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„Nicht die Köpfe hängenlassen“

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Von: Roland Stipp

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Abstiegskampf sieht eigentlich anders aus: Die Spvgg. Oberrad war im Kellerduell gegen den OSC Vellmar im Grunde schon nach sieben Minuten besiegt, kam dann auch nicht mehr auf die Beine und musste sich mit 0:3 (0:2) geschlagen geben.

Vellmar trat zum dritten Mal in Folge gegen einen direkten Konkurrenten aus dem Tabellenkeller der Fußball-Hessenliga an, zum zweiten Mal holte das Team von Trainer Mario Deppe dabei drei Punkte. Was man aber keineswegs zum Anlass nehmen werde, sich nun zurückzulehnen, wie der Coach klarstellte: „Der Abstiegskampf ist alles andere als erledigt.“ Oberrads Trainer Mustafa Fil nahm diesen Hinweis gerne auf. „Das war zwar erst einmal ein richtungsweisendes Spiel, wir dürfen jetzt aber nicht die Köpfe hängenlassen und uns aufgeben. Wir müssen versuchen, bis zur Winterpause noch so viele Punkte wie möglich zu holen, um nicht ganz den Anschluss zu verlieren“, sagte er.

Wie die Niederlage der Frankfurter zustande kam, ärgerte Fil besonders. Ausgerechnet nach den ersten beiden sogenannten Standardsituationen für die Nordhessen war die Messe praktisch schon gesungen. „Das haben wir ausgiebig trainiert und dann doch alles falsch gemacht“, haderte Fil. Erst brachte Enes Glogic eine Ecke herein und Marius Ehlert konnte im Fünfmeterraum ungehindert einnicken, wobei auch Schlussmann Julian Bibleka auf der Linie „klebte“ (6.). Dann flankte Jonas Springer nach einem zunächst abgewehrten Freistoß noch einmal auf den langen Pfosten, Christian Wollenhaupt konnte dann ohne Behinderung durch den in der Beobachterrolle verharrenden Außenverteidiger Todi Vasilev mit der Innenseite zum 2:0 einschieben (7.). Dass Vellmars Kapitän das technisch einwandfrei per Direktabnahme aus der Luft erledigte, soll natürlich nicht unerwähnt belieben. „Wir wollten bei solchen Situationen nicht mehr Raumdeckung spielen, sondern Manndeckung, aber davon war nichts zu sehen“, räumte Fil ein.

Oberrad hatte in der Folgezeit durchaus seine Chancen, die fehlende Überzeugung konnte man bei vielen Spielern aber schon an der Körpersprache erkennen. Daniel Wolf scheiterte nach einer scharfen Hereingabe von Ertugrul Erdogan kläglich an Vellmars Keeper Hannes Peschutter (19.), der auch gegen den schwachen Abschluss von Feta Suljic (26.) und den zu dicht auf ihn auflaufenden Erdogan (27.) kaum Mühe hatte.

Suljic musste dann früh für Aljoscha Atzberger Platz machen und in der Pause korrigierte Fil weiter, brachte Oliver Drexel für Wolf, schob Vasilev weiter nach vorne und Jongin Park auf die linke Seite, doch all das nutzte nicht viel. Immerhin ergab sich noch die Chance zum Anschlusstreffer, doch Semih Aydilek scheiterte mit einem Foulelfmeter an Peschutter, den Ehlert gegen Erdogan verschuldet hatte (49.). Auf der Gegenseite legte Erdogan Glogic im Strafraum und Enis Salkovic machte vom Punkt aus alles klar (66.). Am Ende hätten Salkovic (68.) und der eingewechselte Roger Garcia Hortigosa (79./81.) die Sache noch deutlicher gestalten können, doch Bibleka hielt nach der Pause fehlerlos.

„Keine Ahnung, wie das Spiel ausgeht, wenn der Elfmeter reingeht. Um etwas zu holen, hätten wir unsere wenigen Chancen jedenfalls nutzen müssen. Das hat nicht geklappt und so hatten wir nur wenig Zugriff auf das Geschehen“, fasste Fil zusammen. Mario Deppe war natürlich besser gelaunt. „Die Mannschaft hat den Abstiegskampf angenommen und einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gemacht“, lobte Deppe, der sich ansonsten nicht zum Spiel äußern wollte: „Für uns waren nur die Punkte wichtig, sonst nichts.“

(rst)

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