Torjubel in Corona-Zeiten: Lars Steier (rechts) beglückwünscht Marc-Robin Muth nach dem 5:2 für Oberhöchstadt. Fotos: HEIKO RHODE
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Torjubel in Corona-Zeiten: Lars Steier (rechts) beglückwünscht Marc-Robin Muth nach dem 5:2 für Oberhöchstadt.

Fußball, Kreisoberliga Hochtaunus

Oberhöchstadt stürzt den Spitzenreiter, Ober-Erlenbach ist jetzt vorne

Mit einem 5:2 stürzt die SG Oberhöchstadt den Überraschungs-Tabellenführer SG Eschbach/Wernborn. Damit kann sich auch der Aushilfstrainer rehabilitieren.

Oberhöchstadt -90 kraftraubenden Minute hatten bei Lars Steier ihre Spuren hinterlassen. Nach kurzer Verschnaufpause war er aber schon wieder zu Scherzen aufgelegt. "Der Sieg war wichtig, sonst hätte mein Stuhl gewackelt", erklärte der Angreifer der SG Oberhöchstadt, der für den im Urlaub verweilenden Joachim Hans auch das Traineramt übernommen hatte.

Seine erste Partie in doppelter Rolle hatte am Donnerstag mit 1:8 gegen die SG Ober-Erlenbach geendet. Daher freute sich Steier über die starke Reaktion ,seiner' Mannschaft. Doch bis zum rehabilitierenden Sieg war es ein langer Weg, wie er selbst gestand. "Eschbach/Wernborn war 60 Minuten lang ebenbürtig, vielleicht sogar ein bisschen stärker", gestand er. Und damit hatte er recht. Zwar ging Oberhöchstadt nach einem langen Ball auf den schnellen Marc-Robin Muth in der 20. Minute in Führung, doch der Überraschungs-Spitzenreiter aus dem Usinger Land hatte bis zur Halbzeitpause mehr Kontrolle über das Spiel.

Deutlich wurde dies nach dem 1:1 in der 25. Minute, das der ebenfalls flinke Dennis Moldenhauer nach einem präzisen Steilpass aus kurzer Distanz erzielte. Der Treffer schien den Gastgebern - zusätzlich zu den spätsommerlichen Temperaturen und der englischen Woche (siehe Extra-Text) - die Luft zu rauben, denn anschließend konnte man nur noch reagieren statt zu agieren.

"In dieser Phase waren wir leider nicht dynamisch und entschlossen genug", monierte Trainer Andreas Arr-You. Tatsächlich kam Eschbach/Wernborn trotz hoher Ballbesitzquote nur zu Halbchancen, die letzte Konsequenz ließ man vermissen.

In der zweiten Halbzeit musste sich Kai Schrörs diesen Vorwurf nicht gefallen lassen: Zehn Minuten nach Wiederanpfiff zog er an der Mittellinie mit seinem Tackling gegen den konterbereiten Steier voll durch, kam dabei zu spät, foulte und sah seine zweite Gelbe Karte. Die Überzahl verschaffte den Gastgebern den entscheidenden Rückenwind. Zwanzig Minuten vor Schluss brachte Alexander Nocht die SGO wieder in Führung. Vorausgegangen war ein überragend getimter Ball von Alexander Koziolek auf Muth, der dann mittels scharfgezogener Flanke Nocht fand.

Die Entscheidung brachte ein Doppelschlag rund zehn Minuten vor dem Abpfiff. Erst traf Nils Klenk nach einem starken Flügellauf von Patrick Schlössler aus dem Rückraum zum 3:1 (81.), dann nutzte Steier eine schlecht geklärte Ecke per Distanzschuss zum 4:1 (82.). "Am Ende haben wir nicht mehr dran geglaubt, noch etwas zu holen", meinte Arr-You. Dabei erzielte der von ihm eingewechselte Luis Weber nach feinem Solo samt Zidane-Drehung in der 88. Minute noch das 4:2. Doch fast im direkten Gegenzug leistete sich Eschbach einen Fehler im Spielaufbau, und so kam Muth aus kurzer Distanz noch zum 5:2 (89.).

"Nach der ersten Halbzeit erscheint das Ergebnis vielleicht etwas hoch", resümierte Steier, "doch ich glaube, wenn das Spiel noch 20 Minuten geht, gewinnen wir 9:2. Die Eschbacher Jungs waren einfach K.o." Die Jungs aus Oberhöchstadt rackerten sich dank der "zweiten Luft" hingegen zum ersten Saisonsieg.

ROBIN KUNZE

Eintracht Oberursel – SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg 3:1 (2:0): „Die Jungs haben sich den Sieg verdient, sie haben gekämpft und gerackert und waren diszipliniert – das war ganz stark“, betonte Oberursels Trainer Daniel Engel. Auch die spielerische Komponente kam nicht zu kurz: So spielte sich die Eintracht die Treffer eins und zwei schön heraus, Ricardo Arconada und Lars Widmann vollendeten jeweils per Kopf. Als Vincenzo Carotenuto sich gut durchsetzte und Torwart Magnus Hörmann mit einem Lupfer überwand, hätte es noch einmal eng werden können. Doch Widmann hatte kurz darauf eine Antwort parat. Die Nullfünfer übten zwar noch Druck aus, aber es fehlten irgendwie die Ideen, um die Defensive zu knacken.

Tore: 1:0 Arconada (18.), 2:0 Wittmann (45.), 2:1 Carotenuto (68.), 3:1 Wittmann (71.).

EFC Kronberg – SV Seulberg 5:3 (1:1): Dank einer Auswechslung und Systemumstellung gelangte der EFC auf die Siegerstraße. Konstantin Peuser ersetzte in der Pause den Außenverteidiger Conrad Pestinger und brachte Schwung ins Mittelfeld. Seulberg hatte, nachdem der frühe Rückstand verdaut war, zunächst mehr Spielanteile und hätte bei Halbzeit durchaus führen können. Mitte des zweiten Durchgangs gab es einen offenen Schlagabtausch, den Peuser und der ebenfalls eingewechselte Paolo Gjuraj, der sein erstes Match bei den Senioren absolvierte, zugunsten der Kronberger entschieden. „Unterm Strich ist der Sieg verdient. Ich bin mit der Leistung zufrieden. Alle haben sich am Riemen gerissen“, sagte Co-Trainer Georg Röder. Vor einer Woche hatte das Team beim 0:3 in Eschbach noch arg enttäuscht.

Tore: 1:0 Jochmann (16.), 1:1 Aiello (23.), 2:1 Jochmann (59.), 3:1 Jochmann (70.), 3:2 Aiello (71.), 4:2 Peuser (73.), 5:2 Gjuraj (74.), 5:3 Aiello (80.).

Usinger TSG II – SG Ober-Erlenbach 1:8 (0:3): Der zweite 8:1-Erfolg binnen vier Tagen – die SGO präsentiert sich in bestechender Verfassung. „Die Einstellung ist bei den Spielerin da, generell sind wir jetzt gut drauf“, sagte Co-Trainer Andrew Sarfo und ordnete die Saisonauftaktniederlage in Kronberg als Ausrutscher ein. Beim Kantersieg gegen den Aufsteiger zeigte die SGO, was für ein spielerisches Potenzial in ihr steckt. Durch den Zugang von Masiullah Mahbubi hat das Team einen zusätzlichen Schub bekommen. „Wir sind sehr zufrieden mit ihm“, betonte Sarfo. Die Usinger fanden keine Mittel, die Offensivmaschinerie der Gäste zum Stoppen zu bringen. Wegen Nachtretens erhielt TSG-Routinier Sarunas Stanscheitis nach einer Stunde die Rote Karte. „Da sind ihm die Sicherungen durchgebrannt“, sagte Sarfo zu dieser Aktion.

Tore: 0:1 S. Grassler (11.), 0:2 S. Seitz (27.), 0:3 Bremerich (38.), 1:3 Garth (47.), 1:4 S. Seitz (51.), 1:5 Bremerich (55.), 1:6 Mahbubi (61.), 1:7 B. Seitz (72.), 1:8 B. Seitz (77.).

FC Neu-Anspach II – SGK Bad Homburg 6:3 (2:2): Die Anspacher Reserve zu schlagen, wird nicht einfach. „Die Moral und der Einsatz stimmt. Es war ein absolut verdienter Sieg“, lobte Trainer Martin Schmidt. Dabei habe sein Team das spielerische Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Die Gäste versuchten es häufig, mit weiten Pässen Dragan Kuraja in Szene zu setzen. Die Kirdorfer mussten in den zweiten 45 Minuten zu zehnt ran, denn kurz nach dem Pausenpfiff erhielt Melih Yilmaz wegen einer angeblichen Tätlichkeit gegen Manuel Müller die Rote Karte. „Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, dass er nicht auf Zuruf entscheiden soll“, kritisierte SGK-Trainer Vladimir Todorovic den Unparteiischen und das Verhalten seines Kollegen Schmidt. Nach der Pause konnten die Homburger nicht mehr an die gute Leistung aus der ersten Halbzeit anknüpfen. Todorovic: „Wir waren gebrochen durch diese Entscheidung des Schiedsrichters.“

Tore: 0:1 J. Schmidt (12.), 1:1 Zejnullahu (19.), 2:1 Ruppe (30.), 2:2 J. Schmidt (35), 3:2 Zejnullahu (51.), 4:2 Ruppe (57.), 4:3 Bankunye (62.), 5:3 Ertem (74.), 6:3 Qaiumi (85.).

SF Friedrichsdorf II – FC Weißkirchen 1:4 (1:1): Das Resultat entsprach laut Joachim Stamm, dem Sportlichen Leiter der Sportfreunde-Reserve, nicht dem Spielverlauf. „Wir hatten gefühlt 85 Prozent Ballbesitz“, sagte er und wies sofort auf das Manko hin: „Sieben oder acht hundertprozentige Chancen konnten nicht genutzt werden.“ Und das 1:2 hätte unbedingt verhindert werden müssen, denn Pascal Metzger verwandelte einen Eckball direkt. Weißkirchen verteidigte indes recht clever und setzte hauptsächlich auf Konter. So fielen in der Schlussphase auch noch das 1:3 und 1:4.

Tore: 0:1 El Malki (5.), 1:1 Razai (34.), 1:2 Metzger (65.), 1:3 El Malki (87.), 1:4 Güral (89.).

DJK Bad Homburg II – Teutonia Köppern 1:4 (0:2): Verletzungsbedingt oder aus beruflichen Gründen mussten die Schwarz-Gelben auf einige Akteure verzichten. Dafür konnten Spieler, die sonst eher im zweiten Glied stehen, sich bewähren. Eine herausragende Leistung zeigte Dennis Milic, der auf der Sechser-Position das Spiel ankurbelte. Insgesamt agierten die „Teutonen“ recht locker und mussten nur wenig Gegenwehr brechen. „Es war eine klare Sache, wir waren spielerisch überlegen“, hakte Trainer Alexander Fievet die Pflichtaufgabe ab. Während Milic und Hendrik Watzke nach Eckstößen trafen, schraubten Fabian Bannert und Jakob Kovacic nach Balleroberung das Ergebnis in die Höhe.

Tore: 0:1 D. Milic (7.), 0:2 Watzke (26.), 0:3 Bannert (60.), 0:4 Kovacic (78.), 1:4 El Mahaoui (87./FE).

STEFAN FRITSCHI

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