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Er ist zurück an und auf der Ober-Eschbacher Trainerbank: Marc Langenbach.

Handball

FSG Ober/Eschbach: Hölzinger tritt zurück, Langenbach kehrt zurück

Nach drei Siegen und zwei Unentschieden verkündet Holger Hölzinger überraschend seinen Rücktritt als Trainer von Ober-Eschbachs Handballerinnen. Er verärgert damit Manager Gerhard Döll. Der hat aber schon ein Ass im Ärmel.

Nach dem Auswärtsspiel bei der TuS Kriftel am Samstagabend wirkte Holger Hölzinger – zu diesem Zeitpunkt noch Trainer der FSG Ober-Eschbach/Vortaunus – so, wie man ihn auch in den Wochen zuvor kennengelernt hatte: freundlich, entspannt, unaufgeregt. Aufgrund zu vieler technischer Fehler habe seine Mannschaft den Sieg bei Außenseiter Kriftel nicht verdient gehabt, sagte Hölzinger nach dem 22:22 im Vier-Augen-Gespräch. Darüber hinaus freute er sich, dass die Nachwuchsspielerinnen der „Pirates“ bei dem heißumkämpften Derby wertvolle Erfahrungen sammeln und wieder ein Stück besser werden konnten. „Darum“, so Hölzinger, „geht es in der Zukunft ja im Verein.“

Er selbst wird an dieser Aufgabe zumindest nicht mehr als Trainer der Drittligamannschaft mitarbeiten. Kurz nach dem Spiel gegen Kriftel und dem Gespräch mit der Presse bat er seine Spielerinnen in die Kabine und erklärte ihnen seinen Rücktritt. Dieser Entschluss sei in der letzten Zeit in ihm gereift, sagte Hölzinger dann gestern dieser Zeitung. Einen Bruch mit der Mannschaft habe es nicht gegeben. „Ich denke, dass wir aus der schwierigen Situation mitsamt der Verletzungen gemeinsam das Optimale herausgeholt haben“, sagte Hölzinger.

Seine Bilanz gibt ihm Recht: Ohne eine Niederlage und mit 8:2 Punkten scheidet der Trainer aus seinem Amt aus. Auch bei dem eher schwachen Auftritt seines Teams in der Kreissporthalle konnte man der Mannschaft keine mangelnde Moral vorwerfen. In der zweiten Halbzeit holte die FSG einen Drei-Tore-Rückstand noch auf.

„Es gab einfach keine Basis mit Manager Gerhard Döll“, erklärt Holger Hölzinger den Hintergrund seines überraschenden Abschieds. Döll wollte sich zu diesen oder anderen möglichen Gründen des Rücktritts nicht äußern. „Holgers Entscheidung ist erstaunlich, zumal wir gerade vor einer Woche noch gemeinsam mit Rainer Mies Zukunftspläne besprochen haben“, sagte Döll. Im Zuge der Verlängerung des Vertrages der Trägervereine auf die Saison 2018/19 hatte er Hölzinger noch als „Brückenkopf“ der FSG bezeichnet. „Mich überrascht aber in diesem Geschäft nichts mehr. Deshalb kommt jetzt bei mir sicher keine Hektik auf“, sagte Döll nun.

In vielen Punkten habe man keinen Konsens gefunden, erläutert wiederum Hölzinger die Zusammenarbeit mit dem Manager, unter anderem bei der Auffassung von sportlichem Erfolg sei das so gewesen. Über diese muss sich Döll nun mit Marc Langenbach einig werden. Dessen Rückkehr in die Albin-Göhring-Halle war bereits am Montag perfekt. Die Pressemitteilung zum Trainerwechsel hat deshalb den Titel „Marc ist wieder da“. Ein erstes Teamfoto mit dem Rückkehrer ist auf der Homepage der Pirates bereits eingestellt.

Zweieinhalb Jahre lang, bis zum Ende der Vorsaison – und so lange wie kein anderer Übungsleiter unter Döll in Ober-Eschbach – war Langenbach Cheftrainer der Pirates, und auch danach sei er mit dem Manager in Verbindung geblieben. „Nach meinem Ausscheiden im April 2017 aus rein privaten Gründen ist der Kontakt zu Gerhard Döll nie abgerissen“, wird Langenbach in einer Pressemitteilung der FSG zitiert. Zwischenzeitlich war der frühere Zweitligaspieler bei Männer-Bezirksoberligist TSV Griedel, nahe seines Wohnortes, eingestiegen, hatte dort als Trainer aber im Dezember wieder aufgehört.

Am 13. Januar schaute sich Langenbach dann die Ober-Eschbacher Partie gegen die HSG Kleenheim an, für die seine Frau Janina, ehemals auch eine „Piratin“ seit dieser Saison spielt. Später habe er mit Döll noch ein Bierchen zusammen getrunken. Und noch am Samstagvormittag vor dem Kriftel-Spiel habe er mit dem Manager Kontakt gehabt. „Da ging’s aber nicht um die Pirates“, wird Langenbach zitiert. Insofern habe ihn der erneute Anruf am Sonntagvormittag zunächst nicht überrascht. Erst als Döll verkündet habe, dass er ihn am Montag als Übungsleiter in der Halle brauchen würde, habe Langenbach den Ernst der Lage verstanden.

Lange überlegen müssen habe er nicht, wie der neue alte Coach selbst meint. Er habe sich stets in Ober-Eschbach wohlgefühlt, kenne noch fast den kompletten Kader, schätze die professionellen Vereinsstrukturen und würde sich auf die Förderung des Nachwuchses freuen. „Die Mädels werden ihn mit offenen Armen empfangen, und auch ich bin froh, dass er wieder da ist“, ließ Döll verlauten.

Aus den Reihen der gestandenen Spielerinnen hat im Übrigen kürzlich mit Saskia Schwering die vierte Rückraumspielerin verlängert, nachdem zuvor bereits Andrea Mertens, Juliane Grauer und Adrienn Zsigmond Manager Döll ihre Zusage für eine weitere Saison gegeben hatten. In puncto Spielerpersonal scheint die FSG Ober-Eschbach/Vortaunus die Fluktuation gering halten zu wollen. Auf der Bank nimmt in dieser Saison, Interimstrainer Döll mitgezählt, bereits der vierte Trainer Platz.

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