+
Ein Teamplayer: Niklas Halle (vorne, ganz links) mit seinen Jungs vom TuS Waldernbach.

Fußball: Spieler des Monats im NNP-Land

Bei Niklas Halle hat Fair Play Vorfahrt

Die Nassauische Neue Presse hat sich bei der Wahl für den "Spieler des Monats Oktober" für Niklas Halle vom TuS Waldernbach entschieden. Er korrigierte eine Schiedsrichter-Entscheidung zu seinen Ungunsten.

In Zeiten, in denen Fair Play nahezu ein Fremdwort ist, hat Niklas Halle im Spiel der Fußball-Kreisoberliga Limburg-Weilburg am 27. Oktober ein Zeichen in die richtige Richtung gesetzt. Auch wenn es eigentlich immer so sein sollte: Eine Selbstverständlichkeit ist das, was der 25-Jährige getan hat, leider schon lange nicht mehr. Zwischen dem TuS Waldernbach und dem TuS Dietkirchen 2 läuft die 89. Spielminute, es steht 2:1 für die Gastgeber. Die Dietkircher Hessenliga-Reserve ist im Angriff, der Ball geht ins Toraus. Schiedsrichter Michael Zindel entscheidet auf Abstoß. Auf Nachfrage gibt Niklas Halle letztlich zu, als Letzter am Ball gewesen zu sein. Die folgende Ecke bringt dem TuS Dietkirchen 2 tatsächlich das 2:2 - bitter für Niklas Halle und den TuS Waldernbach, doch das Spiel ist noch nicht zu Ende. Auf die Frage, was ihn dazu bewegt hat, die Entscheidung zu seinen Ungunsten zu korrigieren, meint Niklas Halle: "Einfach Fairness. Ich finde, sofern man einen klaren Kopf hat und sich der Gegner ebenso fair auf dem Platz gibt, sollte man versuchen, so gerecht wie möglich zu sein. Ganz davon abgesehen, habe ich als Jugendtrainer auch eine gewisse Vorbildfunktion, wenn meine Jungs am Spielfeldrand zuschauen." Als der Ball aber zum 2:2 im Netz gelegen hatte, kamen natürlich Zweifel auf: "Ich war absolut frustriert und habe mich kurz gefragt, ob ich wirklich das Richtige gemacht habe. Aber letztlich ist das Tor ja nicht gefallen, weil ich den Eckball zugegeben habe, sondern weil wir einfach nicht gut verteidigt haben. Außerdem kamen von meinen Mitspielern keinerlei Vorwürfe - wir haben uns einfach nur über das Tor geärgert."

Was dann aber passiert ist, könnten Abergläubische schon auf höhere Mächte zurückführen. In den verbleibenden zwei Minuten hat der TuS Waldernbach die Partie tatsächlich noch mit 3:2 gewonnen. "Ich glaube, am Ende bekommt man irgendwie alles wieder zurück, und vielleicht war in dem Moment der Fußballgott wirklich auf unserer Seite", sagt Niklas Halle, der aber auch auf die Stärken der eigenen Mannschaft vertraut: "Wir haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass bis zur letzten Sekunde mit uns zu rechnen ist. Ich war nach dem 2:2 noch guter Dinge, dass wir das Spiel trotzdem gewinnen würden."

Auf seine persönlichen Ziele angesprochen, hofft der in Waldernbach lebende Grundschullehrer, "dass ich von Verletzungen verschont bleibe, um möglichst noch lange auf dem Platz stehen zu können". Mit seinem Verein verfolgt er das Vorhaben, "die Klasse zu halten und uns langfristig in der Kreisoberliga zu etablieren". Mit mannschaftlicher Geschlossenheit wird der TuS Waldernbach das auch ganz bestimmt schaffen. Und wenn es am Ende einmal eng wird, darf der "Fußballgott" sicher gerne eingreifen. Niklas Halle jedenfalls hat alles dafür getan, ihn auf seine Seite zu ziehen. Wir sagen: Hut ab, und weiter so! jah

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare