+
Durchgesetzt: Jennifer Krasnansky versucht Wiesbadens Torfrau Charlotte Schmidt zu überwinden. Vier Tore steuerte sie zum Sieg bei.

Handball, Oberliga

TSG Oberursel behält die Nerven – 30:28

Die Handballerinnen der TSG Oberursel bleiben in der Oberliga Hessen „dick im Geschäft“. Aufsteiger Wiesbaden verlangt dem Favoriten jedoch alles ab. Die Entscheidung fällt erst im letzten Angriff der TSGO.

Wenn es noch eines Beispiels bedurft hätte, dass die Oberliga Hessen so ausgeglichen besetzt ist, wie lange nicht, dann wäre die Partie zwischen den Handballerinnen der TSG Oberursel und HSG Wiesbaden dafür prädestiniert gewesen. Um ein Haar wäre der Titelanwärter aus der Brunnenstadt gegen den Tabellenvorletzten und Klassenneuling noch gestrauchelt, obwohl er gar nicht schlecht gespielt hatte.

Vor der enttäuschenden Kulisse von 50 Zuschauern in der EKS-Halle hatte sich die TSGO angesichts eines zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Vorsprungs bereits im Ziel gewähnt, doch die Wiesbadenerinnen ließen nicht locker und kamen durch die starke Annika Hermenau knapp zwei Minuten vor Schluss per Strafwurf zum 28:29-Anschlusstreffer. Außenspielerin Viktoria Heilmann war das Foulspiel unterlaufen. Sie sah wegen ihrer dritten Zeitstrafe die Rote Karte. Was aber noch ungünstiger war für ihr Team: Es musste den Rest der Spielzeit in Unterzahl auskommen. Im folgenden Angriff zeigte sich jedoch die Klasse der immer noch jungen Mannschaft von Trainer Paul Günther, die aber eben in der 3. Liga und auch im letztjährigen Meisterschaftsrennen schon manche knifflige Situation in fast unveränderter Besetzung erlebt hat.

Und so war es dieses Mal Jana Sellner, die Verantwortung übernahm. Nach einem ruhig vorgetragenen Angriff setzte sich die Linkshänderin durch und war nur durch ein Foul zu bremsen. Sellner schnappte sich den Ball und warf ihn anstelle der „verhinderten“ Strafwurf-Spezialistin Heilmann in die Maschen – 30:28. Immer noch 75 Sekunden blieben den Gästen, die darauf aber keine Antwort mehr fanden.

„Zum Schluss wurde es doch noch eng, zuvor haben wir aber auch einige Möglichkeiten liegen gelassen“, kommentierte Günther den schon sechsten Sieg in Serie seiner Mannschaft. Bis auf die Nachlässigkeiten im zweiten Abschnitt zeigte sich der frühere Zweitligaspieler absolut zufrieden. „Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt und das auch nach dem Wechsel zunächst fortgesetzt, zudem waren wir die cleverere Mannschaft.“

Auf beiden Seiten hatten die Angriffsreihen der Partie ihren Stempel aufgedrückt. Der Aufsteiger sorgte durch seine zwei körperlich starke Rückraumspielerinnen Hermenau (12/5) und Doruntina Sulejmani (7) immer wieder für Unruhe in der Oberurseler Abwehr. Auch die Torhüterinnen Claudia Schilling und Ayana Petri konnten sich nicht entscheidend gegen die Wiesbadener Wurfkraft in Szene setzen. Auf der anderen Seite war Spielmacherin Nadine Okrusch richtig gut drauf und brachte frühzeitig Schwung ins Spiel, jeder Angriff lief in der ersten Halbzeit über die Rückraumspielerin. Nach dem verdienten 16:13-Pausenstand setzten sich die Gastgeberinnen im zweiten Abschnitt in ihrer besten Phase von 21:18 auf 26:20 ab. Jennifer Krasnansky, die wohl kleinste Spielerin auf dem Feld, fiel mit zwei schönen Toren auf Linksaußen auf. Trotzdem machten es die Oberurselerinnen noch einmal spannend. Verdient sei der Sieg aber allemal gewesen, stellte TSGO-Trainer Günther heraus.

Spielfilm: 8:7 (10.), 13:10 (20.), 16:13 (30.), 21:18 (39.), 26:20 (51.), 30:28 (60.).

TSG Oberursel: Claudia Schilling, Ayana Petri; Jana Sellner (8/1), Nadine Okrusch (6), Jennifer Krasnansky (4), Berit Mies, Selina Walde (je 3), Viktoria Heilmann (3/2), Michelle Okrusch (2), Caroline Stahl (1), Lisa Greb, Elfie von der Wehl-Ohrdorf, Sharon Hulin, Vanessa Müller.

 

Eckhard Fiukowski und Thorsten Remsperger

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare