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Hat den Fußball-Kreisoberligisten FV Neuenhain in der Winterpause verlassen: Thomas Gräf (links).

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Neustart in Neuenhain

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„Ich verlasse das Boot als Letzter.“ Mit diesem Satz entkräftet Ugo Capalbo alle Gerüchte, der Fußball-Kreisoberligist FV Neuenhain sei für die

„Ich verlasse das Boot als Letzter.“ Mit diesem Satz entkräftet Ugo Capalbo alle Gerüchte, der Fußball-Kreisoberligist FV Neuenhain sei für die Rückrunde schon abzuschreiben.

Der Trainer des aktuellen Kreisoberliga-Zehnten FV Neuenhain bezieht offen und klar Stellung zur – anscheinend wieder entspannteren – Lage der Fußballer vom Sauerborn. „Im Dezember fing der ganze Müll an“, erinnert sich Ugo Capalbo. Nach dem Abgang des langjährigen Präsidenten Michael Prager war ein neuer Vorstand gewählt worden, der die finanzielle Lage nicht überschauen konnte. „Da waren viele Sachen unklar“, sagt Capalbo. Er gibt zu, dass er den Abgang seines spielenden Trainerkollegen Thomas Gräf (SG Hoechst) genauso verstehen konnte wie die Abmeldungen etlicher Spieler aus der Ersten Mannschaft. „Seit Ende Januar ist die Lage aber beruhigt. Die Spieler haben ihre Entschädigungen bekommen“, stellt Capalbo klar. Deswegen seien Gräf und Nico Lindner (SG Bad Soden) die einzigen Spieler, die im Winter tatsächlich gegangen sind. „Die Stimmung in der Mannschaft ist wieder gut“, berichtet der Trainer, „wir ziehen die restlichen Spiele gemeinsam durch.“ Zu Akteuren wie Dennis Beckmann oder Sven Peschel pflegt Capalbo ein freundschaftliches Verhältnis. Sie haben bis Juni genauso ihre Zusage gegeben wie der Rest der Mannschaft, berichtet der Trainer. „Ich bin wirklich stolz auf die Jungs. Sie haben Einbußen in Kauf genommen und stehen trotzdem ihren Mann. Anstatt vier, fünf Spieler haben wir jetzt wieder 14, 15 im Training.“ Mit 28 Punkten hat der FV Neuenhain in der Kreisoberliga ein ordentliches Polster zu den Abstiegsplätzen. Ruppertshain belegt mit 20 Zählern den Relegationsplatz 15. Viktoria Kelsterbach hat als 16. sogar erst zwölf Punkte gesammelt.

„Unser Ziel ist es, in der Kürze der Zeit eine adäquate Mannschaft und vor allem einen passablen Fitnesszustand hinzubekommen“, sagt Ugo Capalbo. Erst in der vergangenen Woche nahm die komplette Mannschaft die Wintervorbereitung auf. Am 24. Februar geht es mit dem ersten Punktespiel gegen Türk Hattersheim los. „Leider haben uns alles Testspielgegner wegen der unklaren Lage abgesagt. Wir wissen also, dass wir nicht fit in die Runde gehen können“, bedauert der Coach. Um in die gute Form aus der Hinrunde zu kommen, brauche man wohl noch ein bis zwei Wochen während der Saison. „Dann hoffe ich, dass wir nach den ganzen Querelen nicht die Motivation verlieren, sondern eine Jetzt-erst-recht-Stimmung entwickeln.“ Die ersten Duelle mit Türk Hattersheim, Ruppertshain und BSC Kelsterbach könnten also richtungsweisend sein. Punktet Neuenhain dort ordentlich, hätten Capalbo und die Vereinsverantwortlichen ein paar Sorgen weniger. Der FV-Vorstand um Baba Diallo hätte von März bis Juni Zeit, eine neue Kreisoberliga-Mannschaft für die nächste Spielzeit aufzustellen. Rutschen die Schwarz-Gelben doch noch in den Kampf gegen den Abstieg, könnte das Projekt „Neuaufbau“ kippen. „Ich kann es selbst nicht einschätzen“, gibt Ugo Capalbo zu, „was ich weiß ist, dass ich definitiv bis zum Sommer in Neuenhain bin.“

(awo)

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