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Bisher 16,5 Punkte im Schnitt: Falcons-Neuzugang Quynne Huggins (rechts) beim Dribbling.

Basketball, 2. Bundesliga

Der nächste Volltreffer aus den USA für die Falcons Bad Homburg

Quynne Huggins ist vielleicht die kompletteste Spielerin, die bisher für die Falcons Bad Homburg in der 2. Liga aufliefDie Falcons Bad Homburg können gegen den TSV Towers Speyer-Schifferstadt (Sonntag, 16.30 Uhr) den zweiten Saisonsieg in der 2. Bundesliga Süd holen. Neuzugang Quynne Huggins ist dabei ein Faustpfand für die Basketballerinnen der HTG.

Bad Homburg.Wenn die Verantwortlichen der Falcons eine Spielerin von einem US-College nach Bad Homburg lotsen, dann gilt das bereits als ein Qualitätssiegel. In der jüngeren Vergangenheit machten die Basketball-Verantwortlichen der HTG beispielsweise sehr gute Erfahrungen mit Alexandra Polishchuk und Stephanie Furr, die sich schnell zu Leistungsträgerinnen entwickelten. Da Letztgenannte vor der aktuellen Saison zurück in die Heimat musste, um ihr Studium zu beenden, wurde ein Kaderplatz frei, den man mit Quynne Huggins füllte. Bereits während der Vorbereitung kristallisierte sich heraus, dass die Bad Homburger mit der 22-Jährigen den nächsten Volltreffer gelandet haben.

Sportlich bringt die 1,80 Meter große und athletische Absolventin der Universität Texas Rio Grande einen vielversprechenden Mix mit nach Deutschland. "Sie hat einen wahnsinnig gefährlichen Wurf, weiß sich aber auch unter dem Korb zu helfen und besitzt zudem über einen sehr, sehr hohen Basketball-IQ. Sie bringt Elemente mit, die wir sehr gut gebrauchen können", fasst Jay Brown zusammen. Was den Trainer freut, ist die Tatsache, dass Huggins auf mehreren Positionen zuverlässig verteidigen kann. Und auf der anderen Seite hat es der Gegner auch schwer.

"Es hat mir immer Spaß gemacht, gegen verschiedene Verteidiger zu spielen", erzählt Huggins aus ihrer bisherigen Laufbahn. Stellte man ihr eine gleichgroße Bewacherin vor die Füße, ging sie in der Regel mit einem schnellen, ersten Schritt an dieser vorbei. "Und wenn ich eine schnelle Verteidigerin vor mir hatte, dann habe ich einfach über sie drüber geworfen", sagt sie am Rande einer Trainingseinheit und schmunzelt.

Dank dieser Vielseitigkeit avancierte Huggins an ihrer Highschool mit 1002 Punkten zur besten Schützin der Schulhistorie. In ihrem finalen Jahr am College erzielte sie durchschnittlich 9,3 Punkte und 3,6 Rebounds. Diese Zahlen konnte sie in ihren beiden bisherigen Spielen der 2. Liga fast verdoppeln: Aktuell liegt sie im Schnitt bei starken 16,5 Punkten und 6,5 Rebounds.

Für die Falcons genauso wichtig wie ihre sportlichen Qualitäten sind Huggins' soziale Kompetenzen. "Bei jungen Amerikanerinnen, die zum ersten Mal nach Europa kommen, stellt sich immer die Frage, wie gut sie damit zurechtkommen", sagt Brown. Bei Huggins sei die Integration reibungslos verlaufen. Befragt man sie zu ihren neuen Mitspielerinnen, gerät der Neuzugang geradezu ins Schwärmen. "Ich bin zwar erst seit ein paar Wochen in Bad Homburg, aber ich bin schon richtig verliebt in die Mädels", sagt sie, "sie waren alle von Anfang an so nett zu mir und haben mich toll aufgenommen." Ihre eher schüchterne, introvertierte Art habe sie bereits nach kürzester Zeit abgelegt, wie Brown verrät.

Nicht zuletzt spielte auch Jay Brown selbst eine große Rolle bei ihrer schnellen Eingewöhnung. "Ich liebe ihn, denn er ist ein wirklich toller Kerl und er weiß, wovon er spricht, wenn es um den Basketball geht. Und meistens brauchen wir gar keine Worte, denn es ist dann so, als könnten wir die Gedanken des anderen lesen", erklärt Huggins über ihren neuen Trainer. Da kommt der eingangs erwähnte hohe Basketball-IQ zum Tragen. Dass sich ihr Coach aber durchaus auch mal Worten der deutlichen und lauten Sorte bedient - wenn sein Team beispielsweise unter den eigenen Möglichkeiten bleibt - hat sie ebenfalls bereits mitbekommen. "Ja, das kann vorkommen", sagt Huggins und setzt dann ihr entwaffnendes Lächeln auf, "aber da habe ich in meiner Laufbahn schon ganz andere erlebt."

ROBIN KUNZE

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