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Christian Grzelachowski trainierte zweieinhalb Jahre lang den Drittligisten SG Mainz-Bretzenheim.

Handball, Hochtaunus

TSG Ober-Eschbach holt einen neuen Trainer und arbeitet mit der WJSG Bad Soden zusammen

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Die Frauenmannschaft der TSG Ober-Eschbach bleibt eine Wundertüte. Dass auf der Trainerposition ein erneuter Wechsel vorgenommen wurde, hängt auch mit einer strategischen Partnerschaft zusammen, die unter neuer Führung des Handball-Drittligisten jetzt wieder aufleben soll.

Hakim Mirkamali ist die Konstante im Trainerstab von TSG Ober-Eschbachs Handballerinnen. Der Assistenz-Coach ging Ende 2018 mit Alexander Adamski die damals ambitionierte Aufgabe „Klassenerhalt“ in der 3. Liga an. Er löste sie dann in der Abstiegsrunde als „Co“ von Rückkehrer Holger Hölzinger. Seit vergangener Woche soll Mirkamali bei den „Pirates“ nun dem dritten Chef-Coach in neun Monaten assistieren: Christian Grzelachowski.

Der A-Lizenz-Inhaber und frühere Trainer des Ligakonkurrenten SG Mainz-Bretzenheim ist nach einem Fahrradunfall jedoch erst einmal außer Gefecht gesetzt. Der 38-jährige Studienrat Grzelachowski wurde gestern an der Patellasehne operiert, weshalb Mirkamali in den kommenden Wochen verstärkt gefordert sein wird. Er leitet bis auf Weiteres die Übungseinheiten der Mannschaft, die mit einem vergrößerten und verstärkten Kader in der kommenden Saison eine bessere Rolle spielen möchte.

Der zweite Versuch

Hintergrund des erneuten Trainerwechsels bei den „Pirates“ ist eine Kooperation mit der WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt, deren Jugendkoordinator und A-Jugend-Trainer Christian Grzelachowski seit März ist. Handball-Kenner werden jetzt sagen: Da war doch was? Tatsächlich vereinbarte der damalige Pirates-Manager Gerhard Döll schon einmal eine Kooperation mit der Spielgemeinschaft aus dem Main-Taunus-Kreis. Vereinfacht gesagt geht es für Ober-Eschbach um den bisher fehlenden Unterbau und Bad Soden um eine schlagkräftige 1. Mannschaft. Die FSG Ober-Eschbach/Vortaunus ging in der Saison 2017/18 auch an den Start, wurde jedoch wegen Unstimmigkeiten unter den Verantwortlichen wieder aufgelöst.

Nachdem Döll im Oktober dann zurückgetreten war und Christoph Pohl im Februar die Geschäfte des Drittligisten übernommen hatte, suchte dieser erneut den Kontakt nach Bad Soden. Das alte Ober-Eschbacher Problem mit den fehlenden Spielerinnen aus eigener Jugend, weshalb der Verein laut DHB-Statuten auch nicht mehr in die 2. Liga aufsteigen könnte, bestand ja weiterhin.

Manager Pohl: „Alles auf Null“

„Seit März stehe ich im engen Kontakt mit Christian Grzelachowski, Rainer Mies (WJSG-Chef, Anm. d. Red.) und Ibo Ücel (WJSG-Jugendtrainer)“, erläutert Pohl, „aufgrund der schon einmal gescheiterten FSG beginnen wir vorsichtig. Wir stellen alles auf Null und werden einen Schritt nach dem anderen gehen.“ Die ersten Vereinbarungen: Sven Burgmans aus dem Trainerstab der „Pirates“ springt als A-Jugend-Trainer der WJSG ein, die nach zwei Jahren in der Bundesliga jetzt in der Oberliga antreten wird. Die Nachwuchsspielerinnen trainieren montags bei Ober-Eschbachs Drittliga-Team mit. Dieses nimmt im Gegenzug mittwochs an einem Fitnesstraining in Soden teil.

Dass die neuerliche Zusammenarbeit der beiden Vereinen auch dazu beitrug, dass Holger Hölzinger vor ein paar Tagen in Ober-Eschbach als Trainer zurückgetreten ist, schließt Pohl nicht aus. Hölzinger war zuletzt auch als Jugendtrainer in Bad Soden aktiv und nicht unumstritten.

Hölzingers Statement

„Es gab aber keinen Streit, keinen Paukenschlag“, betont Pohl. „Holger hat uns gesagt, dass er das nicht mehr machen will. Ich halte es weiterhin für eine gute Idee, dass wir ihn als Feuerwehrmann geholt haben und er uns im Abstiegskampf geholfen hat.“ Hölzinger, der noch die Männermannschaft des Landesligisten Hünfelder SV trainiert, entgegnete auf Anfrage dieser Zeitung, dass er viel zu sagen hätte, es aber nicht tue. „Für mich ist das Buch Ober-Eschbach endgültig zu. Ich wünsche den Mädels von ganzem Herzen viel Erfolg in der kommenden Saison.“

Weder Hölzinger noch sein Nachfolger Grzelachowski, der von Sommer 2016 bis Februar 2019 die SG Mainz-Bretzenheim trainierte, ist bei den „Pirates“ derzeit jedoch am Ruder. Hakim Mirkamali macht das schon. „Das Verletzungspech unseres Trainers tut dem Ganzen keinen Abbruch, die Mannschaft ist mit ihm voll im Training“, lobt Manager Pohl den fleißigen Co-Trainer, sportlich laufe alles nach Plan.

Nach dem Trainingslager am Wochenende im fränkischen Dettelbach und einem abschließenden Testspiel zur Saisoneröffnung in eigener Halle (28:24 gegen Bezirksoberligist HSG Wiesbaden) treten die „Pirates“ am kommenden Freitag beim Oberligisten TuS Kriftel an. Von Montag an nimmt das Team am Turnier in Mainz-Budenheim teil. Auftakt der Drittliga-Runde ist am 14. September mit einem Heimspiel gegen den HV Chemnitz. Wahrscheinlich mit Christian Grzelachowski als Trainer.

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