+
Mike Dalhuisen (links) verschafft sich gegen den Heilbronner Stürmer Roope Ranta (Mitte) etwas Platz. Am Ende freilich haben der Bad Nauheimer Verteidiger und seine Roten Teufel das Nachsehen.

Eishockey

Bad Nauheim verliert auch gegen Crimmitschau

Zwei Spiele am Wochenende, nur ein Punkt: Gerade der Besuch in Crimmitschau verläuft für Bad Nauheim enttäuschend.

So bleibt dem EC Bad Nauheim dann doch nicht mehr als der Kampf um den Strich zwischen den Plätzen zehn und elf der Deutschen Eishockey-Liga 2. In Crimmitschau unterlagen die Roten Teufel am Sonntag vor 1846 Zuschauern mit 3:6 (0:1, 1:3, 2:2). „Gerade das zweite Drittel war sehr schlecht. Da können wir uns bei unserem Torwart Hendrik Hane bedanken, dass er uns im Spiel gehalten hat. So etwas darf nicht passieren. Und so etwas wird auch nicht mehr passieren. Im Vergleich zu Freitag hat die Mannschaft ihr zweites Gesicht gezeigt“, ärgerte sich EC-Trainer Christof Kreutzer.

Den Unterschied haben einmal mehr die Über- und Unterzahl-Formationen gemacht. Die gastgebenden Eispiraten konnten gleich zwei ihrer ersten drei Powerplay-Möglichkeiten zu Treffen nutzen. Die Hessen wiederum trafen erst, als die Partie längst entschieden war. Knackpunkt: ein Doppelschlag Crimmitschaus zu Beginn des zweiten Abschnitts. Mit zwei Treffern binnen 28 Sekunden konnten die Sachsen eine knappe 1:0-Führung auf einen dann beruhigenden Drei-Tore-Vorsprung ausbauen (22.). Im Schlussabschnitt beraubten sich die Gäste gleich mit zwei aufeinanderfolgenden Hinausstellungen selbst der Möglichkeit einer Aufholjagd und hatten ihre besten Szenen, die zu zwei späten Toren führen, erst, als die Partie schon längst entschieden war. Für Bad Nauheim trafen Marvin Ratmann (zum 1:3/24.), Dustin Sylvester (in Überzahl zum 2:5/57.) und Mike Dalhuisen (zum 3:6-Endstand/59.).

Ein weiterer Wermutstropfen: Für Dennis Reimer war die Partie vorzeitig beendet. Der Stürmer blieb nach der ersten Pause mit einer Armverletzung in der Kabine, in seine Rolle schlüpfte Ratmann. Die Akzente im Sahnpark setzten aber die Eispiraten-Stürmer Vincent Schlenker und Patrick Pohl, die ebenso wie Verteidiger Carl Hudson jeweils drei Scorerpunkte verbuchen konnten.

Es entwickelte sich eine Partie mit viel Kampf und nur ganz wenigen spielerischen Elementen. Nach vorne lief für die Roten Teufel gegen die zweitbeste Abwehrreihe wenig bis gar nichts, und hinten fehlte zu oft das Positionsspiel, was die Hausherren konsequent bestraften. Gleich die erste Überzahl nutzten die Gastgeber zur Führung. Als Crimmitschau zu Beginn des zweiten Durchgangs erhöhte hatte, zeichnete sich der weitere Spielverlauf bereits ab, zumal Bad Nauheim die wenigen guten Möglichkeiten wie bereits zwei Tage zuvor nicht zu nutzen verstand.

Tore: 1:0 (6.) Pohl (Schlenker, Mc Nally – 5-4), 2:0 (22.) Schlenker (Hudson, Pohl), 3:0 (22.) Walsh (Thomas, Talbot), 3:1 (24.) Ratmann (Bires), 4:1 (33.) Schlenker (Schietzold, Hudson – 5-4), 5:1 (48.) Kircher (Hudson, Körner), 5:2 (57.) Dustin Sylvester (Stiefenhofer, Livingston – 5-4), 6:2 (59.) McNally, 6:3 (59.) Dalhuisen (Livingston). – SR: Westrich/Salewski. – Strafen: Crimmitschau 14, Bad Nauheim 14. – Zuschauer: 1846.

Am Torwart verzweifelt

Die Heimniederlage am Freitag hätte nicht sein müssen. Die Gastgeber waren im Spiel Fünf-gegen-fünf die bessere Mannschaft, hatten eine Vielzahl an Chancen der gehobenen Kategorie, zwischenzeitlich einen Zwei-Tore-Vorsprung und gingen am Ende nach dem 3:4 (2:1, 1:1, 0:1/0:1) nach Penaltyschießen gegen die Heilbronner Falken mit nur einem Zähler vom Eis. Ein Spieler der Roten Teufel immerhin wird die Partie sicher ewig in Erinnerung behalten: Garret Pruden. Das 19-jährige Eigengewächs erzielte seinen ersten Treffer in der DEL 2. Zudem trafen James Livingston und Daniel Stiefenhofer für Bad Nauheim.

„Die Mannschaft hat sehr viel investiert, ist aber auch an Marko Pantkowski im Tor der Gäste verzweifelt“, resümierte Trainer Christof Kreutzer. Ihre Schlüsselmomente hatte die Begegnung Mitte des zweiten Abschnitts. Binnen 43 Sekunden kassierte Bad Nauheim – zu diesem Zeitpunkt das Spiel kontrollierend und mit 3:1 in Führung liegend – gleich zwei Hinausstellungen nach Wechselfehlern. In dieser doppelten EC-Unterzahl erzielten die Falken den Anschluss und bekamen Auftrieb.

Es war zugleich der zweite Powerplay-Treffer aus bis dahin drei Überzahlspielen. Zwar trafen auch die Badestädter mit einem Spieler mehr auf dem Eis, doch das reichte eben nicht. Sein Debüt bei den Roten Teufeln gab nach nur einem lockeren Anschwitzen am Morgen Verteidiger Denis Shevyrin. Die vierte Angriffsreihe ergänzte derweil der etatmäßige Abwehrspieler Jannik Woidtke. Shevyrin hatte einen ordentlichen Einstand.

Tore: 1:0 (11.) Livingston (Ketter, Dustin Sylvester), 1:1 (13.) Gibson (Damon, Maschmeyer – 5-4), 2:1 (20.) Stiefenhofer (Dalhuisen, Dustin Sylvester – 5-4), 3:1 (24.) Pruden (Cody Sylvester, Reimer), 3:2 (30.) Kirsch (Ranta, Lavallee – 5-3), 3:3 (42.) Lavallee (Kirsch, Ross) 3:4 Ranta (Penalty). – Strafminuten: Bad Nauheim 12, Heilbronn 12. – SR: Fischer/Steinecke. – Zuschauer: 1925.

(mn)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare