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Magnus Kongestol (TSG Ober-Eschbach)

Handball, Hochtaunus

Die TSG Ober-Eschbach plant den Angriff

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TSG Ober-Eschbachs Handballer haben genug davon, nur Durchschnitt zu sein. Kader und Ambitionen des Bezirksoberligisten werden größer.

Das soll nicht mehr vorkommen. Die TSG Ober-Eschbach spielt im ersten Saisondrittel in der Bezirksoberliga vorne mit, doch spätestens nach der Winterpause rächt es sich, dass man nur einen kleinen Kader zur Verfügung hat. Das Team fällt zurück. In der vorigen Handball-Saison war die Verletztenliste übermäßig lang war. Bis zu sieben Spieler konnten nicht mittun. Die Mannschaft von Trainer Slobodan Jankovic landete erneut im tristen Mittelfeld der Tabelle, es ging schon früh um nicht mehr allzu viel.

„Wir werden etwas machen“, kündigte Abteilungsleiterin Antje Salzer bereits im Mai in ihrem Saisonfazit an, und die Sportliche Leitung hat diesen Worten Taten folgen lassen. Auf der Facebook-Seite der Mannschaft werden während der Saisonvorbereitung schon die ersten Neuzugänge vorgestellt: der junge Linkshänder Yves Heinen (21 Jahre/1,86 Meter groß), der einst für die HSG Hochheim/Wicker in der A-Jugend-Bundesliga spielte. Ebenso der zentrale Rückraumspieler Matthias Neubert, der vom SSV Lommatzsch in Thüringen in den Taunus wechselte, wo seine Lebensgefährtin, die frühere Ober-Eschbacher Drittligaspielerin Tina Knoblauch, lebt. Vor allem ein Abwehrspezialist, so heißt es, sei Neubert, 29 Jahre alt, 1,84 Meter groß, mit Oberliga-Erfahrung.

Doch mit dem Duo ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. „Wir wollen angreifen“, sagt Dennis John, Sportlicher Leiter der TSG-Handballer, „deshalb haben wir uns verstärkt und den Kader breiter aufgestellt.“

Die Jankovics als Vermittler

Die guten Kontakte der Handballer-Familie Jankovic halfen bei diesem Ansinnen ein ganzes Stück weiter. Trainersohn Zarko, bei der TSG für Konter- und Siebenmetertore zuständig, trainiert die TG Sachsenhausen und hatte in der Vorsaison Zuwachs von kroatischen Handballern erfahren, die zwar den Abstieg aus der Bezirksliga A auch nicht mehr verhindern konnten, deren Viten aber auf eine gewisse Qualität schließen lassen.

Der 1,87 Meter große Kristijan Katic ist schon für den früheren Erstligisten RK Marina Kastela aufgelaufen. Er spielt im Rückraum und ist wie Heinen Linkshänder, was für eine adäquate Besetzung der rechten Seite sorgt, die seit dem Weggang von Mathias Witzke das „Sorgenkind“ der TSG ist.

Ebenfalls von Sachsenhausen nach Ober-Eschbach gewechselt ist Kroate Edin Rondic, der schon für einen schwedischen Zweitligisten das Tor hütete. Der 1,89 Meter große Keeper ist 29 Jahre alt und soll Jan Siebelds ersetzen, der einen längeren Auslandsaufenthalt plant.

Mit dem Litauer Andrius Veteras wird Rondic ein Torhüter-Gespann bilden, das für die Bezirksoberliga einzigartig ist. Denn beide Schlussmänner haben schon Erfahrungen als Berufshandballer gesammelt. Vier Ex-Profis habe man jetzt insgesamt im Kader, zählt Dennis John auf. Außer Katic ist dies noch der norwegische Rückraumspieler Magnus Kongestol, der in der vergangenen Runde noch zu oft auf sich alleine gestellt war. Was sich nun ändern könnte. Dafür soll auch das Mitwirken von Sebastian Töpfer (28) sorgen. Um den groß gewachsenen Torjäger der TSG Nordwest Frankfurt buhlte der Verein schon länger. Nach dem Abstieg in die B-Klasse entschloss sich der Halblinke nun zum Wechsel, muss aber erstmal eine Meniskusverletzung im Knie auskurieren.

Aus der eigenen Jugend stammt ursprünglich Marc Bende, der aus der 2. Mannschaft für Stefan Mertens aufrückt (der Kreisläufer tritt aus beruflichen und privaten Gründen kürzer). Bende ist 28 Jahre alt und 1,88 Meter groß. Seine Stärken liegen in der Abwehr.

Die neuen Gesichter lassen Dennis John mit gewisser Zufriedenheit von einem „20-Mann-Kader mit vielen hungrigen Spielern“ sprechen. Der Sportliche Leiter freut sich darauf, mit dieser Mannschaft in die Saison zu gehen – in einer Liga, die auch aufgrund der Derbys gegen Oberursel und Steinbach „richtig Bock macht“.

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