+
Elfi von der Wehl holt gegen Bensheim/Auerbach einen Strafwurf heraus.

Handball Hochtaunus

TSG Oberursel im DHB-Pokal: Klare Niederlage, tolle Unterstützung

  • schließen

Es war deutlich. Sehr deutlich. Oberursels Handballerinnen genießen die Zweitrundenpartie im DHB-Pokal gegen den hohen Favoriten dennoch, so gut es geht.

Unter den rund 400 Besucherinnen des DHB-Pokal-Spiels befanden sich gestern Zuschauerinnen, die wissen, wie es sich anfühlt, in der 1. Bundesliga zu spielen. 40 Jahre ist es her, dass es der TSG Oberursel geglückt ist, in die höchste deutsche Spielklasse aufzusteigen. Mit zwei Siegen über Südwest Ludwigshafen wurde der Verein 1979 südwestdeutscher Meister und stieg in die Südgruppe der damals zweigeteilten Bundesliga auf. Freilich blieb es bei dieser einen Saison auf höchstem Niveau, die TSGO musste mit zehn Punkten aus 18 Spielen gleich wieder den Gang in die Regionalliga, damals die zweithöchste Klasse, antreten.

Da passt es wie die Faust aufs Auge, dass rund vier Jahrzehnte später die Damenmannschaft aus der Brunnenstadt den Sprung in die 2. Hauptrunde um den deutschen Pokal geschafft hatte. Die Tabellenführung nach der Vorrunde hatte den späteren Hessenmeister zur Teilnahme berechtigt, in der ersten Runde hatte das Team von Trainer Paul Günther dann den einstigen Erstligisten und inzwischen in die 3. Liga zurückgezogenen TV Nellingen mit 24:22 ausgeschaltet.

Duell der Trommler

Am Sonntagnachmittag nun gastierte mit der HSG Bensheim/Auerbach ein „echter“ Bundesligist in der Sporthalle der Erich-Kästner-Schule. Und bei diesem Aufeinandertreffen von Liga vier mit Liga eins – oder besser formuliert: Amateurinnen gegen Profis – kam es zu einer Lehrstunde für den Underdog, wie es auch vor 40 Jahren manches Spiel gewesen sein dürfte. Allerdings hatte die TSGO nicht den Hauch einer Chance. Das zeichnete sich bereits in den ersten Minuten der Partie ab, in der sich die Trommler unter den Fans beider Mannschaften eher auf einem Level bewegten als die beiden Teams auf dem Parkett.

Berit Mies war per Tempogegenstoß der erste Oberurseler Treffer gelungen (5.). Da hatten die „Flames“, wie sich die südhessische Mannschaft mit mehreren niederländischen Nationalspielerinnen selbst bezeichnet, bereits vier erzielt. Und als TSGO-Torjägerin Viktoria Heilmann ihren ersten Siebenmeter sicher verwandelte, war es das Tor zum 2:12 (14.).

Der Vier-Klassen-Unterschied wurde auch im weiteren Spielverlauf deutlich: Zur Pause stand es 4:22, und am Ende war die erste Saisonniederlage des Oberliga-Tabellenführers wie erwartet deutlich, aber mit 11:43 auch krachend ausgefallen.

Himmelweiter Unterschied

„Für die Mädels war es ein Erlebnis“, sagte Oberursels Trainer Günther, „sie haben heute gesehen, wie es auch gehen kann. Es ist natürlich ein himmelweiter Unterschied, ob du dreimal oder acht- bis zehnmal in der Woche trainierst.“ Kollegin Heike Ahlgrimm habe sich dazu entschieden, „das Ding voll durchzuziehen“, sagte Günther, dann käme solch ein Ergebnis zustande.

Ein paar mehr Tore wären möglich gewesen, wenn sein junges Team nicht diesen Riesenrespekt vor dem Bundesliga-Achten gehabt hätte. Auch an den vollgeharzten Ball hatten sich die Gastgeberinnen erst gewöhnen müssen, die sich in der ersten Halbzeit ungewohnt viele technische Fehler leisteten. Viel Beifall brandete in der Halle auf, als Alicia Zeiler, im Vorjahr noch Landesliga-Torfrau, den Profi-Spielerinnen mehrere Würfe „abkaufte“. Zudem schaffte es die TSGO im zweiten Abschnitt, den hohen Favoriten einige Male in Zeitspielnot zu bringen.

Großes Transparent für TSGO-Damen

Trainer Günther betonte weitere positive Aspekte des Spiels. Eine volle Halle hätte man gehabt und mit den A- und B-Jugendlichen einen tollen Fanclub. Die Jungs hatten vor der Partie ein großes Transparent über sich auf der Tribüne ausgerollt, so dass die Oberurseler Spielerinnen beim Einlaufen richtiggehend gerührt waren. „Heute haben wir gesehen, dass in einem Verein ganz viel funktionieren kann, wenn man miteinander arbeitet“, freute sich auch Günther.

TSGO: Alicia Zeiler, Ayana Petri, Claudia Schilling; Viktoria Heilmann (4/2), Nadine Okrusch, Berit Mies (je 2), Lisa Greb, Caroline Stahl, Sasha Müller (je 1), Jennifer Krasnansky, Adrienn Zsigmond, Selina Walde, Elfi von der Wehl, Katharina Löbrich, Rabea Wehrum.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare