiche Höhepunkte zurück. "Der Aufstieg in die Dritte Liga ist nicht zu toppen. Das steht für mich über allem. Das entscheidende Spiel in Bensheim werde ich nie vergessen, als dort mehr Eddersheimer Fans in der Halle waren als Bensheimer", denkt sie an den Titelgewinn in der Oberliga 2014 zurück.

Ein weiterer Höhepunkt war der Staffelsieg in der Dritten Liga West im Jahr 2017, an dem Lisa Brennigke auch ihren Anteil als erste Torhüterin des Teams hatte. "Ich denke da vor allem an den Sieg gegen Bayer Leverkusen II - dem ärgsten Verfolger - in unserer komplett voll besetzten Halle. Das war auch ein ganz großes Erlebnis", erinnert sich die Torhüterin, "wir haben uns kontinuierlich in der Dritten Liga gesteigert. Nun sind wir ein Top-Team in der Dritten Liga und haben uns einen Namen gemacht. Das ist für unseren Verein, der über wenig Mittel verfügt, sehr beachtlich".

Die Zukunft ist

noch offen

Für Lisa Brennigke ist der Abschied vom Eddersheimer Drittliga-Team "eine Entscheidung aus der Vernunft heraus". Wie es weitergeht, weiß sie noch nicht. "Ich weiß noch nicht, ob ich irgendwo unterklassig weiterspiele und ob es noch Sinn macht. Mit dem Tobi und dem Heiko werde ich mich noch unterhalten, ob ich um das Eddersheimer Team herum eingebunden werden kann. Wir haben uns dort schon mal ausgetauscht", erklärt Brennigke, "vielleicht fokussiere ich mich auf die Trainersache. Ich muss mal sehen". Sicher scheint nur eins: Lisa Brennigke wird dem Handball verbunden bleiben. Volker Hofbur

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