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Die frühere Jugendnationalspielerin Greta Bucher jubelt im Pirates-Trikot. Sie wechselte im Sommer aus Bad Soden nach Ober-Eschbach.

Handball, 3. Liga

Die TSG Ober-Eschbach würde mit den "Pirates" gerne in die nächste Saison gehen

Während sich die Drittliga-Handballerinnen der TSG Ober-Eschbach auf den nächsten Gegner FSV Mainz 05 II (Freitag, 20 Uhr) vorbereiten, wird hinter den Kulissen an der Zukunft der „Pirates“ gearbeitet. Ein früherer Mitstreiter legt Steine in den Weg.

Der überraschende Abgang des langjährigen Managers Gerhard Döll Ende Oktober warf einige Fragen in Bezug auf die „Pirates“ auf. Wer übernimmt die Leitung der Mannschaft auf und abseits des Feldes? Gibt es genug Sponsoren, damit die Handballerinnen der TSG Ober-Eschbach die Saison zu Ende spielen können? Geht es in der nächsten Spielzeit weiter? Manche Fragen konnten schon beantwortet werden, bei manchen stehen die Antwort noch aus.

Für die aktuelle Saison wurde in B-Lizenzinhaber Alexander Adamski aus Frankfurt ein neuer Trainer gefunden. Zudem ist laut Abteilungsleiterin Antje Salzer die Finanzierung für die laufende Spielzeit gesichert. Die Position des Sportlichen Leiters ist weiterhin vakant. Und was eine Fortsetzung über die Saison 2018/19 hinaus anbelangt, gibt es momentan nicht mehr als Wasserstandsmeldungen.

Am Montag trafen sich der Vorstand des Gesamtvereins um TSG-Boss Holger Fritzel, die Abteilungsleitung sowie Helfer des Vereins zu Gesprächen. „Es wird intensiv daran gearbeitet, dass es nächstes Jahr weitergeht“, betont Salzer. Der Verein habe großes Interesse daran, die Damenmannschaft auch für die folgende Saison zu melden.

An den Verbleib in der 3. Liga ist dieser Wunsch im Übrigen nicht gekoppelt. „Sollten wir in den sauren Apfel beißen müssen und absteigen, dann werden wir alles dafür tun, dass es auch in der Oberliga weitergeht“, sagt Salzer.

Die Variante mit dem Klassenerhalt präferiert die Abteilungsleitung. Diesen hat das Team auch noch selbst in der Hand. Aktuell liegen die „Pirates“ in der Oststaffel der 3. Liga auf dem neunten Rang, der gleichbedeutend ist mit dem ersten Nichtabstiegsplatz. Auf den ersten Verfolger HV Chemnitz beträgt der Vorsprung nach dem verlorenen direkten Duell am Sonntag allerdings nur noch einen Zähler. Lange führte die TSG, ehe dann den Spielerinnen am Schluss die Puste ausging.

Der ohnehin schon kleine Kader bot durch die Ausfälle von Torfrau Sophie Löbig und Andrea Mertens zu wenig Alternativen auf der Bank. Im Falle der belgischen Rückraumspielerin steht demnächst ein MRT-Termin an, spielen wird Mertens in diesem Jahr nicht mehr.

"Zahlreiche TSG-Freunde"

Abseits des Feldes sei man jedoch gut aufgestellt. Antje Salzer spricht von „zahlreichen Freunden des Eschbacher Damenhandballs“, die sich in den zuletzt turbulenten Wochen miteingebracht hätten. Zu diesen zählt unter anderem auch Jürgen Preilowski. Das TSG-Urgestein, der sich für das Team zu Zweitligazeiten den Beinamen „Pirates“ ausgedacht haben soll, hatte eigentlich im März schon Abschied genommen.

Preilowski hatte beim Ex-Kooperationspartner WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt als Betreuer der A-Jugend zugesagt. Dort ist er auch weiterhin tätig, kehrte aber vor drei Wochen in den Betreuerstab der TSG zurück. „Die Spielerinnen hatten mich gefragt und ich konnte aufgrund meiner Vorgeschichte hier im Verein gar nicht „Nein“ sagen, begründete „Preilo“ seinen Entschluss.

Was die aktuelle Situation betrifft, versucht Preilowski nichts zu beschönigen. „Mit der dünnen Besetzung wird es auch in der Rückrunde schwer, weswegen wir uns intern wie extern nach Ergänzungen für den Kader umhören“, verriet er bereits vergangene Woche. Geld für namhafte Verpflichtungen könne man allerdings nicht in die Hand nehmen.

Wer wird Gesellschafter?

Die TSG-Funktionäre waren bisher vielmehr damit beschäftigt, die bisherigen Förderer im Boot zu halten. Das ist gar nicht so einfach, wie man zunächst vermutet. Wie diese Zeitung erfuhr, ist Ex-Manager Gerhard Döll schon bei mindestens einem Sponsor vorstellig geworden, um ihm die Partnerschaft mit den „Pirates“ auszureden. Auch die Unternehmergesellschaft (UG) für den Spielbetrieb benötigt neue Gesellschafter. Döll ist nicht der einzige, der dort Kapital eingebracht hat und nicht mehr mitwirken möchte.

Sportlich werden die TSG-Damen bis zum Jahresende auf jeden Fall auf Sparflamme kochen. Für die verbleibenden beiden Spiele vor der fünfwöchigen Winterpause – morgen in Mainz (5.) und nächste Woche bei der HSG Kleenheim-Langgöns (3.) – wird Trainer Adamski es wieder mit einer kleinen Rotation versuchen müssen. Können die Piratinnen noch ein paar Körner mehr reinwerfen als gegen Chemnitz, haben sie zumindest gegen Mainz II eine Chance. (rk/rem)

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