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Mit Emirhan Cakir (links) hat es ein A-Junior des JFV Dietkirchen/Offheim in den Kader des Dietkircher Hessenliga-Teams geschafft.

Fußball-Hessenliga

Noch mehr junges Blut auf dem Reckenforst

Beim Fußball-Hessenligisten TuS Dietkirchen bleibt der Kader bis auf eine Ausnahme komplett zusammen. Zudem hat Trainer Thorsten Wörsdörfer, der mit Robin Dankof einen Rückkehrer begrüßt, gleich drei A-Junioren in den vorläufigen Kader berufen. Auf die Elf vom Reckenforst wartet eine heftige Saison 2020/2021.

VON PATRICK JAHN

Für das Team von Chef-Trainer Thorsten Wörsdörfer geht es in das häufig so schwierige zweite Jahr nach dem Aufstieg. Ob es 2019/20 auch ohne Abbruch zum Klassenerhalt gereicht hätte, wissen nur die Götter, im Endeffekt ist all das aber auch Makulatur. Nicht Makulatur ist, dass die Mannschaft von Trainer Thorsten Wörsdörfer mit Jason Schäfer einen extrem wichtigen Spieler an den SV Rot-Weiß Hadamar verloren hat. Ob Rückkehrer Robin Dankof (SC Waldgirmes) diese Lücke wird schließen können, bleibt abzuwarten, klar ist aber, dass sich die Verantwortlichen der Schwarz-Roten vor allem über diese Personalie freuen. Der Coach sagt über den "alten" Neuen: "Er war lange verletzt und wird noch Zeit brauchen. Dennoch ist Robin körperlich topfit, so dass wir ihn langsam an die Spielpraxis und das Zweikampfverhalten heranführen können. Er soll als Vorbild fungieren und Tore schießen."

Mit Marco Thomas Weis vom VfR 07 Limburg steht neben Robin Dankof nur ein externer Neuzugang zu Buche. Der Defensivakteur ist über den Kontakt Jason Schäfers auf dem Reckenforst gelandet. "Er ist sehr ehrgeizig, zudem schnell und hat mich in den bisherigen Trainingseinheiten überzeugt. Natürlich muss er noch viel lernen, aber er könnte positiv überraschen", meint Wörsdörfer. Drei weiteren Akteuren aus dem eigenen Unterbau eröffnet der Ex-Profi die Chance, sich zu beweisen. Unter ihnen mit Noah Paul Franz ein weiterer Abwehrspieler, der "sehr kopfballstark ist, sich aber noch an Tempo und Zweikampfverhalten gewöhnen muss". Mit Colin Schmitz, der in der letzten Saison schon ab und an in den Kader geschnuppert hat, und Emirhan Cakir hat der TuS weitere Optionen für die Offensive - beide interessante Spielertypen. "Colin ist ein schneller, sehr guter Linksfuß, der mit seiner Art und Weise, Fußball zu spielen, die gegnerische Abwehr vor Probleme stellen kann. Wichtig ist aber, dass er auch im Defensivverhalten dazulernt", so "Wörsi". Bei Emirhan Cakir, der in der Vorsaison schon gute Auftritte in der zweiten Garnitur abgeliefert hat, ist der Coach auf die weitere Entwicklung gespannt: "Er ist ein Typ, der mir einige graue Haare, aber auch viel Freude bringen wird. Emirhan muss noch lernen, dass Disziplin in allen Bereichen wichtig ist. Ich glaube aber, dass er eine positive Erscheinung werden kann." In seinem ersten Spiel, dem 2:0-Erfolg im Test bei den Sportfreunden Siegen, war dem Nachwuchskicker gleich sein erstes Tor gelungen.

Beim TuS könnte sich eine neue Struktur im Mannschaftsgefüge ergeben: Maximilian Zuckrigl wird nach Aussage Wörsdörfers nicht mehr als Kapitän auflaufen (unter anderem wegen Hausbau, Geburt des Kindes), was bedeutet, dass das gesamte Team funktionieren und auch Verantwortung übernehmen muss.

Beim ersten Blick auf das Auftaktprogramm (Zeilsheim zu Hause, Griesheim auswärts, Fernwald zu Hause) könnte der neutrale Beobachter meinen, dass es die Spielplangestalter gut gemeint haben mit den Schwarz-Roten. Thorsten Wörsdörfer sieht das aber nicht ganz so: "Gegen einen Aufsteiger am 1. Spieltag ist es immer extrem unangenehm, das haben wir letztes Jahr ja selbst bewiesen. In Griesheim haben wir letzte Saison schon verloren, und Fernwald hat sich in allen Bereichen extrem verstärkt. Wir müssen uns nichts vormachen, denn wir wissen, dass jedes Spiel für uns eine Herausforderung wird."

Da man im schlimmsten Fall sogar von sechs Absteigern aus der Hessenliga ausgehen muss, erübrigt sich die Frage nach dem Saisonziel. Wörsdörfer augenzwinkernd: "Um die Meisterschaft werden wir nicht mitspielen. Natürlich ist unser Ziel der Klassenerhalt, wenn es aber nicht reichen sollte, geht die Welt auch nicht unter. Wir sind ein Verein, der auf gesunden Beinen steht und der keinen Spendenaufruf startet, um wie die Großen investieren zu können."

Der Kader TuS Dietkirchen

Abgänge: Jason Schäfer (SV Rot-Weiß Hadamar). 

Zugänge: Robin Dankof (SC Waldgirmes), Noah Paul Franz, Colin Schmitz, Emirhan Cakir (alle eigene Jugend/JFV Dietkirchen/Offheim), Marco Thomas Weis (VfR Limburg 07).

Tor: Raphael Laux, Max Gotthardt, Jan Noll. 

Defensiv: Nils Bergs, Robin Böcher, Noah Paul Franz, Marvin Hölzenbein, Patrick Kuczok, Moses Nickmann, Marvin Rademacher, Niklas Schmitt, Yannick Schutzbach, Oskar Stahl. 

Offensiv: Emirhan Cakir, Robin Dankof, Mario Dietrich, Miguel Granja, Lukas Hautzel, Moritz Königstein, Kevin Kratz, Dennis Leukel, Nicola Meloni, Jonathan Mink, Marco Müller, Colin Schmitz, Marco Thomas Weis, Maximilian Zuckrigl.

Trainer: Thorsten Wörsdörfer. 

Co.-Trainer: Robin Böcher.

Torwarttrainer: Raphael Laux, Jan Noll.

Saisonziel: Klassenerhalt sowie die Entwicklung des Teams und des Vereins.

Meister-Tipp: SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, FC Eddersheim, SC Hessen Dreieich.

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