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Siegesjubel: Die Ober-Eschbacherinnen Lena Riedel, Lisa Lichtlein und Milena Deppisch (von links), hinten Trainer Adamski.

Handball

TSG Ober-Eschbach bejubelt Coup gegen Eddersheim vor mehr als 400 Fans

Die Handball-Frauen der TSG Ober-Eschbach gewinnen nach vier Niederlagen in Folge. In einem umkämpften Derby schlagen die „Pirates“ Eddersheim.

Nach 60 umkämpften Minuten in der Albin-Göhring-Halle lagen sich die Spielerinnen der TSG Ober-Eschbach in den Armen. Geschafft! Der Negativlauf konnte mit einem verdienten 30:24 (15:16)-Sieg über die TSG Eddersheim gestoppt werden. Doch schon lange bevor die Schlusssirene ertönte – ja, sogar lange bevor das erste Tor fiel – war ein Knistern in der Halle zu vernehmen. Etliche Freikarten hatte die TSG Ober-Eschbach in den Umlauf gebracht und auch wenn die Halle nicht restlos besetzt war, lag die Besucherzahl mit 420 Gästen deutlich über dem Saisonschnitt.

Parallel zum Andrang auf der Tribüne präsentierte sich auch die Bank der Pirates gestärkt. Neue Spielerinnen nahmen auf dieser zwar nicht Platz, doch neben Trainer Alexander Adamski und Co-Trainer Hakim Mirkamali waren erstmals auch Physiotherapeutin Elke Bruchmann, Betreuer Oliver Trunk und Nic Adler im Einsatz.

Mentaltrainer Adler hatte der Mannschaft zuletzt im Rahmen eines Seminars Tipps an die Hand gegeben und mimte nun vor Anpfiff den Anheizer für die Zuschauer. Als die Teams aufliefen, gab Adler den Takt vor, und das begeisterungsfähige Publikum klatschte mit. Dank der zuvor verteilten Klatschpappen hielt sich diese tolle Stimmung über den gesamten Spielverlauf und spornte beide Mannschaften an. „Es macht einfach Spaß, vor so einem Publikum zu kämpfen“, zollte Adamski den Zuschauern später seinen Respekt.

Die Gastgeberinnen erwischten den besseren Start und konnten sich nach knapp acht Spielminuten einen Vorsprung von drei Toren erspielen (6:3). Im Angriff zeigten sich die Pirates kaltschnäuziger als zuletzt, und in der Verteidigung wurde der bereits bekannte Einsatz an den Tag gelegt. „Mit der individuellen Klasse, die Eddersheim hat, hätten sie uns unter Umständen auch abschießen können“, sagte Adamski, „weswegen es wichtig war, dass wir offensiv verteidigt haben.“ Mal wilderten Lisa Lichtlein und Greta Bucher im 4:2-System im Angriffsspiel der Gäste, mal nahm Saskia Schwering die gegnerische Mitte-Spielerin in Sonderbewachung. Zudem wurde der Passweg zum Kreis meist durch gute Bein- und Armarbeit versperrt.

Özer versus Özer

Erst nach rund zwölf Minuten kam Eddersheim mit den wechselnden Abwehrsystemen besser zurecht. Nach einer knappen Viertelstunde gelang der Ausgleich (9:9), drei Minuten später stellte Alexandra Flebbe die erste Führung für die Gäste her (11:10), die vor kurzem Spitzenreiter HC Leipzig die erste Niederlage beigebracht hatten. Auch Tobias Fischer hatte sich einen Kniff für das Derby überlegt. Eddersheims Trainer stellte Rückraumspielerin Hanna Özer in der Verteidigung auf Linksaußen, wo sie auf ihre jüngere Schwester Pia traf.

„Natürlich haben wir uns vor dem Spiel über unser Aufeinandertreffen unterhalten“, berichtete Pia Özer schmunzelnd nach der Partie, „dass sie aber direkt gegen mich spielen würde, hat sie mir nicht verraten.“ Trotz dieser „Sonderbewachung“ gelangen Pia Özer fünf Treffer. Ebenso viele steuerte die bärenstarke Greta Bucher bei. Zur besten Werferin des Spiel avancierte Lichtlein mit neun Toren. Ihr Treffer zum 26:21 nach Tempogegenstoß brachte fünf Minuten vor Schluss die Entscheidung.

Danach stellte Eddersheim zwar nochmals die Verteidigung auf eine offensive Manndeckung um, doch ein Doppelschlag von Franziska Chmurski (27:23, 28:23) machte die Hoffnungen der Gäste endgültig zunichte. „Der Kahn war ja für viele fast schon gesunken“, erklärte Chmurski, auf die Tabellensituation angesprochen, „aber ich habe immer gesagt, dass ich an den Klassenerhalt glaube.“ Zwar steht Ober-Eschbach auch nach dem fünften Saisonsieg noch auf dem ersten Abstiegsplatz, doch der Abstand zum Neunten TSV Birkenau ist auf einen Punkt geschrumpft. Die Pirates erwarten am nächsten Samstag jetzt Birkenau und haben noch ein Spiel mehr zu absolvieren als der direkte Kontrahent. Die Leistung gegen Eddersheim – auf dem Feld wie auf den Rängen – war der 3. Liga allemal würdig.

Pirates: Sophie Löbig, Milena Deppisch; Lisa Lichtlein (9/2), Greta Bucher (5), Pia Özer (5/1), Saskia Schwering (4), Lena Riedel (3), Franziska Chmurski (2), Adrienn Zsigmond (1), Andrea Mertens (1).

ROBIN KUNZE

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