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NFL-Star Jakob Johnson als Motivator für Bad Homburgs Football-Jugend

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Von: Thorsten Remsperger

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Jakob Johnson als Jugendtrainer. Der NFL-Star gibt in Deutschland auch Trainingscamps, wie hier in Ludwigsburg.
Jakob Johnson als Jugendtrainer. Der NFL-Star gibt in Deutschland auch Trainingscamps, wie hier in Ludwigsburg. © IMAGO/Pressefoto Baumann

Am Sonntag um 15 Uhr absolviert die U19 der Sentinels ihr erstes Heimspiel in der GFL Juniors. Das Team aus dem Taunus blickt auf eine sehr spezielle Saisonvorbereitung zurück.

Bad Homburg -Markus Laumann konnte es kaum glauben, als er die E-Mail in seinem Postfach öffnete. Jakob Johnson hatte ihm tatsächlich zurückgeschrieben. Direkt und persönlich. Für alle, die Jakob Johnson nicht kennen: Das wäre so, als ob Toni Kroos von Real Madrid oder Kai Havertz vom FC Chelsea einem ihnen völlig unbekannten Jugendfußballtrainer antworten würden.

Johnson ist in hiesigen, immer größer werdenden American-Football-Kreisen eine Berühmtheit. Der 27-jährige Stuttgarter fing vor zwei Jahren für die New England Patriots in der National Football League (NFL) als erster deutscher Spieler einen Offensiv-Pass. Inzwischen spielt er als Fullback für die Las Vegas Raiders.

Diesen Jakob Johnson also wollte Laumann, Coach der U19 der Bad Homburg Sentinels, seinen Nachwuchsspielern vor Beginn deren erster Saison in der Jugend-Bundesliga (GFL Juniors) präsentieren. Ein kurzes Video schwebte Laumann vor, das Johnson einfach schnell selbst mit seinem Handy drehen könnte. 60 Sekunden vom NFL-Star als Motivationsspitze für seine Jungs. Das wär's. Weit gefehlt. Es wurde ein zweistündiger Zoom-Call mit 78 zumeist jugendlichen Teilnehmern daraus. Johnson hatte dieses Format selbst vorgeschlagen.

"Man kann's echt schaffen, wenn man es will"

"Echt toll, wie offen Jakob Johnson von sich erzählt hat", schwärmt Laumann. Der Spieler von den Stuttgart Scorpions hatte am US-College den Sprung noch nicht geschafft, war erst nach seiner Rückkehr nach Deutschland von der NFL gescoutet worden und musste wegen Verletzungen jahrelang warten, bis er in der Offensive seines prominenten Teams - damals mit Quarterback Tom Brady - ein Faktor wurde. "Man kann's echt schaffen, wenn man es will - er ist das beste Beispiel dafür", meint Laumann.

Wenn das mal keine echte Anregung für die Talente aus Bad Homburg und Umgebung war, ihr Hobby noch intensiver zu verfolgen. Ohnehin war die neu zusammengestellte Mannschaft - auch einige Rookies und Verstärkungen von den Frankfurt Pirates sind für die "Wächter" im Einsatz - in der Saisonvorbereitung schon gut bei der Sache. Weitere Vollprofis unterstützten sie sogar tatkräftig: Die Frankfurt Galaxy, Titelverteidiger in der European League of Football (ELF), wirkte in einem Trainingslager der U19 in Mittelhessen mit.

Besuch von der Galaxy im Trainingslager

"Eigentlich wollten wir sie ja besuchen, aber die Galaxy möchte etwas für die Jugend tun und sagte: ,Ach, da kommen wir gerade bei euch vorbei'", war Laumann schon wieder aus dem Häuschen. Denn Tipps gab's unter anderem von Quarterback Jakeb Sullivan und Linebacker Sebastian Gomez.

So überraschend kam der gelungene Saisonstart der Sentinels deshalb dann nicht. Bei den Saarland Hurricanes steckte das Team in Saarbrücken einen Pausenrückstand weg und setzte sich, auch dank zweier Touchdowns des Königsteiners Finn Kohlenbach, noch mit 22:8 durch. Man darf gespannt sein, wie die Heimspielpremiere gegen den Gruppenfavoriten verläuft. Am Sonntag um 15 Uhr gastiert der Nachwuchs der Wiesbaden Phantoms im Sportzentrum Nord-West. Das "Vorspiel" bestreitet die Regionalliga-U-16 der Sentinels gegen die Saarland Hurricanes ab 12 Uhr.

"Unser Ziel ist es, den etablierten Mannschaften das Leben schwer zu machen und den ein oder anderen mit einem Sieg zu ärgern", sagt Laumann. Über allem stehe aber der Spaß am Football. Ursprünglich war die Bewerbung für die GFL Juniors vom Verband nicht gleich positiv beschieden worden. Der Club musste nachhaken, lange auf die Zusage warten. Mittlerweile dürften die Football-Vorderen nach mehreren Rückzügen froh sein, dass Bad Homburg mitspielt. Aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland waren nur noch vier U19-Teams übriggeblieben, bevor die Runde überhaupt begonnen hatte. Eine Saisonvorbereitung mit Jakob Johnson und Frankfurt Galaxy können wohl die wenigsten vorweisen.

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