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Es fiel Natalie Pröse nicht gerade einfach, die hessische Hallen-Meisterschaft zu gewinnen. Im Halbfinale konnte die Spielerin des SC 80 Frankfurt nicht überzeugen, und im Endspiel gab sie den zweiten Satz ab. Doch in den Durchgängen eins und drei hatte Pröse das 14-jährige Talent Mara Guth (TC Bad Vilbel) dann doch im Griff.

Tennis

Natalie Pröse vom SC 80 Frankfurt bezwingt Mara Guth

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Bei den Hessischen Hallentennis-Meisterschaften in Offenbach verhinderte die 14-jährige Guth das „Dauerfinale“ zwischen Pröse und Jil Nora Engelmann. Pröse dankt dem Landesverband und sammelt Ranglistenpunkte.

Im Wettbewerb der Damen bei den „Hessischen“ hatte vieles darauf hingedeutet, dass sich Erfahrung durchsetzen würde. Das Viertelfinale erreichten neben sechs Routiniers mit Mara Guth (TC Bad Vilbel) und der früheren Deutschen Jugendmeisterin Kathleen Kanev (SC SAFO Frankfurt) nur zwei Nachwuchsspielerinnen. Die 17-jährige Kanev war dann auch gegen die Vorjahresfinalistin Jil Nora Engelmann (Tennis 65 Eschborn) chancenlos; Guth ließ indes Hannah Nagel (Hochheimer STV) nicht den Hauch einer Chance.

Alle rechneten im Finale mit dem Hessenmeisterschaft-Evergreen Natalie Pröse – Jil Nora Engelmann. Egal ob draußen oder in der Halle, in den vergangenen zwei Jahren standen sie sich im Finale gegenüber. Pröse, die im Winter zum Regionalliga-Aufsteiger SC 80 Frankfurt gewechselt war, behauptete sich im Halbfinale gegen Theresa Piontek (Wiesbadener THC) mit einer für ihre Verhältnisse eher durchwachsenen Leistung (6:4, 7:5).

Im zweiten Halbfinale gewann Engelmann gegen Guth den von vielen Breaks geprägten ersten Satz 6:4. Beide schlugen an der Grundlinie tolle Bälle, alles unter dem Motto „hart, härter, am härtesten“. Ausschlaggebend war der schwächere Aufschlag von Guth, die den Durchgang auch mit einem Doppelfehler beendete.

Doch dann zeigte die erst 14-Jährige vom TC Bad Vilbel, welches Potenzial in ihr steckt. Auch wenn man berücksichtigt, dass sich Engelmann nicht wohl fühlte, war die Vorstellung von Guth in den mit jeweils 6:1 gewonnenen Sätzen eindrucksvoll. „Ich habe schon vor dem Spiel an meine Chance geglaubt. Im Spiel habe ich mich sehr gut bewegt“, erklärte Guth. Dass ihre Spielweise ein wenig stereotyp war, erklärte sie mit der Bedeutung des Matches. „Im Training übt mein Heimtrainer Carlos Tarantino mit mir derzeit variablere Schläge. Aber die probiere ich gegen andere Gegnerinnen aus, nicht gegen eine der stärksten Spielerinnen in Hessen.“

In das Finale gegen Pröse ging die hessische Jugendmeisterin unbekümmert. „Ich habe gegen sie noch nie gespielt. Werde mein bestes geben“, sagte sie vor dem Endspiel gegen die Favoritin, die nun jeweils drei Landestitel in der Halle wie im freien gewann.

Pröse ist bei den „Hessischen“ quasi ein Dauergast. „Ich wohne nur zehn Minuten von hier entfernt, trainiere regelmäßig im Landesleistungszentrum auf der Rosenhöhe und finde es daher normal, mich beim Hessischen Tennis-Verband mit meiner Teilnahme zu bedanken. Außerdem ist es für meine Ranglistenposition gut, diese Meisterschaft zu spielen. Früher bekam man Punkte lediglich für das Besiegen einer Ranglistenspielerin, jetzt auch für jede Runde, die man weiter kommt. Dieser Sieg hilft mir, meine aktuelle DTB-Position, Ranglistenplatz 49, zu verbessern“, führte die 27 Jahre alte BWL-Studentin aus.

Im Finale musste sie schon ihre ganze Routine in die Waagschale werfen musste, um Guth zu besiegen. Im ersten Satz spielte Pröse druckvoll, ging auch öfters ans Netz. Bis 5:4 im zweiten Satz sah alles nach einem Erfolg von Pröse aus. Guth gab aber nicht auf, holte ein verloren geglaubtes Game, schaffte anschließend ein Break und holte sich noch den Satz. Im dritten Durchgang ging der 14-Jährigen doch ein wenig die Kraft aus. Pröse spielte wieder mehr von hinten und druckvoller, am Ende entschied bei ihrem 6:2, 5:7, 6:1-Sieg auch ihr besserer Aufschlag.

„Mein Problemschlag“, weiß Guth. Ab heute spielt sie ein Jugend-Weltranglistenturnier in Nürnberg, danach zwei im Ausland. „Es folgt eine zweimonatige Turnierpause, in der wir intensiv an meinem Aufschlag arbeiten wollen. Carlos will vor allem meine Beinstellung verändern“, sagt Mara Guth, die auf der deutschen Rangliste (136 Damen, 6 Jugend) bis zum Beginn der Mannschaftsspiele einen Sprung nach vorne machen will.

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