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Greta Bucher (TSG Ober-Eschbach)

Handball, 3. Liga Ost

TSG Ober-Eschbach vergibt den ersten Matchball

Viel hat nicht gefehlt. Der vorzeitige Klassenerhalt in der 3. Liga Ost entgleitet den Handballerinnen der TSG Ober-Eschbach 23 Sekunden vor Spielschluss. Die Entscheidung fällt nun am 1. Mai, wenn die „Pirates“ Mainz 05 II empfangen.

Das große Ziel, für das die Frauen der TSG Ober-Eschbach seit Monaten hart arbeiten, war am Samstagabend zum Greifen nah. Ein Punkt hätte den „Pirates“ beim HV Chemnitz gereicht, um den Klassenerhalt in der 3. Liga Ost noch vor dem letzten Spieltag perfekt zu machen. Lange Zeit sah es diesbezüglich auch gut aus. In einer engen und umkämpften Partie lief es auf eine gerechte Punkteteilung hinaus, ehe die Gastgeberinnen 23 Sekunden vor der Schlusssirene per Siebenmeter das gewinnbringende 25:24 erzielten. Doch der Reihe nach.

Das Auswärtsspiel begann für die „Pirates“ schon am Samstagmorgen um kurz nach 10 Uhr. Von der heimischen Albin-Göhring-Halle fuhr der Mannschaftsbus los in Richtung der knapp 400 Kilometer entfernten Sachsenhalle. Rund fünf Stunden dauerte die Anreise. „Das hat man dann auch gemerkt“, berichtete Manager Christoph Pohl.

Die Eschbacher Mannschaft fand nur schwer in die Partie und musste früh von einer der zuvor größten Stärken absehen: dem offensiven Verteidigen im 3:2:1-System. Da die lange Fahrt seinen Spielerinnen noch in den Knochen steckte, stellte Trainer Alexander Adamski auf eine defensive 6:0-Deckung um. „Damit kann Chemnitz eigentlich besser umgehen“, sagte Pohl, „aber wir haben einfach acht oder neun Minuten gebraucht, um überhaupt ins Spiel zu kommen. Bis dahin haben wir ungewöhnlich viele Gegentreffer bekommen.“ Trotzdem konnte die TSG sich bis zur Pause eine 15:13-Führung erspielen.

Der Zwei-Tore-Vorsprung war im zweiten Durchgang allerdings schnell dahin. Laura Amtsberg und Anja Schulze (beste Werferin mit sieben Toren) trafen innerhalb von vier Minuten für Chemnitz zum Ausgleich. „Danach ging es hin und her, mal haben wir geführt, dann wieder sie“, beschrieb Pohl. In der Tat konnte sich keines der beiden abstiegsbedrohten Teams mit mehr als einem Treffer absetzen.

Die entscheidende Szene

Dann brachen die letzten 30 Sekunden an und das Schiedsrichtergespann, bestehend aus Carsten Hehn und Jan Tauchert (MTV Stadeln), griff durch. Lisa Lichtlein wurde nach einem Foul wegen ihrer dritten Zeitstrafe disqualifiziert und HV Chemnitz bekam den eingangs beschriebenen Siebenmeter. „Es wurde auf Foul in der Wurfbewegung entschieden, aber es war kein spektakuläres Foul und es war noch nicht mal Lisa, die gefoult hatte“, analysierte Pohl die Szene. „Allerdings könnten wir uns die Diskussion ersparen, wenn wir vorher unsere eigenen Siebenmeter verwandelt hätten.“ Die Pirates vergaben insgesamt drei ihrer sechs Versuche. „Es ist trotzdem sehr bitter, kurz vor Schluss so zu verlieren“, bedauerte der Manager.

Den Klassenerhalt haben die Pirates aber weiterhin selbst in der Hand. Am 1. Mai genügt ein Zähler aus dem Heimspiel gegen den 1. FSV Main II (16 Uhr). Anschließend soll mit den Fans gemeinsam gefeiert werden. Eine kleine Vorschau für die Spielerinnen gab es auf dem Rückweg aus Chemnitz. Im Bus feierte Lisa Lichtlein nämlich in ihren 26. Geburtstag hinein.

Spielfilm: 3:2 (3.), 6:6 (9.), 10:9 (18.), 12:14 (27.), 18:18 (37.), 20:20 (45.), 24:23 (56.), 24:24 (59.), 25:24 (60.).

Pirates: Sophie Löbig, Milena Deppisch; Pia Özer, Franziska Chmurski (beide 5), Claudia Mertens (4), Lena Riedel (3/2), Greta Bucher (3), Saskia Schwering (2), Lisa Lichtlein (2/1), Adrienn Zsigmond.

ROBIN KUNZE

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