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Martin Schröder streckt sich nach dem Pickleball.

Neue Sportart

Was es mit der neuen Sportart Pickleball beim TV Burgholzhausen auf sich hat

Der TV Burgholzhausen hat ab sofort als erster Verein im Rhein-Main-Gebiet eine scheinbar völlig neue Sportart im Programm: Pickleball. In den USA gibt es sie jedoch schon etwas länger.

Ein kleiner Hund war es, der 1965 in einer Provinzstadt bei Seattle in den USA nach einem aus dem Spielfeld rollenden Ball schnappte. Der Vierbeiner hieß „Pickle“, und der Name der neuen Sportart war gefunden. 54 Jahre später ist der TV Burgholzhausen „auf den Hund gekommen“. Am kommenden Samstag wird der Verein aus dem Friedrichsdorfer Stadtteil sein neues Ballsportangebot in der Vereinsturnhalle (Am Sauerborn 10) offiziell vorstellen. Beginn ist um 11 Uhr, bis gegen 17 Uhr wird der Sport vorgeführt, Zuseher können ihn gleich ausprobieren.

Man muss freilich kein Hundehalter sein, um Pickleball zu betreiben. Es braucht nicht viel an Sportgeräten. Wie beim Tennis, Tischtennis und Badminton sind es Schläger und Bälle, mit denen gespielt wird. Wer die genannten drei anderen Sportarten beherrsche, käme auch beim Pickleball gut zurecht, meint der Initiator Norbert Möhring, der das Spiel mit nach Burgholzhausen zum TV gebracht hat. „Eine halbe Stunde, mehr braucht es nicht an Übung“ verspricht er.

Möhring hat einige Jahre in den USA gelebt. Er pflegt noch freundschaftliche Beziehungen in die Staaten, wo er große Begeisterung für das hierzulande ziemlich unbekannte Spiel vernommen hat. Er dachte sich, dass dieser Sport auch gut zum TVB passen würde. Immerhin hat der Verein für seine rund 900 Mitglieder schon mehr als ein halbes Dutzend Sportarten im Angebot.

Holzschläger für 10 Euro

„Pickleball hat einen großen Spaßfaktor für die ganze Familie, für jung und alt“ schwärmt Möhring. Das Spiel sei leicht erlernbar, die notwendigen Anschaffungen preisgünstig. Die Spielbälle aus Hartplastik bekommt man für 2 Euro, für Anfänger tut es ein Holzschläger, den es schon für 10 Euro zu kaufen gibt.

Pioniere einer im Hochtaunus noch ungespielten Sportart: Die Pickleball-Spieler  Jannis Schröder, Martin Schröder, Silvio Büchner und Nobert Möhring (v. l.) vom TV Burgholzhausen.

Für Fortgeschrittene sollte es dann aber schon ein Graphitschläger sein mit beschichteter Oberfläche. Etwa 40 Euro kostet dieser. Für die „Luxusversion“ legen die Spieler auch schon mal 200 Euro hin, aber nur jene, die Pickleball schon fast profimäßig betreiben. Das ist in Deutschland noch nicht der Fall.

Das Spielfeld hat die Größe eines Badmintonfeldes (13,40 Meter lang, 6,10 Meter breit), das Netz ist 91 Zentimeter hoch. Die Spielregeln sind nicht kompliziert. Wie beim Volleyball erzielen nur der oder die Aufschläger Punkte. Gezählt wird wie beim Tischtennis bis elf. Für einen Satzgewinn ist ein Vorsprung von mindestens zwei Punkten Differenz nötig.

Im Unterschied zum Tennis beginnt der Ballwechsel mit einem Aufschlag „von unten“, der Schläger muss sich dabei unterhalb der Taille des Aufschlagenden befinden. Der Rückschlag ist umso wichtiger beim Pickleball.

„Am meisten Spaß machen das Doppel und das gemischte Doppel“ erzählt Norbert Möhring und fügt schmunzelnd hinzu: „Bei uns hat der Begriff ,Mixed Pickles‘ eine ganz neue Bedeutung bekommen.“ Eigentlich ist damit ja eine pikante Beilage aus Früchten und Gemüse gemeint.

Etwa acht Millionen Spieler verursachten in den vergangenen Jahren einen regelrechten Pickleball-Boom in den USA. Der soll jetzt herüber nach Deutschland schwappen, wenn es nach den TVB-Spielern geht. Im Deutschen Pickleball-Bund, einem eingetragenen Verein mit Sitz in Gelsenkirchen, sind bisher elf Clubs angemeldet.

Wichtig für die neu entstandene deutsche Szene des Rückschlagsports: Der „Bainbridge Cup“, vergleichbar mit dem „Ryder Cup“ beim Golf, bei dem jeweils eine Auswahlmannschaft aus den USA und Europa gegeneinander antreten, findet diesmal im Juli in Essen statt. Norbert Möhring und seine Mitspieler vom TV Burgholzhausen sind am Überlegen, ob sie bei den direkt anschließenden „German Open“ schon starten werden.

Wolfgang Kullmann

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