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So war’s in der Landesliga-Saison 2016/17: Zarko Jankovic wird auch am Samstag im Taunus-Derby für Ober-Eschbach wieder aufs Tor werfen.

Handball, Hochtaunus

Nach zweieinhalb Jahren heißt es am Samstag wieder TSG Ober-Eschbach vs. TSG Oberursel

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Die TSG-Handballer aus dem Vordertaunus duellieren sich im Derby. Auf der Oberurseler Bank coachen dabei zwei Trainer mit Ober-Eschbacher Vergangenheit.

Wie auch immer das mit Spannung erwartete Handball-Derby zwischen der TSG Ober-Eschbach und TSG Oberursel endet, eins steht schon jetzt fest: Es wird gemeinsam gefeiert. Die Ober-Eschbacher Gastgeber haben den Gegner auf ihre „After-Game-Party“ in der Albin-Göhring-Halle eingeladen. Anwurf des ersten Nachbarschaftsduells seit fast zweieinhalb Jahren ist am Samstag um 19.30 Uhr.

Es ist davon auszugehen, dass besonders Klemens Naß und Jürgen Mittag auf der Feier sehr viele bekannte Gesichter wiedersehen werden. Das neue Trainer-Team der TSG Oberursel hat einen langen Ober-Eschbacher Abschnitt in der Handball-Vita stehen. Naß gehörte vor 40 Jahren zum legendären Oberligameister-Team, das im DHB-Pokal den THW Kiel herausforderte. Er war insgesamt 16 Jahre als Spieler und Trainer im Bad Homburger Stadtteil tätig. Mittag hütete jahrelang das Tor der TSG und trainierte zuletzt mit Sergej Pakhourkin Ober-Eschbachs 2. Mannschaft. „Den Kontakt zu Klemens habe ich nie verloren“, erzählt der heute 58-Jährige. Deshalb sei er auch im Sommer zur TSGO gewechselt: Um mit ihm dort zusammenzuarbeiten, wo er als Jugendlicher schon selbst gespielt hatte.

Auch weil einige Akteure sich gut kennen, rechnet Mittag mit einem „positiven, kampfbetonten Spiel“, das zwar natürlich eine gewisse Brisanz habe, bei dem es aber bestimmt freundschaftlich zugehe. Mit einer Prognose tun sich die beiden aber genauso schwer wie Thomas Jäth, der als Sportlicher Leiter bei der TSG Ober-Eschbach wieder in offizieller Funktion ist.

„Für uns wird es schwer, weil wir nicht eingespielt sind, und am Samstag im Derby kann sowieso alles passieren“, sagt Jäth. „Das ist nicht viel anders wie bei Gladbach gegen Köln, Schalke gegen Dortmund oder Union gegen Hertha BSC Berlin“, meint auch Naß.

Es wird sich zeigen, ob es für Oberursel ein Vorteil ist, schon eine Partie absolviert zu haben (Ober-Eschbach war wegen der Kerb spielfrei). Die Partie gegen die HSG Hochheim/Wicker (26:31) ist so enttäuschend verlaufen, dass Klemens Naß die Mannschaft für das Dienstagstraining früher bestellt hatte, um in der Kabine mit den Spielern zu sprechen. „So wie am Wochenende können wir uns nicht mehr darstellen“, sagt der 60-jährige Coach. Er meine damit die Effektivität der Angriffe, aber auch die Vorbereitung der Würfe und nicht zuletzt die Defensivarbeit. „Das Derby“, sagt er mit Überzeugung, „kommt gerade recht für die Wiedergutmachung.“

Naß geht davon aus, dass Giovanni Ilestro (Platzwunde über dem Auge) nicht spielen kann, mehrere Spielern sind erkältet, zudem ist Timo Günther in den Urlaub gefahren. Aus diesem ist Tobias Hentschel zurück, der in der Abwehr für mehr Stabilität sorgen dürfte.

Mit Spannung wird bei Ober-Eschbach die Zusammenstellung und Schlagkraft des Rückraums beäugt, in dem der Norweger Magnus Kongestol die Fäden zieht. Nur mit wem? Irfan Kahrovic kann wegen seiner Schichtarbeit nicht mehr regelmäßig spielen, Neuzugang Sebastian Töpfer (TSG Nordwest Frankfurt) benötigt nach seinem Kreuzbandriss noch Wochen, um wieder fit zu sein. Dafür vermeldete Jäth mit David Kallis vom Ligakonkurrenten HSG Neuenhain/Altenhain einen weiteren Neuzugang, der auf der „Königsposition“ zum Einsatz kommen kann.

Auf der rechten Seite soll es an Qualität jedenfalls nicht mangeln, wo die neuen Linkshänder Yves Heinen (ehemals A-Jugend-Bundesliga) und der Kroate Kristijan Katic (Jäth: „Der könnte auch Oberliga spielen“) Dampf machen. „Im Rückraum wird das Derby entschieden“, meint der frühere Schlussmann Jürgen Mittag, auf der Torhüter-Position seien beide Teams bestens besetzt. Man selbst habe zwischen Dennis Geier, Adi Hadziabdic und Ian Michelson die Qual der Wahl, bei Ober-Eschbach wird außer dem Litauer Andrius Veteras auch Neuzugang Edin Rondic zwischen den Pfosten erwartet.

„Der Bessere soll gewinnen“, meint TSGO-Trainer Klemens Naß vor dem Spiel an alter Wirkungsstätte. Und: „Der Handball im Taunus lebt!“

TSG Ober-Eschbach: Neue Spielausschuss-Spitze mit Jäth und Matuschewski

Im Männerhandball der TSG Ober-Eschbach tut sich etwas. Mit Thomas Jäth ist ein Funktionär zurück, der in Handballkreisen weiterhin über sehr gute Kontakte verfügt. Sein Engagement verknüpft der frühere Manager Jäth, der in den vergangenen Jahren keinen offiziellen Posten im Spielausschuss eingenommen hatte, aber immer noch recht nah am Geschehen dran war, mit einem Wechsel in der Geschäftsführung. Die für die Mannschaft zuständige Unternehmer-Gesellschaft (UG) werde nun von Daniel Matuschewski geleitet, der sich anstelle des beruflich stark eingespannten Martin Leinweber einbringe, erzählt Jäth. „Daniel habe ich zugesagt, zu helfen.“

Jäth habe deshalb die Zusammenstellung des Kaders für diese Saison übernommen. In den vergangenen Jahren sei man deshalb bei der TSG nicht vorangekommen, weil die Mannschaft um Trainer Slobodan Jankovic zwar verändert worden sei, man aber nicht an Qualität hinzugewonnen habe, glaubt Jäth. „Man muss schon einen Schritt mehr tun, wenn man etwas erreichen will. Als langfristiges Ziel sieht der Sportliche Leiter die Rückkehr in die Landesliga an. Das Hochtaunus-Derby am Samstag verpasst er wegen eines lange geplanten Urlaubs.

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