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Trainer Paul Günther (TSG Oberursel)

Handball, Oberliga Hessen

TSG Oberursel: Am Ende darf Trainer Günther wieder strahlen

Die Oberliga-Damen der TSG Oberursel besiegen die TGB Darmstadt. Was im alten Jahr noch ein Pflichtsieg gewesen wäre, ist aufgrund der sehr angespannten personellen Lage nicht mehr selbstverständlich.

Die Handballerinnen der TSG Oberursel finden zurück in der Erfolgsspur. Mit einem 25:18 (11:11) über die TGB Darmstadt hat sich das Team von Paul Günther die Tabellenführung in der Oberliga zurückerobert. Grund für Luftsprünge gab es für den Trainer aber weder vor noch nach der Partie. "Es wird bei uns personell nicht besser", verriet er vor Spielbeginn und zwang sich ein Lächeln ab, "jetzt hat es noch den Trainer erwischt."

Über Nacht hatte sich bei Günther ein Rückenwirbel verschoben. Gut eine halbe Stunde vor der Partie war der rechte Arm noch taub. Die Szene "passt" zur Lage der Mannschaft, mussten am Wochenende doch Ayana Petri, Jennifer Krasnansky und Selina Walde verletzt oder erkrankt passen. Sascha Müller ging zudem erkältungsgeschwächt in die Partie, spielte in der ersten Halbzeit nur knappe fünf Minuten und zehn weitere im zweiten Durchgang. Immerhin spielte Nadine Okrusch nach ihrer Knieverletzung wieder mit.

Die Erwartungshaltung bei der TSGO war eher gedämpft. "Es war ein grottenschlechtes Spiel", gestand Günther nach der Partie, klang da aber schon wieder etwas entspannter. Zum einen wohl, weil unter den Zuschauern ein Physio war, der ihm den Rücken wieder einrenkte - zum anderen, weil sein Team eine zentrale Forderung trotz allem umsetzte. Wille und mannschaftliche Geschlossenheit - beides ließ man vergangene Woche bei der Niederlage gegen die HSG Lumdatal vermissen - waren wieder zu erkennen.

Gerade gegen Darmstadt, das gegen den Abstieg kämpft, waren diese Tugenden auch notwendig. "Gegen ihre 3-2-1-Deckung haben wir uns 40 Minuten richtig schwergetan", so Günther, "aber das ist auch eine Formation, die du auf diesem Level vielleicht zweimal im Jahr bespielst."

Verlassen konnte er sich dafür auf die eigene 6-0-Abwehr. Kam doch mal ein TGB-Angriff durch, war Torfrau Alicia Zeiler da. Trotz des anfänglich engen Spielstands schickte Günther in Minute 13 Miriam Aassou für einen Siebenmeter aufs Feld. Die 16-Jährige von der wJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt vertritt via Erwachsenenspielrecht die verletzte Petri. "Sie kommt rein und hält direkt einen Siebenmeter in der Oberliga", strahlte Günther. Weniger schön: in Hälfte zwei mussten Berit Mies und Caroline Stahl angeschlagen auf die Bank.

Spielfilm:3:3 (8.), 6:4 (13.), 10:10 (20.), 11:11 (26.), 13:12 (40.), 15:13 (46.), 20:15 (52.), 25:18 (60.).

TSG Oberursel:Zeiler, Aassou - Heilmann (9/4), Okrusch (5), Löbrich (5), Zsigmond (1), Greb (1), Mies (1), Stahl (1), von der Wehl-Ohrdorf (1), Müller (1).

ROBIN KUNZE

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